Feinste Schafswolle für unten drunter

Etwas später: Nacktes Schaf

Vor rund 10 Jahren waren wir auf „Hochzeitsreise“ für sechs Wochen in Neuseeland unterwegs. Und Neuseeland ist das Land der Schafe. Hier leben mit 60 Millionen Schafen rund 20x so viele Schafe wie Einwohner. Unterwegs auch mehr Schafe als Leute – weiße Schafe, graue Schafe und schwarze Schafe. Wir haben Schafe gefangen, die aus Ihrem Revier ausgebrochen sind, haben weiche Lämmchen in den Händen getragen und bei der Schafschur zugesehen.

Die feine Wolle der neuseeländischen Schafe ist aber nicht nur für die neuseeländischen Schafe die beste Isolation und „zweite Haut“, sondern auch für aktive menschliche Wesen. Merinowolle wirkt feuchtigkeitsregulierend und atmungsaktiv.

Merinowolle: Klimaregulierend, atmungsaktiv und antibakteriell

Die Oberfläche der Wollfaser stösst Wasser ab, im Inneren der Wolle kann aber Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf aufgenommen werden und die Wolle unterstützt so die Kühlung des Körpers auf ganz natürliche Weise.

Im Gegensatz zu den aktuellen Kunstfasern fängt Merinowolle auch nach mehreren Tagen unterwegs nicht zu stinken an. Dafür verantwortlich sind bestimmte Enzyme in der Wolle, die antibakteriell wirken. Nachts auslüften reicht, das ist wohl auch der Grund, weshalb Schafe zumeist komplett draussen gehalten bzw. zum auslüften draussen stehen ;-)

In 30 Sekunden vom Merinoschaf zur Merinowolle

Merino Sportkleidung „Made in Germany“

Diesen Vorteil hat Frank Selter von Kaipara Merino Sportswear aus Donauwörth schon 2011 auf einer Reise nach Neuseeland erkannt und importiert seitdem die Merinowolle bester Qualität, um diese in Schneidereien im Allgäu und auf der Schwäbischen Alb in feinste Unterwäsche zu verarbeiten. Er hätte ja gerne deutsche Wolle verwendet, diese hat aber leider einfach nicht die gewünschte Feinheit und würde auf der Haut scheuern. Auch einen mittelständischen Produzenten in Deutschland zu finden, der zum Konzept passt, war gar nicht so einfach, da ein Großteil der Textilindustrie in den 70er und 80er Jahren ins günstigere Ausland verlagert wurde und somit auch das KnowHow mit abgewandert ist.

Das Kaipara Merinoshirt als Baselayer

Wir haben ja in unserem Adventskalender eines der Shirts verlost, um euch das persönliche Testen zu ermöglichen. Noch besser für uns war natürlich unser eigenes Kaipara Zip Neck Shirt aber als Baselayer auf Skitour, beim Schneeschuhlaufen oder Wandern.

Das Zip Neck Shirt, das wie ein klassischer Ski-Rolli geschnitten und mit Reißverschluss an der Brust ausgestattet ist, liegt mit seinem schmalen Schnitt gut am Körper an, durch die hochqualitative Merinowolle trägt sich das Shirt sehr bequem – kein Kratzen, kein Scheuern. Durch den Reißverschluss kann man auch das Klima nochmal etwas regulieren und bei schlechterem Wetter den Hals vor Zug schützen.

Das Shirt trocknet auch schnell wieder. Auf unserer Skitour zum Rotwand-Haus war nach einer halben Stunde in der Hütte das Shirt schon wieder trocken und ich somit auch ohne Umziehen wieder startfähig. Mehr Zeit also für den leckeren Kaiserschmarrn ;-)

Robustheit von Merinokleidung

Merino-Unterwäsche hat ja den Ruf, nicht allzu robust zu sein. Vor Allem mit meiner Bergans Solele Unterhose in 150er Merino hatte ich kein großes Glück, diese zeigte schon nach mehrmaligen Waschen erste Ermüdungserscheinungen/Löcher (sehr unpraktisch in einer Sportunterhose). Robuster fand ich die Super.Natural Base Mid Boxer 175, die aus einem Mischgewebe aus Merinowolle und Kunstfaser gewebt ist. Bei den Kaipara-Shirts konnte ich diese Materialermüdung nach einem halben Jahr immer wieder auf Tour und immer wieder auch in der Waschmaschine nicht nachvollziehen.

Meistens reicht das Auslüften der Shirts an der frischen Luft. Die 200er Qualität hält hier auch mal Stand, wenn das Shirt mit der „normalen“ Wäsche gewaschen wird. Sonst sollten die Kaipara Shirts im Idealfall bei 40° Celsius im Wollwaschgang oder Feinwaschgang gewaschen werden. Eine Handwäsche ist natürlich auch gut möglich. Empfohlen sind Wollwaschmittel, keine Vollwaschmittel oder Bio-Waschmittel mit Enzymen.

Getrocknet werden die Shirts am besten an der frischen Luft, es kann aber bei niedriger Temperatureinstellung auch ein Trockner verwendet werden. Gebügelt werden müssen die Shirts eigentlich nicht, man könnte aber… ;-)

Bei den genannten Nummern wie 150/175/200 handelt es sich übrigens nicht um eine Qualitätsbezeichnung sondern um das Warengewicht des Stoffes, also das Gewicht pro Quadratmeter. Je höher das Gewicht, desto schwerer und auch wärmer ist der Stoff.

Fazit

Ein Kaipara Shirt ist keine allzu günstige Anschaffung (kurzarm ab 65€, langarm ab 80€, Boxershorts für 45€), aber definitiv das Geld wert. Die Merino-Shirts liegen schön weich auf der Haut und scheuern nicht, stinken nicht und sind für Merino sehr robust.

Wer noch was für den anstehenden Sommer sucht, für den finden sich im Kaipara Online-Shop Shirts in kurz und lang und natürlich auch Boxershorts.

Kaipara Merino Klamotten sind nur im Direktversand über den Kaipara Online-Shop oder auf verschiedenen Messen erhältlich.

 

P.S. Die Shirts wurden uns von Kaipara zum Test bereitgestellt,
auf unsere Bewertung hatte dies aber keinen Einfluss.

Autor

Thomas

Schon von klein auf viel in den Bergen unterwegs sind Wandern, Skitouren, Schneeschuhwanderungen und alles rund um die Berge meine Hobbies. Sozusagen der „Chef“ von mehr-berge.de ;-)