Leichter Daunen-Schlafsack für milde Temperaturen: Der Cumulus LiteLine 200 im Test

Gemütliches Nachtlager für laue Nächte: MSR Freelite II, SeaToSummit Ultralight Mat und Cumulus LiteLine 200

Für unsere 6-tägige Wanderung auf dem GR20 in Korsika waren tagsüber 20 und für die Nacht um die 10 Grad vorhergesagt. Zu wenig für meinen alten Sommerschlafsack, zu viel für meinen Winterschlafsack (der geht bis -18 Grad, wiegt dafür aber auch 1,2 Kilo!), ein neuer Schlafsack sollte her, das Budget sollte aber nicht über 200€ hinausgehen. 

Bis auf das gestickte Logo ein schörkelloser Schlafsack
Bis auf das gestickte Logo ein schörkelloser Schlafsack

Die Qual der Wahl

Für das kleine Budget hat man dann die Wahl: Entweder einen schwereren Kunstfaserschlafsack oder einen Daunenschlafsack, der dann gerade so an der Temperaturgrenze schrammt. Kunstfaserschlafsäcke eignen sich am besten, wenn man in eher feuchtes Klima fährt, trocknen schneller und reagieren auf Feuchtigkeit nicht so empfindlich. Daune hingegen bringt mehr Wärme pro Gewicht, reagiert aber etwas empfindlicher auf Feuchtigkeit und will gut gelüftet werden.

Aufgrund des Gewichts (auf dem GR20 sind Schlafsack, Isomatte, Zelt und Gaskocher im Rucksack Pflicht) fiel die Wahl auf die Kombination aus der „Ultralight“ Isomatte von SeaToSummit und mit dem LiteLine 200 auf einen sehr leichten Schlafsack von Cumulus aus Polen.

Größenvergleich (von links nach rechts): MSR Freelit II Zelt, SeaToSummit Ultralight Isomatte, MSR Gaskocher, Cumulus LiteLine 200 Daunenschlafsack
Größenvergleich (von links nach rechts): MSR Freelite II Zelt, SeaToSummit Ultralight Isomatte, MSR Gaskocher, Cumulus LiteLine 200 Daunenschlafsack

Gewicht und Packmaß

Der gewählte Cumulus LiteLine 200 wiegt nur 535 Gramm und hält bis ca. 9 Grad Komforttemperatur warm (Grenztemperatur sind 4 Grad). Zusammengepackt ist der kleine Schlafsack nur mehr 12x22cm groß und braucht knappe 2,5 Liter im Rucksack. Zusammen mit der SeaToSummit „Ultralight“ Isomatte und dem Freelite II Leichtzelt von MSR waren es bei dann knappe 2 Kilo Gewicht für das komplette Schlafsystem.

Der Schlafsack kommt recht minimalistisch und angenehm schnörkellos daher: Es gibt 1. einen Schlafsack mit Kapuze und Reißverschluss, 2. einen kleinen Packsack und 3. eine größeren Packsack für die Lagerung bei nichtgebraucht. Der Schlafsack zieht einmal ausgebreitet schnell Luft und plustert sich auf. Wenn man dann den kleinen Packsack sieht, denkt man, das klappt nie. Mit beharrlichem Stopfen geht das ganze aber ähnlich einem Zaubertrick und der komprimierte Schlafsack findet in jedem noch so kleinen Rucksack Platz. Daheim sollte der Schlafsack dann aber nicht komprimiert, sondern in dem großen Packsack luftig gelagert werde,

Im Sommer bietet der LiteLine 200 beim Biwakieren und im Zelt ein gutes Klima, auch Wind wird vom Außenmaterial schon etwas abgehalten. An seine (Temperatur-)Grenzen stösst er Ende September/Anfang Oktober: Bei teilweise nur 5-6 Grad wie z.B. in Korsika, behält man entweder den Fleece-Pulli an oder nutzt ein Inlett wie den SeaToSummit Reactor, um die Temperatur im Schlafsack auf wohnliches Temperaturen anzuheben. Für mich waren die Nächte auch ohne Inlett noch auszuhalten. Verfrorene Typen sollten für herbstliches Wetter entweder ein Inlett mit einpacken oder von vornherein auf die wärmere Version LiteLine 400 ausweichen.

Ein einfacher Kordelzug zieht die Kapuze fest um den Kopf
Ein einfacher Kordelzug zieht die Kapuze fest um den Kopf

Ultraleicht für kleines Budget

Der Schlafsack bietet mit 195€ für einen ultraleichten Daunenschlafsack ein super Preis-Leistungsverhältnis. Auch nach intensivem Gebrauch behält der Außenstoff die Daunen im Inneren und die Verluste halten sich in Grenzen.

Die Produktion des Cumulus LiteLine findet übrigens in Polen statt. Auch die verwendete Gänsedaune kommt aus Polen. Trotz des geringen Preise sind auch bei Cumulus keine Daunen aus Lebendrupf im Einsatz, sondern nur Daune, die in der Fleischproduktion abfällt (Totrupf). Hier braucht man also trotz des Preises kein schlechtes Gewissen zu haben. Die Hülle des Schlafsacks besteht aus Pertex Quantum, einem sehr leichtem, wasserabweisender und trotzdem atmungsaktiver Stoff.

Abstriche muss man mit dem Sommer-Schlafsack meiner Meinung nach keine machen. Wer einen 3-Jahreszeiten-Schlafsack sucht, sollte ein paar Euro mehr investieren und die wärmere Version kaufen. Der Alex von Bergreif hat den LiteLine 400 getestet und stellt Ihn hier im Blog vor…

Der Schlafsack ist bis Größe 1,85m ausgelegt, es gibt aber auch eine XL-Variante des Schlafsacks zu kaufen. Wer noch etwas minimaler und leichtgewichtiger unterwegs möchte, findet im Cumulus Magic eine nur 254 Gramm leichte Variante, die nur die Kapuze einspart, ihre Grenztemperatur aber auch schon bei rund 10 Grad hat.

Kaufen?

Den Cumulus Lite Line gibt es für 195€ bei Trekking-lite-store.de oder direkt beim Hersteller Cumulus.

Der Cumulis LiteLine als gemütliches Nachtlager auf der Fähre.
Der Cumulis LiteLine als gemütliches Nachtlager auf der Fähre.

P.S.: Den Schlafsack haben wir regulär beim Trekking Lite Store erworben und bisher auf Touren in Korsika, beim Camping und Zelten und beim Biwakieren getestet. Vom Hersteller oder Online-Shop haben wir keinerlei Gegenleistung erhalten.

Autor

Thomas

Schon von klein auf viel in den Bergen unterwegs sind Wandern, Skitouren, Schneeschuhwanderungen und alles rund um die Berge meine Hobbies. Sozusagen der „Chef“ von mehr-berge.de ;-)

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