Muttertagsausflug zum Spitzingsee: Von der Schönfeldhütte zum Rauhkopf

Das Almgelände der Schoenfeldhuette

Muttertage sind Stress. Entweder die Kinder sind genervt, weil die Frau Mama mal im Vordergrund stehen soll oder die Mama ist genervt, weil doch wieder alles läuft wie immer.

Wir haben uns dieses Jahr entschlossen, den Muttertag etwas anders zu verbringen. Dazu habe ich über den Eichstätter Alpenverein zu einer Tour an den Spitzingsee eingeladen und drei Familien mit Kindern zwischen 4 und 10 Jahren haben sich angemeldet. Auf dem Plan stand ein gemütlicher Aufstieg zur Schönfeldhütte mit Übernachtung auf derselben und am zweiten Tag dann die Überschreitung des Rauhkopfes hinüber zur Taubensteinbahn, um mit dieser den Abstieg in knieschonender und kindgerechter Manier zu gestalten.

Start bei Nieselregen
Start bei Nieselregen

Tag 1: Aufstieg zur Schönfeldhütte

Treffpunkt war der Parkplatz an der Kirche am Spitzingsee. Für die Kinder ging es nach zwei Stunden Autofahrt zuerst einmal an den See und zum Spielplatz. Schon mal etwas ausgetobt starten wir den Aufstieg. Aufgrund des unsicheren Wetters wählen wir den Aufstieg auf der Schwarzenkopfstraße. Diese führt vom See geteert bis vor die Haustür der Schönfeldhütte. Zum Glück geht es zwischendurch auch mal ein Stück querfeldein und ein paar Restschneefelder für eine zünftige Schneeballschlacht, damit es für die Kinder nicht allzu langweilig wird. Bis zur Schönfeldhütte hat sich nach knapp zwei Stunden Aufstieg inkl. kleiner Brotzeit unterwegs das schlechte Wetter dann mittlerweile in Wohlgefallen aufgelöst – gut, wenn man dem Wetterbericht nicht alles glaubt.

Vom Spitzingsee über den Schwarzenkopfweg zur Schoenfeldhuette
Vom Spitzingsee über den Schwarzenkopfweg zur Schönfeldhütte

Die Kinder tollen auf der Wiese vor dem Haus und bouldern auf den umliegenden Felsen während die Erwachsenen die Terrasse belegen und sich das erste Feierabendbier genehmigen.

Die Taubensteinbahn
Die Taubensteinbahn

Die Schönfeldhütte ist ein gemütliches Haus: Bei insgesamt 36 Schlafplätzen – verteilt auf 1 Matratzenlager mit 10 Plätzen; 3 Zweibett-, 2 Dreibett-, 2 Vierbett- und 1 Sechsbettzimmer – kommt keine Hektik auf. Die meisten Besucher kommen doch tagsüber für einen leckeren Braten oder den exzellenten Kaiserschmarren herauf. Entweder extra zu Fuß, beim Abstieg von Rotwand, Taubenstein, Aiplspitz, Jägerkamp oder mit dem Bergrad vom Spitzingsee. Abends füllen dann die wenigen Übernachtungsgäste den Gastraum gerade so aus und es wird ruhig auf der Hütte.

Lecker: Der Kaiserschmarrn auf der Schoenfeldhuette
Lecker: Der Kaiserschmarrn auf der Schönfeldhütte

Nach dem leckeren Schweinebraten und zwei, drei Bier und einigen Spielen mit den Kindern geht es samt der Kinder hinauf ins Matratzenlager, das wir heute für uns haben und der Tag findet seine Ruhe.

Tag 2: Über den Rauhkopf zur Taubensteinbahn

Am nächsten Morgen geht es in unserem Matratzenlager geschäftig zu: Zuerst die Hüttenschlafsäcke einrollen, die Decken aufräumen, die Rucksäcke packen, dazwischen etwas zu viele Personen für das kleine Matratzenlager. Nach dem gemeinsamen Frühstück stehen wir alle wieder gesammelt vor der Hütte und genießen den Ausblick in Richtung Rauhkopf und Taubenstein.

Blick zurück zur Schönfeldhütte und zum Blankenstein
Blick zurück zur Schönfeldhütte und zum Blankenstein

Der Rauhkopf ist auch unser Tagesziel, das heute sogar unsere kleinen selbst laufend erfahren sollen. Dazu steigen wir erst ein Stück zur Rauhkopfhütte ab um dann größtenteils weglos den Weg hinauf zum unscheinbaren Gipfel zu finden. Die großen Kinder nehmen die kleinen an die Hand und zeigen ihnen den Weg, manche Pflanze und zwischendrin auch mal ein Tier. Ab der Senke zwischen Schnittlauchmoosalm links und Rauhkopf rechts geht es am steil abfallenden Grat entlang und man sieht die „wilde Seite“ des Rauhkopfs.

Blick in Richtung Wendelstein
Blick in Richtung Wendelstein

Den Gipfel und den steilen Abhang links im Blick stürmen die Kinder voll motiviert hinauf. Kurz unterhalb des Gipfels wird es richtig spannend für Kinder (und auch die etwas nervösen Mamis): Eine kurze ausgesetzte Stelle vor dem Gipfelaufbau will überwunden werden. Letztendlich schaffen es alle und wenige Augenblicke später sitzen wir alles zusammen auf dem Gipfel, machen eine kleine Pause und genießen den Ausblick in Richtung Wendelstein, Taubenstein, Rotwand und hinüber ins Karwendel. Von hier aus wäre die Taubensteinhütte das ideale Zwischenziel, die Hütte öffnet dieses Jahr aufgrund eines Pächterwechsels aber erst später.

Der Gipfel des Rauhkopf
Der Gipfel des Rauhkopf

Für uns geht es nach einem kurzen Abstieg hinauf zur Bergstation der Taubensteinbahn. Von hier fahren die Papas und Kinder mit der schönen, alten Kabinenbahn hinab zum See, während die Damen an ihrem Tag den Abstieg zu Fuß über die Maxlraineralm zur Albert-Link-Hütte wählen.

Für Papas und Kinder: Es geht mit der Bahn abwärts
Für Papas und Kinder: Es geht mit der Bahn abwärts

An der Albert-Link treffen wir uns alle wieder: Die Kinder genießen eine Portion Pommes und den großen Spielplatz an der Hütte, während wir den Tag bei einem Bierchen auf der sonnigen Terrasse ausklingen lassen.

Ausklang an der Albert-Link-Hütte
Ausklang an der Albert-Link-Hütte

Info

Anreise:

München – A9 bis Ausfahrt Weyarn und über Schliersee an den Spitzingsee. Parken (kostenpflichtig) am Spitzingsattel, an der Taubensteinbahn oder an der Kirche.

Übernachtung

Schönfeldhütte des DAV plus, ganzjährig geöffnet.
Aufgrund ihrer Lage im Almgelände der Schönfeldalm und auch wegen des bequemen Zugangs ist die Schönfeldhütte ideal für Familienaufenthalte geeignet. Vom Spitzingsattel ist sie in einer Stunde zu erreichen; wer die Taubensteinbahn nimmt, steigt in 30 Minuten zur Hütte ab. Im Winter ein beliebtes Touren Ziel für Schneeschuh- und Tourengeher.

Literatur

DAV-Karte; Mangfallgebirge Mitte, Spitzingsee, Rotwand

Autor

Thomas

Schon von klein auf viel in den Bergen unterwegs sind Wandern, Skitouren, Schneeschuhwanderungen und alles rund um die Berge meine Hobbies. Sozusagen der „Chef“ von mehr-berge.de ;-)

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