Einmal quer: Von Lenggries zum Tegernsee

Gipfelkreuz am Geierstein

Wer es mag, von A nach B zu wandern, dem sei diese schöne Tour über Geierstein (1491 m) und Fockenstein (1564 m), zwei kleinere Gipfel im Bayerischen Alpenvorland, ans Herz gelegt. Trittsicherheit und Kondition sind trotz geringerer Höhe gefragt.

Die Tour beginnt in Lenggries in der Nähe der Hohenburg und des Wanderparkplatzes am Hirschbachtal. Praktischer ist es natürlich, mit dem Zug anzureisen, da sich Start- und Endpunkt der Tour unterscheiden und man sonst erst wieder mit der Bahn zum Ausgangsort bzw. Parkplatz zurückfahren müsste.

Nebel am Schlossweiher
Nebel am Schlossweiher

Wir beginnen am Bahnhof in Lenggries und müssen noch gute 20 Minuten durch den Ort laufen, um zum Einstiegspunkt der Tour zu gelangen. Vor dem Schloss Hohenburg biegt man links ab, ein Hinweisschild zeigt hier bereits den Weg zum Geierstein an. Nach einem kurzen Stück bergauf kommt man am Schlossweiher vorbei, den wir rechts liegen lassen, um dann links am Fuß des Waldes gleich steil in die Tour einzusteigen. Hier ist die Tour noch sonnengeschützt, da der Wald das Licht gut abhält. Der Weg schlängelt sich teils sehr steil, teils in Kehren durch den Wald nach oben. Einige steile Passagen später wird man bereits mit einem ersten Ausblick ins Tal und die gegenüberliegenden Berge belohnt. Weiter nach oben gehend, muss man allerlei Wurzeln und Trittstufen überqueren, der Steig wird immer wieder sehr schmal und abschüssig.

Im Wald beim Aufstieg
Im Wald beim Aufstieg

Ab und zu muss man ein wenig nach den Markierungen suchen, damit man nicht falsch abbiegt, aber generell ist der Weg ganz gut zu finden. Weiter oben passiert man einige Felsen, an denen man rechts herum weiter steil nach oben steigt und größere Tritte überwinden muss. Teilweise ist hier auch kurz Handeinsatz gefragt. Die Stellen sind ein zwei Mal ganz leicht ausgesetzt, man sollte also Trittsicherheit mitbringen. Kurz vor dem Gipfel geht es noch mal mit einigen Kraxeleien steil nach oben, man passiert einen kleinen Aussichtspunkt Richtung Lenggries blickend und marschiert weiter über Felsen und Wald auf den Gipfel. Oben angekommen hat man die Wahl zwischen einigen gemütlichen Pausenplätzen mit bestem Blick auf die Berge. Wenn es viel Nebel im Tal hat, kann eine wunderschöne Wolkenküche bestaunt werden.

Nebelkueche
Nebelkueche

Der Abstieg Richtung Fockenstein hat auch nochmal einige leicht ausgesetzte bzw. sehr enge Pfadpassagen zu bieten, bei denen man Hände und Konzentration nutzen muss. Vom Geierstein aus wandert man hierfür weiter Richtung Osten am Gipfel entlang. Nordöstlich steigt man dann vom Geierstein ab. Wir verlieren wieder einige Höhenmeter, um zur Gabelung Richtung Fockenstein zu gelangen. Will man nur eine kurze Rundtour machen, kann man hier den alternativen Abstieg zurück Richtung Lenggries wählen. Wir gehen jedoch weiter Richtung Fockenstein und Bad Wiessee, nehmen an der Wegkreuzung deshalb die Abzweigung nach rechts und steigen im Wald nochmal einige Meter ab und folgen dann dem Weg geradeaus.

Blick Richtung Alpen
Blick vom Geierstein Richtung Alpen

An einer Lichtung angekommen, nehmen wir den breiten Forstweg weiter geradeaus (nicht den Abzweig nach rechts, hier gibt es kein Schild). Der Weg führt dann ein bisschen bergauf, bevor es dann im Wald wieder steil nach oben geht. Da man schon einiges an Strecke hinter sich hat, geht das noch mal etwas an die Kondition. Oben auf der Lichtung angekommen, überqueren wir die Wiese und haben bereits erste Sicht auf unser zweites Ziel: den Fockenstein. Bis hierhin hatten wir eine recht einsame Tour, am Fuße des Fockensteins nimmt die Frequentierung aber bereits zu, da der Gipfel eine beliebte Tagestour von Bad Wiessee aus möglich macht.

Am Gipfel
Am Gipfel des Fockensteins

Nach der breiten Wiese geht es in der nachmittäglichen Sonne etwas bergauf, dann wird der Weg wieder schmaler und führt über einige felsige Passagen nach oben. Dabei passieren wir ein schönes Steintor und müssen noch einmal kurz mit wenig Handeinsatz am Berg hochkraxeln. Danach ist man nach wenigen Tritten am Fockenstein. Hier geht es nicht mehr ganz so ruhig zu wie am Geierstein, aber der Ausblick auf den Tegernsee und das Alpenvorland ist natürlich auch hier sehr schön – auch wenn die Nebelküche den wirklichen Ausblick versperrt.

Blick zur Aueralm
Blick zur Aueralm

Das Plateau bietet viel Platz, sodass jeder ganz gut dort oben Pause machen kann, ohne aufeinander zu sitzen. Vom Fockenstein aus wandert man dann weiter zur Aueralm, auch hier geht es erst noch einmal steiler bergab, der Steig ist etwas schmaler jedoch ganz gut zu bewältigen. Durch einige Kehrungen im Wald verliert man schnell an Höhe. Auf der Lichtung angekommen, haben wir schon die Aueralm (1269 m) im Blick, bei der man sich noch stärken kann. Hier muss man sich meistens auf lange Schlangen einstellen, weil die Alm beliebtes Ziel für viele Mountainbiker ist. Der Abstieg geht dann weiter durch den Wald, hier gibt es zwei Varianten, die sich zeitlich jedoch nicht viel schenken. Der Weg wird ab hier zum breiten Forstweg und ist deshalb sehr einfach zu gehen. Zum Schluss wandert man noch kurz am Söllbach mit einigen kühlen Gumpen entlang. In Bad Wiessee angekommen, muss man noch etwa 10 Minuten durch den Ort zur Kirche laufen, um zur Bushaltestelle zu gelangen. Der Bus bringt einen dann an den Bahnhof in Gmund, von wo aus man dann wieder Richtung München fahren kann.

Zur Aueralm
Zur Aueralm

Die Wanderung ist eine schöne Tagestour, bei der man seine Ausdauer auf längeren Strecken testen und sehr schöne Ausblicke auf den beiden Gipfeln genießen kann. Aufgrund der geringeren Höhe kann man die Tour auch gut im Frühjahr oder im Spätherbst noch einplanen.

Karte: Kompasskarte 8, Tegernsee, Schliersee, Wendelstein

Dauer der Tour: ca. 5 Stunden (je nach Pausen)

Länge: ca. 17km

Höhenmeter: ca. 1.000 Höhenmeter

Schwierigkeit: Kondition und Trittsicherheit müssen vorhanden sein, ansonsten eine Tour mittleren Schwierigkeitsgrades

Anfahrt: 

mit dem Auto: Hohenburg Lenggries, gebührenpflichtiger Wanderparkplatz am Hirschbachtal

mit dem Zug: BOB nach Lenggries und dann 25 Minuten Fußweg zum Ausgangspunkt, vom Endpunkt aus mit dem Bus von Bad Wiessee nach Gmund und zurück mit der BOB nach Lenggries oder München

Autor

Stefanie Singer

Bergwandern hab ich in der Schule für mich entdeckt: Mit dem Schullandheim in Berchtesgaden und dann bei der Abifahrt auf dem Sentiero della Pace (Friedensweg). Von Konstanz aus war ich in den Schweizer Bergen unterwegs und ein Freund hat meine Liebe zu den östlichen Gebirgen geweckt: Hohe und Niedrige Tatra, Beskiden etc. Ansonsten fahr ich zum Wandern gern nach Norwegen, Irland und Schottland. An den Wochenenden genieß ich, was die Alpen in Deutschland, Österreich und Südtirol zu bieten haben.

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