Inselwandern an der Côte d`Azur: Port-Cros

Ein Ausflug auf die Insel Port-Cros zeigt wilde Schönheit – sowohl an Land als auch im Wasser. Nach der kurzweiligen Besteigung des 194m hohen Mont Vinaigre lädt ein genialer Strand zum Schnorcheln. Direkt am Strand gibt es hunderte Fische aus nächster Nähe zu begutachten, Schwimmbrille und Schnorchel sind von Vorteil aber nicht unbedingt notwendig!

Ein Urlaub an der Côte d`Azur lädt natürlich zum Baden an den Schönen Stränden ein, zum Flanieren durch kleine französische Orte oder zu Wanderungen im Hinterland, wie z.B. in den Gorges du Verdon. Schöner ist es natürlich, die Wanderung mit einer kleinen Schifffahrt zu verbinden und ein Erlebnis für die ganze Familie daraus zu gestalten. Vor der Küste laden die drei Inseln der „Îles d’Hyères“ (die Inseln von Hyères) zu kurzweiligen Wanderungen über wilde Inseln ein. Wir haben uns diesmal die kleinste, der drei Inseln, die „Port-Cros“ herausgesucht.

Der kleine Ort „Port-Cros“
Der kleine Ort „Port-Cros“

Vom schönen, kleinen Örtchen „Le Levandou“, in dem wir schon mehrmals die Herbstferien und den Sommer ausklingen haben lassen, nehmen wir morgens die Fähre hinüber in das naturgeschützte Eiland.

1963 wurde das Eiland von der damaligen Eigentümerfamilie an den französischen Staat überschrieben, unter der Auflage, dass hier ein Nationalpark entstehen sollte. Fast hundert Jahre später ist hier ein einzigartiger Naturpark entstanden, der den Wanderer, aber auch die Schnorchler und Taucher anzieht: Durch ein Netz an Pfaden lässt sich die Insel zu Fuß erkunden, entweder in einer 3-stündigen Südschleife über den Mont Vinaigre und den Südstrand, oder über eine 4-stündige Ostschleife über die ehemaligen Forts und Befestigungsanlagen hinüber zum Strand „Port-Man“. An den Stränden kann man schwimmen, schnorcheln und tauchen.

Wir folgen der „Route des Cretes“
Wir folgen der „Route des Cretes“ hinauf zum Mont Vinaigre

Wir wählen heute mit Kind und Kegel den 3-stündigen Rundkurs in Richtung Mont Vinaigre, verlassen den kleinen Hafen mit seinen Restaurants und Bars und nehmen den Weg in Richtung des ehemaligen Herrschaftssitzes. An ihm vorbei geht der Weg in den Wald und für uns links hinauf zum Mont Vinaigre. Mit 194 Metern Höhe kein Riese, aber der höchste Punkt der Insel. Die Pfade sind gut zu begehen, aber festes Schuhwerk (zumindest in Form festerer Trekkingsandalen) hilfreich.

Die wilde Südküste der Insel
Die wilde Südküste der Insel

Wir genießen nach knapp einer Stunde wandern den Rundblick und vor Allem die Aussicht auf die steile und wilde Nordküste bevor wir dem Pfad in Richtung Südstrand folgen. Der Weg geht nun immer begab entlang der ruhen Küste und offenbart immer wieder neue Ausblicke auf die umtosten Felsen unten am Wasser.

Abstieg in Richtung Südstrand
Abstieg in Richtung Südstrand

Nach einer weiteren Stunde gehen öffnet sich vor uns die kleine Bucht des Südstrands. Azurblaues Wasser, umrahmt von einigen roten Felsen. Im Wasser sieht man schon vom Strand aus die Doraden, die sich unter Wasser beim Schnorcheln nicht einmal gestört fühlen, sondern eher noch auf den Schnorchler zuschwimmen und diesen interessiert (und manchmal auch offensichtlich gelangweilt) beäugen.

Es ist Anfang September und doch gefühlte Nachsaison. Der Strand ist nicht allzu gut gefüllt und gut Platz für uns. Im Wasser schwimmen nur wenige und so haben wir die Unterwasserwelt fast für uns alleine. Wir schnorcheln etwas hinaus, tauchen zwischen Fischschwärmen an Doraden und erkenne diverse andere Fische – schwarz getupft, gelb gestreift, mal rund und dick, mal platt wie eine Flunder.

Der Südstrand - ideal zum Schnorcheln und Tauchen
Der Südstrand – ideal zum Schnorcheln und Tauchen

Zurück am Strand machen wir Brotzeit. Typisch Französisch mit Baguette, Wurst und Käse. Dann lassen wir uns noch die Sonne auf den Bauch scheinen, bevor wir uns auf den kurzen Weg zurück in Richtung Strand machen.

Wir genehmigen uns noch ein Eis und eine „Coca“ in der Bar, bevor uns die Fähre wieder mit hinüber zum Festland nimmt. Nur wenige Hotels und Übernachtungsmöglichkeiten bestehen auf der Insel und so bleibt das Naturschutzgebiet in der Nacht ruhig und fast alleine zurück.

Fähre

Verbindungen zur Insel Port-Cros (und den Nachbarinseln Porquerolles und Levant) gibt es von Le Lavandou, Saint-Tropez, Hyères und La-Tour-Fondue (aus der Halbinsel Giens) mehrfach täglich. Preise von Le Lavandou: Erwachsene 28€, Kinder 22,60€. Fahrtzeit ab Le Lavandou: 35min. Mehr Infos unter: www.vedettesilesdor.fr

Anfahrt

Le Lavandou und die Côte d`Azur erreicht von Süddeutschland man entweder über Mailand- Genua – Nizza – Toulon oder Lyon – Aix-en-Provence – Toulon.

Übernachtung

Diverse Hotels und Ferienwohnungen in Le Lavandou (z.B. in Saint-Clair). Campingplatz Caravan St. Clair (nur Womo oder Wohnwagen, keine Zelte) oder Camping du Domaine in Bormes-les-Mimosas.

Auf der Insel: Hotel Le Manoir (ab 220€ pro Zimmer/Nacht)

Verpflegung

Auf Port-Cros gibt es einen kleinen Ort mit diversen Restaurants und auch einen kleinen, versteckten „Supermarkt“ (Epicerie)

Autor

Thomas

Schon von klein auf viel in den Bergen unterwegs sind Wandern, Skitouren, Schneeschuhwanderungen und alles rund um die Berge meine Hobbies. Sozusagen der „Chef“ von mehr-berge.de ;-)

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