Tanzeck Reibn: Schneeschuhtour am Spitzingsee

Die Rotwand Reibn oberhalb des Spitzingsees ist weit bekannt. Die Tanzeck Reibn ist zumeist den Skitourengehern vorbehalten, die die Aiplspitz mit einem Besuch auf dem Taubensteinhaus verbinden wollen. Wir sind die Tour mit Schneeschuhen gegangen – eine Verlängerung über die Rotwand inklusive.

Veröffentlicht am Kategorisiert in Berge, Lieblings-Touren, Schneeschuhtouren, Wandern, Winter, Wintertouren

Vom Spitzingsee zum Tanzeck

Wir beginnen unsere Tour ganz einfach: Mit einem kurzen sonnigen Spaziergang von der Taubensteinbahn am Spitzingsee entlang bis zum Ende des Sees. Hier zweigt die Straße zum Rotwandhaus ab und wir folgen dem breiten, aber leider immer komplett geräumten Weg hinauf. Vorbei an der Bergwachthütte, auch en Abzweig in Richtung Rotwandhaus lassen wir rechts liegen und steigen auf der Straße weiter in den Wanderschuhen auf bis wir oberhalb der Schwarzenkopfhütte (einer Ausbildungshütte der Bayerischen Bereitschaftspolizei) endlich die Schneeschuhe anlegen können.

Hierfür nutzen wir die Piste, die im mittlerweile stillgelegten Skigebiet liegt, aber normalerweise scharenweise Skitourengeher anzieht. Nur sind aktuell die Schneeverhältnisse für Skitouren zu schlecht, für Schneeschuhtouren aber genau richtig: Eine durchgehende kompakte Schneefläche, allerdings teilweise recht hart gefroren. Perfekt auch, um den Grip der Schneeschuhe der aktuellen Saison für meine Brötchengeber, das ALPIN Bergmagazin, zu testen. Den Schneeschuh-Test gibt’s mittlerweile online auf alpin.de zu lesen.

Die Piste wäre auch eine direkte Aufstiegsmöglichkeit. Der Einstieg über den steilen Zielhang an der Taubensteinbahn bietet sich für konditionsstarke Schneeschuhgeher an, mit einer Gruppe Anfänger nutzen wir heute aber den gemütlicheren Einstieg.

Wir ziehen mit den Schneeschuhen an der mittlerweile im Winter leider geschlossenen Schönfeldhütte vorbei. Claudia, die Wirtin der Schönfeldhütte, treffen wir heute jedoch trotzdem. Die bewirtet mittlerweile im Winter das besser besuchte Taubensteinhaus, unser Tages- und Übernachtungsziel.

Vor uns liegt aber zuerst noch der Aufstieg hinauf zum Tanzeck, das wir über eine Rinne und die Querung über die Schnittlauchalm erreichen. Im Sommer ist das Tanzeck nur eine unscheinbare Erhebung vor der viel besuchten Aiplspitz. Im Winter ist das Tanzeck ein beliebtes Skitourenziel. Die Aussicht ins Tal über den Schliersee entschädigt für den anstrengenden Aufstieg. Die meisten Skitourengeher biegen jedoch vorher in Richtung Jägerkamp ab. Von hier lässt sich direkt wieder ins Tal abfahren.

Vom Tanzeck zur Krottentaler Alm und zum Taubensteinhaus

Für die Tanzeck Reibn folgt jetzt aber erst einmal der eigentliche Knackpunkt der Tour: Mit Skiern an den Füßen würden wir uns jetzt guten Gewissens in die steile Rinne stürzen und mit ein paar schnellen Schwüngen den Hang vor uns bis zum Naturfreundehaus an der Krottentaler Alm hinunterwedeln. Mit Schneeschuhen gilt es nun jedoch, erst einmal einen Einstieg in den Hang zu finden. Durch eine kleine Wächte bahnen wir uns den Weg und hangeln uns Schritt für Schritt den Hang hinab – naja, die einen schneller, die anderen langsamer. Während sich meine Mitwanderer vorsichtig heruntertasten, nutze ich die Gelegenheit und rutschen auf dem Popo den Hang hinunter. Natürlich könnte man hierfür auch den Rucksack als Untersatz nutzen…

Ab der Krottentaler Alm gilt es durch den Bergwald den „Weg“ hinüber zum Taubensteinhaus – und vor Allem eine gangbare Spur zu finden. Falls hier nicht gespurt ist, solltet ihr unbedingt den GPS-Track auf dem Smartphone dabei haben, um nicht zu weit unten zu landen.

Nach den letzten 100 Höhenmetern Anstieg erreichen wir unser Tagesziel: Das Taubensteinhaus. Von hier könnte man natürlich über den Lochgraben oder die Maxlraineralm direkt wieder ins Tal absteigen. Wir bleiben aber auf der gemütlichen Hütte und wollen am nächsten Tag verlängern: Die Rotwand und eine Einkehr auf dem Rotwandhaus stehen noch auf dem Plan.

Vom Taubensteinhaus über den Taubenstein zur Rotwand

Nach einem Hüttenabend, an dem uns Claudia und Andi perfekt bewirten, geht es am nächsten Morgen früh los. Zuerst queren wir hinüber zur verwaisten Bergstation der Taubensteinbahn und folgen dem vereisten Sommerweg in Richtung Taubenstein. Nach einem kurzen steilen Aufstieg unser erster Gipfel des Tages.

Zurück auf dem Sommerweg geht es entlang des Lämpersberges (ein Schutzgebiet für Auer- und Birkhühner und -hähne) in einer langen Hangquerung

Tanzeck-Reibn: Die Infos

Die Tour

20,1 km, 9:00 h, 1.162 hm

Parkplatz Spitzingsee Taubensteinbahn – Schönfeldhütte – Tanzeck – Krottentaler Alm – Taubensteinhaus – Taubenstein – Lämpersberg – Rotwand -Rotwandhaus – Spitzingsee

Aufstieg entweder von der Taubenstein über den Lochgraben und östlich des Wilden Fräuleins in direkter Linie zur Schönfeldhütte oder alternativ über die Straße zur Schwarzenkopfhütte über den Lochgraben querend zur Schönfeldhütte.

Abstieg/Abfahrt vom Taubensteinhaus entweder direkt über den Lochgraben oder die Maxlraineralm zurück zum Spitzingsee – oder wie in unserer Tourbeschreibung in Verlängerung über die Rotwand. Für Skitourengeher empfiehlt sich die gegenläufige Richtung mit Aufstieg zum Rotwandhaus.

Einkehr und Übernachtung

Einkehren und übernachten kann man sowohl am Taubensteinhaus als auch am Rotwandhaus. Das Rotwandhaus hat in der Saison 23/24 noch bis 07. April geöffnet. Das Taubensteinhaus ist bereits in der Frühlingspause.

Karte und GPS-Track

Anfahrt & Parken

Von München auf der Autobahn in Richtung Salzburg und von der Ausfahrt Weyarn über Miesbach nach Schliersee und Neuhaus. Dann in Richtung Spitzingsee und über die Bergstrasse hinauf zum See. Kostenpflichtiges Parken an der Kirche oder an der Taubensteinbahn (5€ je Tag).

Anreise mit dem ÖPNV

Der Ausgangspunkt für die Tanzeck Reibn lässt sich auch mit Bus & Bahn gut erreichen: Mit der Bahn bis Schliersee/Neuhaus und mit dem Bus bis zur Haltestelle Spitzingsee-Kirche.

Die Tour könnte man mit Bus & Bahn auch zur Überschreitung erweitern: Vom Taubensteinhaus oder auch vom Rotwandhaus steigt man dann in Richtung Geitau ab, von hier aus mit Bus & Bahn zurück in Richtung Schliersee.

Von Thomas

Schon von klein auf viel in den Bergen unterwegs sind Wandern, Skitouren, Schneeschuhwanderungen und alles rund um die Berge meine Hobbies. Vater von zwei nicht mehr ganz so kleinen Bergfexen und sozusagen der „Chef“ von mehr-berge.de ;-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert