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Transalp mit dem Mountainbike – Basics

| Berge, Checklisten

Eine Transalp mit dem Mountainbike will – wie jede Bergtour in hochalpines Gelände – sorgfältig vorbereitet sein. Sowohl aus der persönlichen und konditionellen, aber auch aus technischer Sicht.

Kondition

Transalp – Berge mit dem Mountainbike oder Rennrad zu befahren, 50km und mehr pro Tag bei 1.000 oder mehr Höhenmeter pro Tag und das über mehrere Tage. Ein Körper will auf eine solche Anstrengung gut vorbereitet sein. Das bedeutet: Training, Training, Training. Ein guter Einstieg sind in erster Linie regelmäßige Touren mit dem Rad. Idealerweise mehrere Touren pro Woche mit jeweils 25 bis 45km. Die zurückgelegten Höhenmeter sollten dabei ständig gesteigert werden. 2012-06-26_1340718655 Eine gute Unterstützung ist auch die Kombination mit Trainingseinheiten „Laufen“ und „Schwimmen“. Wer einen Halbmarathon laufend durchsteht, sollte mit etwas Training auch eine Transalp schaffen. Vorausgesetzt, die notwendige Fahrtechnik und Erfahrung mit dem Rad wird nicht vernachlässigt.

Fahrtechnik

Die Alpen per Rad zu durchqueren heißt auch abseits befestigter Wege zu fahren, oftmals auf 2.000 Jahre alten Strecken und Wegen aus der Römerzeit. Hier warten knackige Singletrails, mit Serpentinen gespickte Wanderwege oder auch Schiebe- und Tragestrecken. Auch hier sollte man vorbereitet sein:
  • Downhill- und Singletrails in der eigenen Heimat oder im nächstgelegenen Bikepark befahren und Fahrerfahrung in schwierigem Gelände sammeln.
  • Fahrtechnikübungen wie 8er-Fahren für Spitzkehren
  • Das Ein- und Aussteigen aus Klick-Pedalen, sowie das Aufsteigen und Anfahren vor Allem am Berg üben.
  • Für Neu-Einsteiger in den Mountainbikesport empfehlen sich Fahrtechniktrainings, z.B. im Bikepark oder in speziellen Transalp-Vorbereitungskursen.
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Das richtig Rad

Ob Fully oder Hardtail ist bei einer Transalp Geschmackssache. Wichtig ist vor Allem, dass Sie Ihr Fahrrad kennen und mit ihm zurecht kommen. Bringen Sie Ihr Fahrrad rechtzeitig zum Service, sodass Sie nach dem Service noch Zeit für zwei oder drei Ausfahrten haben, um sicherzustellen, dass alle Komponenten in Ordnung sind.

Die richtige Tour

Die Tourenplanung hängt von den Faktoren Fitness, Vorliebe bei Start- und Ziel und auch der Fitness Ihrer teilnehmenden Mitfahrer ab. Ausgehend von vorgeplanten Routen (z.B. unter www.bike-gps.org) kann man sich je nach Fitnessgrad und gewünschtem Startort (z.B. Lindau, Oberstdorf, Mittwald, Garmisch, Bayerischzell,…) seine Traumroute zusammenstellen. 2012-06-26_1340718589 Der Buchtipp zur Tourenplanung: Zudem stellt sich die Frage, ob man komplett auf eigene Faust, „self-guided“ mit Gepäcktransport oder eine organisierte Tour mit Guide und Gepäcktransport machen möchte. Dementsprechend sind natürlich auch die Kosten gestaffelt. Komplett auf eigene Faust obliegt die Planung und Verantwortung für die Tour, Verpflegung und auch die Hotel- und Unterkunftssuche natürlich komplett Ihnen und Ihren Mitfahrern. Dafür spart man sich die Kosten für Guide und Gepäcktransport. Vernünftiges Planungsmaterial mit fahrbaren Strecken zum selber zusammenklicken findet man z.B. hier: im interaktiven Tourenplaner von Transalp-Papst Uli Stanciu auf tourenplaner.bike-gps.com Einige Tourenanbieter haben mittlerweile auch Selfguided-Angebote im Programm: Der Anbieter stellt Kartenmaterial und Planungs-CDs, sowie auf Wunsch Unterkünfte und Gepäcktransport zur Verfügung. Man fährt auf dem vom Tourenanbieter vorgeplanten Weg von Unterkunft zu Unterkunft. Bei gebuchtem Gepäcktransport wartet das Gepäck abends schon im Hotelzimmer auf den „Transalpler“. Ein bequemer Service, der natürlich bezahlt werden will. Die bequemste und auch teuerste Variante sind komplett geführte Touren inklusive Guide und Gepäcktransport. Hier bucht man eine Strecke und Zeitpunkt von einem der mittlerweile dutzendfache vorhandenen Anbieter. Der Guide kümmert sich um als Reiseleiter um alles: Strecke, Ausweichstrecken bei schlechtem Wetter, Unterkunft, Wehwehchen der Gruppe, etc. Vorteil hierbei ist natürlich die Erfahrung der Tourguides: Sie kennen Strecke und Alternativen, die besten Wirtschaften und Rastplätze, kümmern sich bei Problemen auch kompetent um die Technik am Rad. Dieser Full-Service schlägt je nach Route und Begleitkomfort mit 500 bis 1.000€ pro Person/Tour/Woche zu Buche. Einige Touranbieter: 2012-06-25_1340613335

Das richtige Gepäck

Bei ungeführte Touren ohne Gepäcktransport muss alles im eigenen Rucksack mitgenommen werden, hier geht es also um Gepäckreduzierung und Gewichtsoptimierung. Transportiert man sein Gepäck für 4-5 Tage selbst, braucht man mindestens einen 25l-Rucksack. Aus unserer Erfahrung können wir folgende Modelle empfehlen:
  •  Deuter TransAlpin 30l,
  •  Vaude Bike Alpine 25+5 bzw. 30+5 oder
  •  Dakine Apex 26l.
Ob man lieber aus der Radflasche oder dem Trinkreservoir im Rucksack auf dem Rücken trinkt, ist Geschmackssache. Wir bevorzugen die Lösung auf dem Rücken. Mit bis zu drei Litern Wasser/Sportgetränk/Magnesium trinkt man hier mehr und länger, hat allerdings das Gewicht auf dem Rücken. Touren mit Gepäcktransport erleichtern natürlich das tägliche Gepäck um Handtuch, Wechselklamotten und so manches Zubehör. Hier benötigt man als Rucksack nur einen Daypack mit 15l für Wechselklamotten, Müsliriegel, Brotzeit und Wasserspeicher. 2012-06-29_1341001605

Die Transalp-Gepäck-Checkliste:

  • Mountainbike (fahrtüchtig & vom Fachmann gecheckt)
  • Rucksack (min. 25l, evtl. mit Trinkreservoir)
  • Flaschenhalter mit Trinkflasche oder Trinkbeutel im Rucksack
  • Tacho (evtl. GPS)
  • Licht (für Tunnel, als Taschenlampe abends)
  • Fahrradhelm, Radhandschuhe (lang)
  • Sonnen- und Radbrille
  • Radhose, Radtrikot 2x kurz & 1x lang , Funktions-Unterhemd, Socken, Armlinge, Beinlinge, dünner Fleece-Pullover
  • Hose, T-Shirt, Flipflops/Badesandalen für Abends
  • Regenjacke
  • kleines Handtuch (Microfaser, z.B. Globetrotter.de)
  • Geld, EC-Karte, Mastercard/VISA Card
  • Digitalfoto, Speicherkarte, Akku
  • Handy
  • Ausweis, Führerschein, Krankenkarte, Alpenvereinsausweis
  • Sonnencreme, Zahnpasta, Zahnbürste, Deo, Shampoo/
 Duschgel (Haut & Haar), Ohropax, Feuchttücher
  • Erste Hilfe-Set, Kopfschmerztabletten, Baby-Wundcreme
  • Hüttenschlafsack bei Übernachtung auf Alpenvereins- und
 Berghütten
  • Ersatzschlauch, 2 Sätze Bremsbeläge, Schaltauge,
 Kettennuss, Kettenglied und Kettenniete, 2x Mantelheber,
 Multitool, Luftpumpe
Eine gute Checkliste bietet übrigens auch www.alpencross.ch auf Ihrer Internetseite. 2012-06-26_1340717962

Der richtige Zeitpunkt

Der richtige Zeitpunkt für ihre Transalp hängt vom Trainingsstand, Route und Wetter ab. Viele Routen in höheren Gefilden lassen sich erst ab Anfang Juli befahren, während manche, eher strassenlastige Routen auch bereits im April befahren werden können. Viele Alpenpässe schließen im Winter jedoch Ihre Pforten und öffnen erst zwischen Ostern und Pfingsten wieder für den Verkehr. Ein langer Winter hat meist sowohl einen Trainingsrückstand als auch Schnee und Schneefelder in höheren Lagen zur Folge, ein Tourbeginn verschiebt sich eventuell nach hinten. So fanden Ende Juni bei unserer Transalp Chur – St. Moritz auf dem Septimerpass auf 2.300 Meter Höhe noch mehrere Schneefelder vor, Teile der Strecke waren noch vom Schmelzwasser in Bäche verwandelt, Wege verschlammt, Steine rutschig, die Strecke teils schlecht fahrbar. Zudem ist eine gute vorherige Information über das aktuelle (Berg-)Wetter z.B. über das Alpenwetter des Alpenvereins oder auch Wetter-Protale wetter.com vonnöten. Das Wetter in den Bergen kann jedoch schnell wechseln. Deshalb sollte man das Wetter und aufziehende Wolken stets im Blick haben. Ohne Bergerfahrung sollte man jedoch immer mit Guide unterwegs sein, der das Wetter einschätzen, alternative Strecken wählen und die Tour den entsprechenden Gegebenheiten anpassen kann.
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