Wintertouren für die ganze Familie am Spitzingsee

Schneeschuh-Kids

Weihnachten waren wir als Familie unterwegs und haben es uns über die Feiertage im DAV Selbstversorgerhaus am Spitzingsee gemütlich gemacht. Dank des wenigen Schnees haben wir statt Ski zu fahren dann lieber in mehreren Winterwanderung die Gegend erkundet:

Tour 1: Zu den Firstalmen

Vor rund 20 Jahren lagen die Obere und die untere Firstalm noch im Zentrum des Skigebiets um den Stümpfling. Dann wurden der Freudenreichalm- und Brecherspitzlift abgebaut und dafür am Stümpfling das Nachtskifahren eingeführt. Heute dominieren bei entsprechender Schneelage an der unteren Firstalm die Snowboarder im Funkpark das Bild, an der oberen Firstalm die Rodler. Ohne Ski kann man entweder von der Oberen Firstalm zum Spitzingsattel oder von der Unteren Firstalm bis zum Kurvenlift rodeln.

Bei Verhältnissen wie an Weihnachten kann an die Tour zu einem schönen Rundgang verbinden. Dazu starten wir am Morgen des Heilig Abend am Spitzingsattel und folgen der Rodelbahn hinauf zur Oberen Firstalm. Der Weg ist normalerweise als Rodelbahn gut gespurt und ist beim Aufstieg nicht allzu anstrengend. Mit Kindern braucht man für den Aufstieg rund eine Stunde. Bei uns ist die Rodelbahn leider teilweise blankes Eis, teilweise komplett schneefrei. Die Kinder nutzen die Schneeschuhe, um das blanke Eis zu begehen und haben ihren Spass, während wir auf dem Glatteis mehr bergab rutschen als bergauf zu kommen.

Die Obere Firstalm hat heute leider geschlossen, 10 Minuten später haben wir an der Unteren Firstalm mehr Glück: Erstens liegt hier mehr Schnee und es ist sogar das Rodeln und Schneeschuh stapfen möglich, zweitens hat die Untere Firstalm offen und wir gönnen uns in der gemütlichen und heute sehr gut besuchten Hütte Suppen, Würstchen und was zu trinken.

Nach der Stärkung geht es auf dem Weg hinab in Richtung Kurvenlift. Der erste Kilometer Abstieg ist eine wundervolle Winterlandschaft mit richtig Schnee auf und neben dem Weg. Während die Kinder mit den Schneeschuhen stapfen, zetteln wir eine Schneeballschlacht an. So stellen wir uns unseren Weihnachtsurlaub vor ;-)

Den Rest geht es steiler bergab bis zum Kurvenlift und von hier hinunter zum Spitzingsee. An diesem geht es dann noch wenige hundert Meter entlang und dann wieder hinauf zum Spitzingsattel. Gesamt mit Kindern ca. 2,5 Stunden, 300hm.

Tour 2: Zur Schönfeldhütte

Der erste Weihnachtsfeiertag hat wettertechnisch nichts gutes zu bieten: Es hat in der Nacht geregnet und es gibt starke Böen. Eigentlich wollten wir heute mit der Taubensteinbahn hinauf und zum Rotwandhaus, das muss warten, denn die Bahn würde zwar fahren, nimmt uns mit den Kindern schon gar nicht mit.

Also Alternativprogramm: Wir legen direkt an der Taubensteinbahn die Schneeschuhe an und steigen den steilen Lochgraben hinauf. Seit diesem Jahr ist das Skigebiet am Taubenstein stillgelegt und den Tourengehern überlassen, die bei guten Verhältnissen in Scharen kommen.

Die Kinder sind gut motiviert und wollen ihre neuen Schneeschuhe testen. Wir Erwachsenen folgen. Nach dem steilen Stück zu Anfang flacht das Gelände ab und wir folgen der ehemaligen Skipiste hinauf. Vorbei am alten Zwischenlift und dann das Flachstück hinüber zum Lochgrabenlift. Von hier aus sieht man schon die Bergstation der Taubensteinbahn.  Hinter dem Sattel läge die Taubensteinhütte, aber mit den Kindern ist das zu weit. Also nehmen wir den Weg nach links, vorbei am Rauhkopflift und dann weitere fünf Minuten hinauf zur Schönfeldhütte.

Der Schneeregen setzt ein und wir freuen uns auf eine Suppe und einen Kaiserschmarrn in der warmen Stube der gemütlichen Hütte. Draussen scheint entfernt zwischen Sonnwendjoch und Blankenstein die Sonne während bei uns der Schneeregen die Lust auf draussen gerade auf Null reduziert.

Eine Stunde Pause später reisst auch bei uns der Himmel auf und wir schnallen die Schneeschuh wieder an und steuern den direkten Abstieg an und kürzen den Aufstiegsweg ab. Der direkte Weg ist gleich auch ein guter Test für die Schneeschuhe: Nicht jeder Schneeschuh ist für den steilen Abstieg gemacht, aber dazu demnächst mehr… Teilweise kann man mit den Schneeschuhen noch abfahren, bei mehr Schnee wäre das ein richtiger Spass.

Eine halbe Stunde später stehen wir wieder an der Taubensteinbahn. Auf dem Blankeis am Parkplatz zieht es mir zuerst mal die Füße weg, sodass ich für den weiteren Weg lieber die Schneeschuhe wieder anlege… von hier aus geht es in 20 Minuten zurück zum DAV Haus, wo uns eine warme Dusche und ein leckeres Abendessen erwartet.

Gesamt mit Kindern ca. 3h. Alternativ: Aufstieg von der Alten Wurzhütte auf dem Schwarzenkopfweg vorbei am Berggasthof Igle und der Schwarzenkopfhütte den Lochgraben querend hinauf zur Schönfeldhütte.

Tour 3: Vom Taubenstein zum Rotwandhaus

Der zweite Weihnachtsfeiertag lässt zumindest oberhalb von 1.600 Metern winterliche Gefühle aufkommen. Wir nehmen die Taubensteinbahn hinauf zur Bergstation und umrunden dann nach einer Pause in der Bergstation den Taubenstein bereits im Schnee. Den Aufstieg zum Taubenstein sparen wir uns heute.

Der weitere Weg ist nur wenig vereist und gut zu gehen. Im Anschluss queren wir den Lämpersberg hinüber in Richtung Rotwand. Den gespurten Weg sollte man hier nicht verlassen, da hier Auerhühner überwintern. Störungen können hier zum Tod der Hühner führen, da diese dann unnötig Fett verbrennen, das zur Überwinterung notwendig ist. Es geht an der Rotwand nochmal hinunter in eine Senke und dann über einen Rücken hinauf. Wer die Rotwand besteigen will, kann hier direkt auf der Höhe hinüber zum Gipfelweg queren. Wir steigen mit den Kindern aber in 15 Minuten direkt hinüber zum Rotwandhaus ab.

Das Rotwandhaus ist auch trotz der schlechten Schneeverhältnisse gut besucht. Wir finden aber trotzdem einen gemütlichen Platz. Nach Gulaschsuppe, Spinatknödeln und dem leckeren karamellisierten Kaiserschmarrn, machen wir uns wieder an den Abstieg. Zuerst im Schnee, dann auf Schotter, dann auf dem geteerten Weg geht es die nächsten rund 2 Stunden hinunter und zurück zum Spitzingsee. Wenn Schnee liegt eine wunderbare Rodelbahn, Heute für die Kinder eher eine Qual.

Gesamt: 3,5h, 200hm Aufstieg, 750hm Abstieg

Tour 4: Über die Firstalm zum Bodenschneidhaus

Wer eine spannendere Tour sucht, startet am Spitzingsatel und steigt wie in der ersten Tour beschrieben hinauf zur Oberen Firstalm, weiter hinab zur Unteren Firstalm und an dieser vorbei hinüber in den kleinen Sattel. Von hier auf der Südseite des Bodenschneids hinauf und bei guten Verhältnissen über den Grat und auf der Nordseite hinunter zum Bodenschneidhaus. Vom Bodenschneidhaus zurück über den Freudenreichsattel hinauf zur Oberen Firstalm und (rodelnd) auf der Rodelbahn wieder hinunter zum Spitzingsattel.

Anreise:

München – A9 bis Ausfahrt Weyarn und über Schliersee an den Spitzingsee. Parken (kostenpflichtig) am Spitzingsattel, an der Taubensteinbahn oder an der Kirche.

Unterkunft:

Rund um den Spitzingsee gibt es mehrere DAV Häuser und Hütten, die sich für eine oder mehrere Übernachtungen anbieten:

Literatur:

Rother Schneeschuhführer: Münchner Berge

DAV-Karte; Mangfallgebirge Mitte, Spitzingsee, Rotwand

Autor

Thomas

Schon von klein auf viel in den Bergen unterwegs sind Wandern, Skitouren, Schneeschuhwanderungen und alles rund um die Berge meine Hobbies. Sozusagen der „Chef“ von mehr-berge.de ;-)

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