Heilbronner Höhenweg mit Verlängerung

Heilbronner Höhenweg

Als eine der „Königstouren“ der Ostalpen gilt der Heilbronner Höhenweg zwischen Rappenseehütte und Kemptener Hütte entlang des Hauptkamms Allgäuer Alpen. Zwar als Klettersteig ausgewiesen, aber eigentlich besser ohne Kletterteigset zu begehen findet der erfahrene Bergwanderer hier eine ausgesetzte Gratwanderung mit kürzeren Kletterstellen.

Am besten wegen der Aussicht (und glitschigen Felsen am Grat) bei schönem Wetter zu begehen. Aufgrund der Lage der Kemptener Hütte am E5 Oberstdorf-Meran, Heilbronner Weg, etc. lohnt es sich, die Tour unter der Woche zu machen oder bereits wenn die ersten Hütten schon geschlossen haben und noch kein Schnee liegt (Oktober ;-)

Aufstieg zur Rappenseehütte

Wer mit der Bahn anreist, nutzt den öffentlichen Bus in Richtung bis zur Nebelhornbahn. Mit dem Auto am besten am Parkplatz „Renksteig“ parken. Dann folgt man der Strasse vorbei an der Nebelhornbahn in die Birgsau. Der Fußweg beginnt am hinteren Ende des Parkplatzes links. Hier folgt man der Beschilderung in Richtung „Birgsau“/„Einödsbach“. Vorbei an der Petersalpe und Enzianhütte geht es in rund 4 Stunden auf die Rappenseehütte. Übrigens die größte Hütte des deutschen Alpenvereins. Hier übernachtet man bestenfalls, um am nächsten Tag -mehr oder minder- frisch und ausgeruht zum zweiten Teil der Tour zu starten.

Der Heilbronner Höhenweg

Dei eigentliche Höhenweg beginnt mit dem Aufstieg zur kleinen Steinscharte und dauert von Hütte zu Hütte rund 7 Stunden. Hierbei bewegt man sich komplett oberhalb der Waldgrenze im Fels, Schutt und Gestein und immer wieder einmal in Deutschland und dann wieder in Österreich. Einen „Notausstieg“ gibt es 1x in Richtung Roßgumpenalpe/Madau und 1x in Richtung „Waltenberger Haus“ bevor der Weg in Richtung Bockkarkopf und Bockscharte ansteigt.

Das Hohe Licht

Direkt am Einstieg startet rechts auch schon die erste Erweiterung des Höhenwegs: Hier kann man in rund 45 Minuten Stunde auf das 2661 Meter hohe „Hohe Licht“ steigen, der Abstieg ist mit rund 15-20 Minuten etwas kürzer als der Aufstieg. Vom Hohen Licht genießt man bei gutem Wetter eine Herrliche Aussicht über die Allgäuer Alpen bis hinüber zum Alpenhauptkamm mit seinen weißen Gletschern und auch hinüber ins Lechtal und in Richtung Arlberg.

Zurück auf dem Heilbronner Höhenweg steigt man links dem Weg folgend durch das „Heilbronner Thörle“ und folgt dem Weg weiter bergauf über eine Scharte und folgend einer Eisenleiter zum Steinschartenkopf (2615m) hinauf. Es folgt gleich noch eine Stahlbrücke, die die Erbauer wohl eingebaut haben, um dem Ruf als „Klettersteig“ gerecht zu werden. Man folgt dem Weg nun über den Kamm, steigt auf der anderen Seite wieder hinab, wo ein Weg in Richtung „Waltenberger Haus“ auch als Notabstieg dient. Viele Wanderer nutzen auch die Abkürzung über das Waltenberger Haus um den Heilbronner Weg auf einen Tag abzukürzen.

Nun geht es wieder teils Stahlseil-gesichert hinauf auf den Bockkarkopf (2608). Von diesem blickt man direkt auf die Mädelegabel und hinunter bis zum Waltenberger Haus. Nach dem Abstieg am Seil zur Bockkarscharte kann man sich nochmals entscheiden: Abstieg zum Waltenberger Haus oder weiter in Richtung zur Mädelegabel und Kemptener Hütte.

Der Weg zur Kemptener Hütte quert im Anschluss unterhalb der Mädelegabel den Rest des Schwarzmilzferners (ohne Spalten ;-) Hier kann man sich je nach Kondition und Wetterlage entscheiden, ob man noch links dem Weg durch Geröll und Schutt auf die Mädelegabel folgt oder direkt dem Weg weiter östlich zur Kemptener Hütte folgt.

Die Mädelegabel

Der Aufstieg zur Mädelegabel zweigt nach dem Schwarzmilzferner nach links ab und ist markiert. Man muss aber durchaus auf die Markierungen achten, um den Weg zu finden. Im Fels geht es dann ohne Drahtseile aber mit Händen und Füßen bergauf bis auf 2.644m.

Kemptener Hütte und Abstieg über die Spielmannsau

Nach dem Abstieg von der Mädelegabel folgt man wieder dem Weg in Richtung Kemptener Hütte, vorbei an einem kleinen Bergsee, unterhalb des Kratzers bis zum Mädelejoch. Weiter nach links im Abstieg bis zur Hütte, die bald in Sicht kommt.

Nach einem Bier hat man wieder die Qual der Wahl: Entweder Abstieg durch den Sperrbachtobel in die Spielmannsau und weiter nach Oberstdorf zum Parkplatz – oder man bleibt noch eine Nacht auf der gemütlichen -aber viel besuchten-Kemptener Hütte und „verlängert“ die Tour noch um einen Tag und besteigt am nächsten Tag noch das Kreuzeck und das Rauheck in einer wunderbaren aber durchaus anstrengenden Gratwanderung.

 

Verlängerung über Hocheck und Kreuzeck

Von der Kemptener Hütte startet man bereits auf 1884m Höhe und quert ca. 1 Stunde den östlich der Hütte gelegenen Hang unterhalb des Muttlerkopf und der Krottenspitzen bis auf den Fürschießersattel (2208m). Von hier steigt man hinter den Krottenspitzen steil an Drahtseilen hinab ins „Märzle“.

Von hier in stetem bergauf-bergab hinauf auf das Kreuzeck (2386), hinab in den Sattel (2261m) und immer dem Grat folgend hinauf zum Rauheck (2384m). Wer etwas Glück hat, kann hier Steinböcke in ganz nah erleben. Der Weg kann auch durch einen Abstieg vom Kreuzeck über den Bettlerrücken meist weglos zur Traufbergalpe und in die Spielmannsau abgekürzt werden.

Der Abstieg vom Kreuzeck erfolgt wieder dem Grat folgend bis zum Alpelsattel (1780m) vor dem Höfats und dann links in Richtung Dietersbachalpe (1325m) und Dietersbachtal. Vorsicht beim Abstieg: Rutschgefahr! Ab der Dietersbachalpe dann auf dem Fahrweg hinunter bis Gerstruben (Einkehr?).

Von Gerstruben entweder der Fahrstrasse folgend oder besser dem schönen Weg durch den Hölltobel (Aussichtsplattformen mit Aussicht auf den Wasserfall) folgend wieder ins Tal. Hier dann dem allgemeinen Jubel & Trubel folgen und links in Richtung Golfplatz und Parkplatz „Renksteig“. Wer sein Auto an der Nebelhornbahn abgestellt hat, kann von hier entweder mit dem Bus zurück zum Auto oder entlang des Flusses zurück laufen.

Klettersteigset ja oder nein?

Wir hatten eines dabei, dieses aber nicht benutzt. Ich war aber mit einem weniger erfahrenen Bergwanderer unterwegs, der bisher keine Erfahrung im Hochgebirge hatte. Deshalb war es mit lieber, das Klettersteigset als „Sicherheitsreserve“ für eine eventuelle Blockade dabei zu haben. Wer schon mal einen Klettersteig gegangen ist, wird das Klettersteigset wohl eher daheim lassen.

Passender Reiseführer

Die Königstouren der Ostalpen, Michael Pröckel, Bruckmann Verlag

Eine detaillierte Beschreibung des Heilbronner Höhenwegs mit Abstecher auf den Großen Krottenkopf findet Ihr auch im Bergzeit Magazin.

Autor

Thomas

Schon von klein auf viel in den Bergen unterwegs sind Wandern, Skitouren, Schneeschuhwanderungen und alles rund um die Berge meine Hobbies. Sozusagen der „Chef“ von mehr-berge.de ;-)

1 Kommentar

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