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Königlich Skifahren mit der ganzen Familie: Die Königstour am Hochkönig

Schon lange Jahre kommen wir immer wieder ins Salzburger Land und fahren am Hochkönig Ski. Auch unsere Kinder haben hier am Aberg das Skifahren gelernt. Mittlerweile hat sich hier einiges getan und die Bahnen des Skigebiets haben Berg um Berg miteinander verbunden. So ergibt sich mit der Königstour mittlerweile eine 35 Kilometer lange Runde von Maria Alm über Hinterthal und Dienten bis hinüber nach Mühlbach. Alles mit imposanter Aussicht auf den Hochkönig und den Südabbruch des Steinernen Meeres.

Von Hintermoos auf der Piste in Richtung Mühlbach

Mittlerweile sind unsere Kinder mit 9 und 12 Jahren auch ausdauernd genug, die ganze Runde zu fahren und so starten wir früh morgens an einem Wochenende Anfang Februar etwas hinter Maria Alm in Hintermoos unsere Runde. Mit der gelben Sinalco-Bahn geht es hinauf auf den Gabühel. Hier bietet sich mit der schwarzen Abfahrt nach Hinterthal die für uns die schönste Abfahrt des Skigebiets an. Doch dazu später, denn wir nehmen erst mal den Ziehweg hinüber zur Gabühelhütte und die breite Südabfahrt hinunter nach Dienten. Nach den Schneefällen der letzten Wochen präsentiert sich die Piste dieses Jahr tadellos.

Die Sonne scheint uns ins Gesicht und das obwohl für heute eigentlich Schnee und Regen vorausgesagt waren. Kaiser – nein Königstourwetter… und so setzen wir Schwung um Schwung auf der schön breiten und ideal geneigten Piste hinunter. 

Bis vorletztes Jahr wären wir jetzt bis in die Ortsmitte gefahren, hätten für die Strasse kurz abgeschnallt und wären von dort mit einem langen Schlepper hinauf gezogen worden. Heute quert man schon oberhalb des Ortes auf einer extra Brücke für Skifahrer die Strasse hinüber zur neuen Bürglalmbahn. Oben angekommen geht es ein kleines Stück Sonnenpiste hinunter zu einem der wenigen noch verbliebenen Schlepplifte. 

Mit der Sonne im Rücken geht es hinauf auf die Wastlhöhe und auf den abwechslungsreichen Pisten durch den Wald hinunter zur Hochkönigalm. Wir halten uns mit den Kindern rechts und nehmen etwas Schwung aus dem steileren Hang mit ins flache. Wir lassen laufen und probieren uns etwas am Schuss fahren bevor das Gelände zum Carven einlädt. Einladend wäre hier auch die Liebenaualm kurz vor der Talstation der Zachhofalmbahn. Doch so lange sind wir ja noch gar nicht unterwegs und wollen heute ja noch weiter…

An der Hochkönigalm ist bei der Zufahrt zur Bahn in Richtung Mühlbach etwas Vorsicht geboten. Hier ist der Knotenpunkt zwischen den Teilgebieten Maria Alm/Dienten und Mühlbach und so kreuzen sich hier die Ski- und Snowboardfahrer von zwei Seiten. Wir fahren an der Alm entlang in den 6er-Sessel, der uns auf’s Kollmannsegg und unter den 2.941 Meter hohen Hochkönig bringt. 

Auffahrt mit dem King’s Cab – unter uns die Aufstiegsspur für Skitourengeher vom Birgkarhaus kommend.

Auch Skitourengeher können direkt hierher aufsteigen: Vom Birgkarhaus am Dientner Sattel wird eine Aufstiegsspur für Tourengeher präpariert, die durch den Wald und die letzten Meter entlang der Piste in rund 1,5 Stunden auf den Gipfel führt. Die Abfahrt erfolgt dann entlang der Piste.

Wir ziehen derweil die schönen, breiten Pisten der Tiergartenalm hinunter. Rechts von uns ergießt sich ab der Bergstation der „King’s Cab“ Gondelbahn ein großer Geländepark für  Skifahrer und Snowboarder mit einigen großen Sprüngen und diversen Obstacles.  

Uns zieht es weiter hinauf auf Gipfel Nummer Vier: Den Schneeberg. Anstatt der beschaulichen Familienabfahrt nehmen wir bei besten Verhältnissen die schwarze Talabfahrt nach Mühlbach hinunter. Zuerst wechseln sich noch kurze Hänge und Ziehwege ab, doch spätestens ab der Bergstation geht es durch lange Waldschneisen hinunter bis zur Talstation. Unsere Jungs ziehen sauber ihre Bögen in die heute gar nicht eisige und sich perfekt präsentierende Talabfahrt bevor wir an der Talstation die Ski abschnallen – bis uns die Bahn etwas oberhalb der urigen Karbachalm wieder ausspuckt.

Dem Hochkönig ganz nah…

Richtungswechsel:
Von Mühlbach über Dienten
nach Maria Alm

Bevor wir uns auf den Rückweg in Richtung Maria Alm machen, drehen wir am Schneeberg nochmal eine Extrarunde, diesmal perfekte Hänge in Richtung der Österreichalm. Wer gerne etwas Tiefschnee fährt, kann hier entlang der Gondelbahn ins freie Gelände queren und ein paar Schwünge staubenden Schnees genießen. Die frühere lange Tourenabfahrt links des Lifts ist aber leider schon vor ein paar Jahren der Aufforstung zum Opfer gefallen.

Ein paar Minuten später sitzen wir in der „King’s Cab“ und schweben wieder hinauf. Unter uns die wenigen Skifahrer, die dem Wetterbericht zum Trotz die Sonne genießen. Links von uns der Ausblick in Richtung Dachstein und Hohe Tauern, rechts der Hochkönig mit seine steilen Abbrüchen. Einen Blick erhaschen wir hier auch auf das kleine Skigebiet am Hochkeil. Ideal für Familien mit kleinen Kindern präsentiert sich das kleine Naturschneegebiet um das Arthurhaus dieses Jahr in bestem Zustand. Die knapp drei Meter Schnee von Weihnachten bilden dieses Jahr eine solide Grundlage. Neben dem kleinen Skigebiet gibt es hier mit dem Hochkeil auch ein perfektes Skitourenziel für Einsteiger. Ein ausgeschilderter Skitourenlehrpfad weist den Weg durch den Wald hinauf auf den kleinen Gipfel mit grandioser Aussicht auf die Mandlwände und den Hochkönig.

Der Hochkönig hüllt sich noch in Wolken.

Im Sommer lässt sich’s hier auch gut wandern, z.B. mit der Familie von der Erichhütte zum Arthurhaus mit seinem Murmeltiergehege. Oder über den Königsjodler – einen der schwersten Klettersteige des Salzburger Landes – der Hochkönig bezwingen. Der Hochkönig lässt sich mit etwas Zeit und Ausdauer natürlich auch über den „Normalweg“ vom Arthurhaus „erwandern“. Eine Übernachtung auf dem Franz-Eduard-Matrashaus direkt am Gipfel bietet sich in beiden Fällen an. Wegen des netten Hüttenwirts einerseits, wegen der aussichtsreichen Sonnenuntergänge und imposanten Sonnenaufgängen andererseits.

Abstecher nach Hinterthal

Für uns geht es wieder zurück in Richtung Maria Alm: Zuerst hinab nach Dienten, wieder auf den Gabühel. Diesmal kommen wir an der Abfahrt nach Hinterthal aber nicht vorbei. Bevor die Sinalcobahn gebaut wurde, musste man entweder mit dem Auto in Hinterthal parken oder mit dem Skibus die Verbindung zwischen den Skigebieten Maria Alm und Mühlbach-Dienten schaffen. Hinterthal war für uns damals immer der Einstiegspunkt und auch die letzte abendliche Abfahrt. Und die hat uns selten enttäuscht. Der Westhang bekommt nur wenig Sonne ab und wird auch nur relativ wenig befahren. Eine schwarze und eine rote Piste führen hinab und beide glänzen durch ideal geneigte Hänge, meist viel Schnee und machen einfach nur Spass. Auch unsere Jungs carven auf der schwarzen Piste heute hinunter als wäre es eine blaue Piste. Perfekt.

Die schwarze Abfahrt nach Hinterthal – eine der schönsten Pisten des ganzen Skigebiets.

Doch die Jungs sind es auch, die weiter drängen. Die Spasspiste muss heute noch sein. Und die haben wir heute ziemlich an das Ende der Runde geplant. Um die Motivation aufrecht zu erhalten ;-)

Also, die lange Abfahrt an der Sinalcobahn hinunter, doch halt… die Sonne scheint und die schöne Holzknechtstubn ist einfach zu einladend und so unterbrechen wir die Abfahrt zum Tanken: Sonne und eine Kräuterlimonade für Alle. 

Am Aberg

Doch dann geht es weiter hinunter, in Hintermoos wieder hinauf und schon sind wir am Aberg angelangt. Hier erschließt eine Gondelbahn einen feinen Skiberg: Vom Gipfel, der ab der Bergstation der Gondel mit einem 6er-Sessellift erschlossen ist, geht es in mehreren Varianten hinunter, z.B. auf der langen Familienabfahrt, diversen schwarzen Pisten oder im Tiefschnee auf zwei langen Skirouten, die weite freie Hänge in Nachbarschaft zum Hundstein und der Schwalbendwand erschließen. Klein aber fein kann man hier bei Neuschnee gut und gerne auch mehrere Tage verbringen ohne dass einem langweilig wird.

Pflichtprogramm für Familien:
Die Spasspiste in Maria Alm

Wir nehmen die Familienabfahrt und den 6er-Sessel an der Talabfahrt um zur Spasspiste zu kommen. Hier laden mehrere Obstacles, ein paar kleine Sprungschanzen und ein Tunnel die Kinder zum Carven, Springen und Ausprobieren ein. Nach einer gelungenen Rundtour wie heute macht es auch uns Erwachsenen Spass – und die Kinder freuen sich über die Belohnung. 

Blick vom Aberg in Richtung Saalfelden und Loferer Steinberge

Neu: Die Skiverbindung zum Natrun, dem Hausberg Maria Alm

Wir haben noch Zeit, also nehmen wir noch den sechsten Gipfel in Angriff. Seit letztem Jahr ist auch der Natrun, der eigentliche Hausberg Maria Alms an die Königstour angebunden. Eine neue Liftverbindung bindet das Skigebiet vom Ortszentrum jetzt direkt an den Aberg und somit die Runde bis Mühlbach an. Wir nehmen die Talbabfahrt und fahren direkt in die neue Gondel. Oben angekommen kurze Pipipause in der neuen, modernen Berghütte namens „tom“.

Nicht nur die Schwerkraft zieht uns wieder hinab und auch die kurze schwarze Piste muss ausprobiert werden. An deren Ende geht es allerdings recht flach hinunter zur neuen Natrunbahn. Die Bahn bringt im Winter die Skifahrer und im Sommer die Wanderer nach oben. Am Natrun gibt es im Sommer einen Waldseilgarten und auch einen Waldrutschenpark, bei dem die Abstiegshöhenmeter in mehreren Röhrenrutschen recht rasant verbrannt werden. Und auch die schöne Wanderung auf dem Walderlebnispfad hinüber zur Juifenalm bietet sich für Familien mit Kindern an.

Wir nutzen derweil die neue Piste hinunter zur Abergbahn, um nochmal den Aberg zu erklimmen. Schließlich liegt noch die Abfahrt nach Hintermoos vor uns, wo ja das Auto auf uns wartet. Oben angekommen stapfen wir noch die paar Meter zur Aussichtsplattform hinauf und genießen wir nochmal das Panorama: Hinter uns das Steinerne Meer und der Hochkönig, links der Dachstein, rechts die Loferer Steinberge mit dem Birnhorn und vor uns die Hohen Tauern mit dem Hohen Tenn, Wiesbachhorn, Großglockner und die prominente Spitze des Kitzsteinhorns. Einfach genial.

Verdiente Pause.

Info

Die Königstour

Die Königstour verbindet die Pisten der Skigebiete Maria Alm, Dienten und Mühlbach zu einer 35 Kilometer langen Runde. Das gesamte Skigebiet unterhalb des imposanten Hochkönigs gehört zum Liftverbund Ski Amadé. Für die komplette Runde benötigt man zwischen 5 und 6 Stunden.

Anfahrt

Von München über die Autobahn A8 über Oberaudorf, Walchsee, Kössen, Waidring, Lofer, Saalfelden nach Maria Alm (keine Vignettenpflicht!) oder über Salzburg und die Tauernautobahn bis Ausfahrt Bischofshofen und dann nach Mühlbach (Vignettenpflicht!).

Unterkunft

Unterkünfte in allen Preislagen in den Orten Mühlbach, Dienten, Hinterthal oder Maria Alm. Wintercamping am Campingplatz Neunbrunnen am Waldsee bei Maishofen oder Seecamping Zell am See.

Einkehr

Über das ganze Skigebiet verteilen sich diverse Hütten. Unsere Empfehlung: Holzknechtstubn an der Sinalco-Abfahrt (Hintermoos), Hochmaisalm an der Abfahrt nach Hinterthal (auch mit Pistenraupen-Shuttle für Fußgänger), Liebenaualm an der Zachhofalmbahn.

Skitourengeher unterhalb der King’s Cab

Für Skitourengeher

Skitourengeher finde in Maria Alm mit der Schwalbenwand und dem Hundstein, sowie in Dienten und Mühlbach in Richtung Hochkönig diverse Touren, z.B. in die Taghaubenscharte, zu den Mandlwänden oder hinauf zum Matrashaus am Hochkönig (im Winter geschlossen, Winterraum ohne Heiz- und Kochmöglichkeit).

Einsteiger ins Thema Skitouren gehen finden mehrere Angebote vor, z.B. mit dem Tourenlehrpfad auf den Hochkeil in Mühlbach, dem präparierten Pfad zur Grüneggalm und zum Grünköpfl in Dienten oder dem Aufstieg auf das Kollmannsegg vom Birgkarhaus am Dientner Sattel.

Auch Skitourenabende werden angeboten: So laden z.B. die Gabühelhütte von Dienten und die Steinbockhütte von Hinterthal jeden Donnerstag die Skitourengeher bis 22 Uhr zu Speis und Trank, die Abergalm in Maria Alm und die Tiergartenalm in Mühlbach immer Mittwochs.

Hinweis: Der Artikel entstand in eigener Initiative ohne finanzielle Unterstützung des Skigebiets.

Königlich Skifahren mit der ganzen Familie: Die Königstour am Hochkönig
Königlich Skifahren mit der ganzen Familie: Die Königstour am Hochkönig

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