Ein fester Bergschuh für Fels und Firn

Ein richtiger Bergschuh, ja, ein richtiger, fester, schwerer Bergschuh, sowas kauft man sich in Zeiten des Ultra-Leicht- und Ultra-Schnell-den-Berg-hinauf nicht mehr so schnell. Doch wenn es hinauf geht, in den Fels, in Schnee, Firn und das (leider nicht mehr so) ewige Eis der Gletscher, dann braucht man einen Schuh, der das auch mit macht und unterstützt.

Da ist es dann Zeit für Modelle, die etwas mehr wiegen, die stabilen Halt bieten, eine feste Sohle haben, die einerseits Felskontakt aushält, andererseits auch mal Steigeisen trägt. Im Fachjargon wäre das dann ein fester, bedingt-steigeisenfester Bergschuh der Klasse C.

Die Klasse D wäre dann der expeditions- und komplett steigeisenfeste Schuh. Hier halten Steigeisen dann per Metallbügel vorne und Raster hinten. Während bei der Klasse darunter „nur“ halbautomatische Universalsteigeisen, die mit einem Riemen befestigt werden, halten.

Glücklicherweise macht in Zeiten des Ultraleichten Wanderns und Bergsteigens die Entwicklung auch bei den Bergschuhen nicht halt und das Gewicht lässt auch hier schon Schuhe um die 600 Gram zu.

Vor kurzem stand bei uns ja die Ausbildung zum Wanderleiter auf der Lindauer Hütte an. Dabei vorgesehen: Ausbildung in Schnee und Firn, am Fels, Besteigung des Sulzfluh und weiterer umliegender Berge, viel Auf und Ab. Idealer Testgelände für meine extra dafür angeschafften Salewa „Crow GTX“.

Laut dem Hersteller ein reinrassiger, mit 660 Gramm aber leichter Bergschuh, bedingt steigeisenfest, geeignet für gemischtes alpines Gelände mit Fels, Schnee- und Eiskontakt, aber auch für alpine Trekkingtouren. Das Obermaterial aus abriebfestem Gewebe und wasserdichtem Gore-Tex-Schutz.

Test 1: Aufstieg in Fels und Geröll

Beim Aufstieg zeigt sich der Schuh in seinem Element. Je mehr Geröll, desto besser. Lange Aufstiege auf geteerten Strassen oder Schotterwegen sind aber nicht sein Ding, da gibt die doch sehr feste Vibram-Sohle zu wenig nach und auch die Dämpfung ist dafür nicht ausgelegt. Für den E5 Oberstdorf-Meran würde ich z.B. eher einen leichteren Schuh nehmen, der Schuh ist eher auf ernsthaftere Touren oberhalb der 3.000 Meter ausgelegt.

Test 2: Aufstieg in Schnee, Firn und Mixed-Gelände

Richtig in seinem Element zeigt sich der Salewa Crow sobald Schnee, Firn und Eis ins Spiel kommen. Hier zeigen sich die Vorteile der festen Sohle: Antreten, Stufen schlagen, Spuren für die nachfolgende Gruppe war kein Problem. Auch beim Übergang von Fels und Schotter zur Firnfeldern hat man stets ein sicheres Gefühl. Auch beim seitwärtige Aufstieg hat man stets einen sicheren Halt. Sowohl von der Sohle, als auch von der Sohlenfestigkeit beim Antritt als auch von der Schuhkonstruktion.

Test 3: Abfahren in Schnee, Firn und Schotter

Wer beim Abstieg im Firn jeden Schritt bewusst setzt, hat hier einen robusten Schuh mit viel Halt am Fuß. Wer’s lieber etwas schneller und leichter hat und lieber abfährt, hat mit dem Schuh noch etwas mehr Spass. Mit etwas Übung fährt man mit dem Schuh sportlich ab oder tänzelt die Schuttreissen hinunter und spart dabei noch ne Menge Kraft.

Test 4: Abstieg in Fels, Geröll und Latschenkiefern…

Beim Abstieg in Fels und Geröll, z.B. von der Zugspitze, bietet der Schutz guten Halt, könnte aber vor Allem bei feuchten Verhältnissen und auf Wurzeln noch etwas mehr Bodenhaftung bieten. Da bevorzuge ich die adidas/Continental-Sohlen meiner leichten Wanderschuhe der Vibram-Sohle.

Test 5: Steigeisen

Die Steigeisen-Touren, die ich eigentlich heuer vor hatte, ist bisher noch sprichwörtlich „ins Wasser“ gefallen, insofern konnten wir die Steigeisen nur auf der „grünen Wiese“ montieren. Die Montage der Universalsteigeisen funktioniert dabei schnell und die robuste Sohle des Salewa Crow hält hier sehr gut. Mehr dazu aber nach einem richtigen Test ;-)

Robustheit

Der Schuh wirkt von der Sohle, der Oberfläche und dem rundum-laufenden Gummirand-Streifen äußerst robust. Natürlich ist ein Schuh nie für die Ewigkeit gebaut, nach der Tourenwoche auf der Landauer Hütte hatte der eine Schuh aber leider bereits einen Schnitt am rechten Innenfuß. Der Schnitt ging aber anscheinend nicht bis zur GoreTex-Membrane, sondern war nur oberflächlich. Der Schuh ist immer noch wasserdicht. Hier würde eine richtige Lederoberfläche wahrscheinlich mehr aushalten.

Halt, Festigkeit, Passform

Der Schuh bietet guten Halt auch an den Knöcheln. Er lässt sich gut schnüren und bietet mit für meine doch recht breiten Füße eine gute Passform. Die Passform lässt sich durch die Auswahl der Einleg-Sohle regulieren. Salewa liefert hier eine für schmälere und breitere Füße anpassbare Innensohle mit. Der Schuh sollte aber auf jeden Fall im Fachhandel probiert werden.

Fazit:

Der Salewa Crow Gtx ist ein robuster Bergschuh, der sich vor Allem im Firn, Schnee und Eis wohlfühlt. Mit 660 Gramm pro Schuh noch kein Schwergewicht, fühlt er sich vor Allem auf Touren wohl, auf denen es etwas mehr zur Sache geht. Für alle, die einen Schuh suchen, der auch den Schritt vom Wandern zum Bergsteigen und hin zu ersten Hochtouren mitmacht.

Erhältlich:

Den Salewa Crow Gtx gibt es im Fachhandel, im Salewa Online-Shop, auf Bergzeit.de oder bei den Bergfreunden.

 

Hinweis: Der Schuh wurde uns freundlicherweise von Salewa zum Test bereitgestellt. Unsere Bewertung hat dies nicht beeinflusst.

 

Autor

Thomas

Schon von klein auf viel in den Bergen unterwegs sind Wandern, Skitouren, Schneeschuhwanderungen und alles rund um die Berge meine Hobbies. Sozusagen der „Chef“ von mehr-berge.de ;-)