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Skitouren-Rucksäcke – Die Outdoor Blogger-Marktübersicht

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Mittlerweile gibt es für jeden Zweck den passenden Rucksack. Bei Skitourenrucksäcken reicht die Auswahl vom minimalistischen Rennrucksack mit nur wenigen Litern, vom Rucksack für die einfache Tagestour bis hin zum 45-Liter-Monster für Mehrtagestouren und Durchquerungen – ganz von den mit Lawinen-Airbag ausgestatteten Freeride-Modellen abgesehen.

Wir haben in unserem Outdoor-Blogger-Netzwerk nachgefragt, wer denn welchen Rucksack nutzt, welche Vor- und Nachteile das jeweilige Modell hat und präsentieren euch heute unsere kleine unrepräsentative Outdoor Blogger-Markübersicht „Skitourenrucksäcke“.

Den Anfang macht Stefan von Outsideadventure mit dem Pieps Myotis 30:

Skitouren-Rucksack Pieps Myotis

Skitouren-Rucksack Pieps Myotis

„Wer im Winter sicher in den Bergen unterwegs sein möchte, der braucht einen treuen Begleiter, der neben dem Minimum an LVS-Equipment auch Kleidung gegen Schutz vor Witterungseinflüssen, Wechselkleidung und Verpflegung aufnehmen kann. Auf der Suche nach so einem Rucksack für unsere Skitouren, bin ich auf den 30 Liter Daypack der Firma Pieps gestoßen, der speziell auf die Bedürfnisse der Skitourengeher eingeht.

Schneller Zugriff auf die Sicherheitsausstattung dank separatem LVS-Frontfach. Befestigungen für Ski, Eispickel, Helm und allem was mit muss. Perfekter Sitz und kompakte 30l Stauvolumen machen den Myotis für mich zum optimalen Daybag.“

 

Die Erika von ulligunde.com, die im Allgäu wohnt und die Berge praktisch vor der Haustüre stehen hat, nutzt neben dem Ortovox Trad 35 Hochtourenrucksack mittlerweile auch einen Ortovox Ascent 28 Avabag:

„Für alles – sei es Alpinklettern, Hochtouren, Touren im Eis, Fotoshootings für Kunden oder als Handgepäck auf Reisen – für alles ist ja der Ortovox Trad 35 mein bisher liebster Begleiter. Der umlaufende Reißverschluss, mit dem man mit einem „Ssssipp“ an alles (!) im Rucksack einfach rankommt, das geringe Gewicht, das extrem bequeme Tragesystem… Ja, das Teil ist einfach genial. Einzig auf Skitouren kommt er an seine Grenzen, denn ohne gesondertes Fach für die Lawinenausrüstung ist er einfach nicht ideal. Im Ernstfall zählt jede Minute, da finde ich es angenehm, wenn Notfallzeug getrennt vom sonstigen Kram ist.

Seit wenigen Wochen besitze ich nun den Ascent 28 S, ebenfalls von Ortovox. Er kommt mit allen Vorzügen daher, die auch der Trad35 zu bieten hat – allen voran natürlich der umlaufende Reißverschluss, mit dem das Innenleben ganz schnell greifbar wird. Die Lawinenausrüstung in einem Extrafach, der Helm hängt in einem Netz außen dran, bei geringer Befüllung lässt sich das Hauptfach komprimieren und insgesamt wiegt der komplette Rucksack auch nicht mehr, als z.B. der Klassiker „Guide 35“ von Deuter.

Die Ulligunde unterwegs mit dem Ortovox Avabag Lawinenrucksack

Die Ulligunde unterwegs mit dem Ortovox Avabag Lawinenrucksack

Wohlgemerkt handelt es sich beim Ortovox Ascent 28 Avabag um einen Airbagrucksack! Mit nur 700 Gramm Extragewicht schlägt das komplette Airbagsystem nicht allzu vernichtend zu Buche und Kartusche mit Airbag sind nicht größer als zusammengefaltete Felle. Für den normalen Einsatz in den Allgäuer Voralpen lässt sich die Kartusche im Handumdrehen ausbauen, wodurch man sich einen zweiten Tourenrucksack sparen kann. Das Tragesystem ist gewohnt bequem und die Reißverschlüsse lassen sich auch mit Handschuhen bedienen. Der Langzeittest steht bei diesem Rucksack zwar noch aus, aber bisher macht er tatsächlich eine sehr gute Figur.“

Voll bepackt und trotzdem kompakt: Der Vaude Nendaz 30 Sktitourenrucksack

Voll bepackt und trotzdem kompakt: Der Vaude Nendaz 30 Sktitourenrucksack

Unser Hausblogger Christoph nutzt für Tagestouren mit Splitboard und Schneeschuhen den Vaude Nendaz 30 Skitourenrucksack:

„Mein feuerroter Skitourenrucksack Vaude Nendaz 30 ist für mich ideal aufgebaut und sitzt trotzdem kompakt am Rücken:

Mit dem separaten Fach für Schaufel und Sonde ist das Hauptfach frei für Ersatzklamotten, Brotzeit und die Wasserblase.

Ein separates gepolstertes  Fach für die Skibrille (oder die Kamera) bietet schnellen Zugriff, wenn die Skibrille für die Abfahrt her muss. Auch ein praktischer Helmhalter ist integriert. Dazu kann man Splitboard und Ski sauber mit den Gurten am Rücken fixieren, wenn’s mal steiler wird oder man nach der Tour zurück zum Auto laufen muss…“

Natürlich tut’s auch ein normaler Rucksack auf Tour, Gregor von jaeger-der-berge.de geht mit seinem Futura 32AC von Deuter auf Tour:

Allzweckwaffe Deuter Futura 32L

Allzweckwaffe Deuter Futura 32L

„Skitourenrucksack würde ich Ihn jetzt nicht unbedingt nennen. Mein Futura 32AC von Deuter ist eher eine Allzweckwaffe. Egal ob beim Wandern, Bergsteigen oder eben Skitouren, der Futura ist immer mit dabei.

Was ist jetzt aber so besonders an Ihm?

Mit seinen 32 Litern geht schon mal einiges rein. Durch das praktische nach innen durchladbare Bodenfach kommt man auch prima an die Sachen, die sonst in den Tiefen des Rucksacks verschwinden. So bleibt alles weitgehend geordnet und ein hektisches Wühlen nach dem Wechselshirt am Gipfel bleibt somit aus.

In das großzügige Deckel – und Wertsacheninnenfach bekommt man jede menge Kleinkram unter. Ist der Rucksack mal nicht voll gepackt fällt der Deckel allerdings stark ein was den ansonsten guten Tragekomfort erheblich schmälert.

Ich finde die vielen nützlichen Details (Seitentaschen, Tasche am Hüftgurt, H20 System usw.) mega genial. Man findet jede Materialschlaufe für Ski, Pickel oder Stöcke genau da wo man Sie auch braucht und das dann irgendwo auch noch Platz für eine Regenhülle spendiert wurde ist absolut top.“

 

Auch die Astrid von Outsideadventure nutzt einen „normalen“ Rucksack auf Skitour: Für Sie ist der Deuter Guide Lite 28+ SL der Rucksack Ihrer Wahl bei Skitouren und Skihochtouren:

Skitouren-Rucksack Guide Lite 28+ SL

Skitouren-Rucksack Guide Lite 28+ SL

„Die Firma Deuter produziert mit dem Modell „Guide Lite 28+ SL“ einen Skitourenrucksack speziell für Frauen.

Die kürzere Rückenlänge sowie an die weibliche Anatomie angepasste Schulterträger und Hüftflossen garantieren einen guten Sitz.

Mit seinem Volumen 28 Liter (+ Deckelfächer) ist er nicht nur für Tagesskitouren sondern auch Schneeschuhtouren geeignet. Ebenso bietet er genug Platz für Hüttenwochenenden. Leider gibt es nur ein Hauptfach, in dem alles Material seinen Platz finden muss.“

Der Tom von allesnursport.de hat mit seinem Bergans Helium pro 40 schon mehrere harte Touren in den Ost- und Westalpen hinter sich gebracht…

„Mehrere Jahre war ich mit dem Deuter Guide 35 unterwegs, wenn es auf Mehrtagesskitour ging. Der war sehr stabil und hat im Großem und Ganzen gut funktioniert.

Gestört hat mich aber immer, dass es keine Möglichkeit gab, an die Notfallausrüstung zu kommen, ohne dass man vorher einen Teil des Rucksacks leerte. Nach erfolgten Lawinenübungen musste dann die Schaufel wieder in den Rucksack, was meist dazu führte, dass erst nochmal ein Teil der Ausrüstung aus dem Rucksack in den Schnee wanderte, um die Schaufel überhaupt wieder ins Innere zu bekommen. Dort war sie zwar vom restlichen Inhalt abgetrennt, die geschmolzenen Schneereste nässten aber immer den Boden vom Rucksack ein. Zudem reichte das Platzangebot immer gerade mal so aus, wenn ich noch ein kleinen Schlafsack und diverses Essen dabei hatte.

Genaue Planung des Tages war da bereits am Morgen beim Einpacken angesagt und trotzdem passierte es immer mal, dass der komplette Inhalt des Rucksacks am Gletscher landete, weil irgendwas tief im Inneren versteckt war.

Von daher wusste ich genau, was ich nicht mehr wollte, machte mich auf die Suche und bin beim Bergans Helium pro 40 gelandet. Der ist ein paar Liter größer, deutlich leichter und lässt sich dank eines separaten Fachs für die Schaufel und Sonde sehr gut packen und bedienen. Bei voller Beladung sitzt er super stabil. Für Mehrtagestouren habe ich meinen nahezu perfekten Begleiter gefunden.“

Der Bergans Helium pro 40 im Einsatz

Der Bergans Helium pro 40 im Einsatz

 

Auch wir nutzen für Mehrtages- und Winterraumtouren etwas größere Rucksäcke. Mit dem Gregory Targhee 45 und dem Osprey Kamber 42 haben wir zwei zuverlässige, gut sitzende Modell mit separatem Fach für Schaufel und Sonde und super Zugang über einen Reißverschluss am Rücken gefunden:

„Der Gregory Targhee 45 und der Osprey Kamber 42 erscheinen auf den ersten Blick wie zweieiige Zwillinge: Ähnliche Größe, Zugang zum Hauptfach sowohl von oben als auch über einen Reißverschluss am Rücken, separates Fach für Schaufel und Sonde, mitgelieferte Helmhalterung, Platz für eine Trinkblase und isolierte Trinkschlauchhalterungen, kleine Tasche am Hüftgurt, fester Sitz am Rücken und trotzdem Bewegungsfreiheit.

Der Osprey Kamber 42l im Splitboard-Einsatz am Taubenstein

Bei genauerem Betrachten fallen dann doch ein paar Unterschiede auf: Der Osprey Kamber richtet sich mit seinem gut und robust gelösten Befestigungssystem eher an den Snowboarder und Schneeschuhgeher. Diese können ihr Schneegerät hier sauber und fix verstauen. Bei Nicht-Gebrauch sind die Schlaufen gut hinter Laschen versteckt.

Unterwegs in Vorarlberg mit dem Gregory Targhee 45, Bild: Werner Reischl

Das Befestigen von Snowboard und Schneeschuhen geht zwar beim Gregory Targhee auch, ist jedoch etwas einfacher gelöst. Dafür bringt der Targhee am Hüftgurt eine Materialschlaufe mit. Diese ist gerade bei Skihochtouren und Gebietsdurchquerungen mit Gletscherberührung unerlässlich. Auch zum Einhängen einer Trinkflasche für die, die keine Trinkblasen mögen eignet sich die Materialschlaufe gut. Insgesamt ist der Targhee eher auf den Ski(hoch)Tourengeher ausgerichtet und bietet hierfür kleine Details.“

Wer aktuell auf der Suche nach einem Skitourenrucksack ist, hat Glück:
Erstens gibt es für praktische jede Anforderung ein passendes Modell. Und zweitens Ist aktuell ja verkaufstechnisch schon wieder Saisonende und es gibt allerhand reduzierte Ware in den üblichen Outdoor- und Sport-Online-Shops und Läden vor Ort.

Worauf ist beim Kauf zu achten?

Beim Kauf eines neuen Skitouren-Rucksack zählen vor Allem der Einsatzzweck (kurze Touren < 20l, Tagesskitouren < 35l, Mehrtagesskitouren > 35l) und dann die Passform. Wichtig ist uns vor Allem ein separates Fach für die Lawinenausrüstung, um im Rucksack für Ordnung zu sorgen.

  1. Passform und Bewegungsfreiheit für Aufstieg und Abfahrt
    Gerade bei der Abfahrt benötigt man Kopffreiheit, die bei hohen Rucksäcken oder den Allround-Modellen fehlt.
  2. Ein separates Fach für die Lawinenausrüstung
    Das separate Fach sorgt für mehr Platz und Ordnung im Hauptfach und ermöglicht schnellen Zugriff im Notfall.
  3. Helmhalterung für den Skihelm
    Auch wenn man oft auf Skitour keinen Helm trägt, für den Freeride-Tag ist eine Helmhalterung sinnvoll.
  4. Halterung für die Ski-/Trekkingstöcke
    Wenn man in steilen Aufstiegen die Hände frei haben will, müssen die Stöcke schnell und sicher an den Rucksack.
  5. Vertikale und diagonale Befestigungsmöglichkeit für die Ski
    Die Ski müssen auf vielen Touren gerade im Frühjahr auch mal längere Strecken getragen werden. Dafür sollte der Rucksack mit einem Tragesystem für die Ski ausgestattet sein. Vertikal als Standard, diagonal wenn’s schnell gehen muss…
  6. Ein Zugriff über einen umlaufenden Reißverschluss am Rücken
    …ist vor Allem bei größeren Rucksäcken sehr praktisch, weil dann beim Öffnen der Rücken nicht im Schnee liegt.
  7. Vertikale Befestigung von Splitboard, Snowboard oder Schneeschuhe
    …sonst stört das Wintergerät bei schmalen Durchgängen, z.B. im Wald (ein Problem z.B. bei Deuter Wanderrucksäcken)
  8. Für Skihochtourengeher:
    Am besten mit Gurt probieren, ob Hüftgurt und Klettergurt gleichzeitig getragen werden können. Befestigungsmöglichkeit für Eisschrauben, etc. am Hüftgurt des Rucksacks? Befestigungsmöglichkeit für Eisgeräte/Pickel

Welchen Skitourenrucksack nutzt ihr?
Hinterlasst eure Erfahrungen als Kommentar ;-)

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