Schneeausflug auf den Pendling

Pendling: Gipfel-Panorama

Wenn der Schnee in den Bergen nicht aufhört, muss man sich eben leichtere Routen aussuchen, um trotzdem an ein bisschen Gipfelglück zu kommen. Der Pendling (1563 m) bei Kufstein eignet sich für so einen kleinen Ausflug ganz gut. 

Los geht es am gebührenpflichtigen Parkplatz am Gasthaus Schneeberg (995 m), vorbei am Rodelstand hinauf an den Ausläufern der Rodelbahn entlang. Es geht gleich recht steil los, der Weg ist aber nicht schwierig, sondern sehr breit und gut zu gehen. Schon hier sind wir von der Schneepracht komplett begeistert: jede einzelne der Laternen, die normalerweise die Rodelbahn ausleuchten, hat eine eigene Schneehaube verpasst bekommen. Nach einigen Kurven zweigt ein schmalerer Pfad in den Wald ab, sodass man die Rodelbahn verlässt und einen Weg durch die verschneiten Bäume nehmen kann. Auch hier geht es recht steil weiter – links werden die ersten schönen Ausblicke auf die deutsche Voralpenseite frei. Die angezuckerten Berge haben auch im April noch ihren Charme, wenn man sich vielleicht schon andere Bergtouren erhofft hat. Der Weg schraubt sich in einigen Serpentinen weiter nach oben. Dabei passiert man eine große Felswand die mit vielen langen Eiszapfen geschmückt ist. Recht bald erreicht man eine Abzweigung, auf der ein breiter Forstweg kreuzt, wir nehmen die Abzweigung mit dem kleinen Pfad, der als „Pendling über Fußweg“ ausgeschildert ist. Mit großen Schritten im tiefen Schnee stapfen wir nach oben und genießen den Ausblick über Kufstein und Inntal hin zu den österreichischen Alpen mit dem Massiv des wilden Kaisers.

Hier haben wir schon den ersten Gipfelpunkt erreicht, das erste, alte Gipfelkreuz ist ein bisschen nach hinten versetzt, aber trotzdem kann man den Ausblick genießen. Auch sind wir ganz alleine hier am Gipfel, das macht die Winterlandschaft natürlich nochmal besonders. Ab hier sind keine Spuren mehr im Schnee zu finden, wir bahnen uns deshalb den Weg zum zweiten Gipfelkreuz selbst. Hier lohnen sich Gamaschen definitiv. Der Weg ist trotzdem ganz gut zu erkennen, da hier der Schnee jeweils etwas tiefer gelegen ist. Wir schlängeln uns zwischen den Bäumen durch und haben recht bald das zweite Gipfelkreuz im Blick. Ganz ohne Spuren im Schnee hat das schon seinen besonderen Reiz – es wirkt alles so ruhig und unberührt, die Sonne glitzert auf der geschlossenen Schneedecke. Hier ist der Blick über das Inntal und zum Wilden Kaiser völlig ungetrübt und mit dem ganzen Schnee sehr beeindruckend. Die Bank ist eingeschneit, macht aber trotzdem einen gemütlichen Eindruck.

Von hier aus ist es nicht mehr weit zum Pendling-Haus, dessen Bänke vor der Tür komplett eingeschneit sind. Einige Wanderer haben es sich hier in der Sonne gemütlich gemacht und genießen die warmen Strahlen mit Ausblick. Der Hüttenwirt räumt am Mittag dann mit lautem Gerät die Hütte schneefrei, damit er am nächsten Tag die Wanderer wieder bewirtschaften kann. Wir machen uns nach einer kurzen Stärkung auch wieder auf und nehmen den Forstweg zur vorigen Kreuzung, passieren einige große Felswände und gehen dann weiter den breiten Forstweg in einigen Kehren zur Kala-Alm.

Ab hier beginnt die Rodelpiste mit Ampel – leider war uns der schnelle Abstieg verwehrt, da die Rodelbahn etwas zu vereist und damit geschlossen war. Wir machen uns deshalb zu Fuß weiter hinab zu unserem Ausgangspunkt. Statt der gerodelten 15 Minuten braucht man dann halt etwas länger, aber ein schöner Winterspaziergang ist es allemal. Ein rundum schöner nicht sehr anstrengender Schneeausflug, der sich lohnt, wenn man die längeren Bergtouren vermisst und nicht unbedingt Schneeschuhe mitnehmen will.

Karte: Kompass-Karte Nr. 9 Kaisergebirge

Dauer: ca. 3 Stunden

Anstieg: 570 Hm

Anreise: Mit dem Auto nach Kufstein, Thiersee bis zum Gasthaus Schneeberg, gebührenpflichtiger Parkplatz. Oder mit der Bahn nach Kufstein und dem Bus nach Thiersee, Haltestelle „Pfarrwirt Mitterland“

Autor

Stefanie Singer

Bergwandern hab ich in der Schule für mich entdeckt: Mit dem Schullandheim in Berchtesgaden und dann bei der Abifahrt auf dem Sentiero della Pace (Friedensweg). Von Konstanz aus war ich in den Schweizer Bergen unterwegs und ein Freund hat meine Liebe zu den östlichen Gebirgen geweckt: Hohe und Niedrige Tatra, Beskiden etc. Ansonsten fahr ich zum Wandern gern nach Norwegen, Irland und Schottland. An den Wochenenden genieß ich, was die Alpen in Deutschland, Österreich und Südtirol zu bieten haben.