Skitour ins Steinerne Meer: Auf’s Seehorn

Eine abwechslungsreiche Skitour im Salzburger Land, Ausblick auf’s Steinerne Meer, auf die Steinberge und hinüber in die Hohen Tauern und schneesicher auch bei den aktuellen Verhältnissen? All das bietet die Tour auf’s Seehorn oberhalb von Weißbach bei Lofer.

Wir fahren schon lange Jahre ins Salzburger Land und gehen rund um Zell am See auf Tour. Weißbach bei Lofer stand bei uns bisher immer eher mit den Kindern auf dem Programm: Die Seisenbachklamm mit ihren spannenden Aussichten hat uns schon des öfteren in Bann gezogen. Diesmal wollen wir aber eher die höheren Lagen erkunden und dem Seehorn auf’s Haupt steigen. 

Auf dem Almweg
Auf dem Almweg

Von Hintertal zur Kallbrunnalm

Diesmal mit dabei: Dennis und Robert von abenteuersüchtig.de. Eigentlich wollten wir ja auf das Wochenende dem Dachstein auf’s Haupt steigen, doch das angesagte Schlechtwetter und Neuschnee haben uns zum Umplanen gezwungen. Drum geht’s diesmal lieber ins Salzburger Land. 

Zum Einstieg der Tour geht es von Weißbach zuerst einmal eine kleine Bergstraße hinauf bis nach Hintertal. Am Parkplatz an der Weißbachbrücke fellen wir direkt an und steigen die nächste Stunde (und 350 Höhenmeter) auf einem Zieh- bzw. Almweg durch den Wald hinauf zur Kallbrunnalm. Der Weg ist festgefroren, aber durchgehend schneebedeckt und gut zu gehen. Für die Abfahrt schauen auch keine Steine heraus… Vorher steht uns aber noch etwas Aufstieg bevor…

Ziel im Blick: Das Seehorn
Ziel im Blick: Das Seehorn

An der Kallbrunnalm weist nochmal ein Schild der Kampagne „Natürlich auf Tour“ auf den richtigen Aufstiegskorridor hin. Das Seehorn und die Aufstiegsroute ist von hier aus schon komplett einzusehen. Zuerst links durch den Wald- und Latschengürtel, rechts unterhalb des Gipfels über einen schönen Hang und dann links unterhalb des Gipfelaufbaus queren bevor der Gipfelhang auf uns wartet.

Natürlich auf Tour - Auch am Seehorn
Natürlich auf Tour – Auch am Seehorn

Ab durch die Latschen

Nach ein paar Metern, die wir mit Fellen abrutschen geht es gleich hinauf in den Wald. Bei eisigen Verhältnissen helfen die Harscheisen über die  Querung hinweg. Blöd nur, dass eines meiner Harscheisen plötzlich nicht mehr an der Bindung hängt, sondern zerbrochen am Weg liegt.  

Die nächsten 200 Höhenmeter geht es durch den Latschengürtel in einigen Kehren hinauf, danach wartet welliges Karstgelände auf uns. In vielen Kehren geht es um die vielen Karstlöcher, die Dolinen, herum. Im Skigebiet baut man solche Pisten heute extra für die Kinder, Spasspiste nennt man das dann… immer schön auf und ab und um eine Kurve nach der anderen… die Abfahrt kann ja heiter werden…

Durch das Latschenfeld
Durch das Latschenfeld

Eineinhalb Stunden später haben wir das Karstgelände hinter uns gelassen. Vor uns liegt ein wunderbarer, breiter Hang, der Abfahrtsspass verspricht. Nur blöd, dass mir plötzlich ein Ski entgegenkommt. Roberts Bindung hat wohl versagt und den Ski freigegeben. Er schießt derweil die mühevoll erklommenen Höhenmeter hinunter in Richtung eines Skitourengeher-Paares. Zum Glück bleibt er ein paar Meter vor dem Paar im Schnee stecken. Robert, der schon den abstieg begonnen hat, wird zurückgepfiffen. Der nette Skitourengeher bringt den Ski 15 Minuten später mit nach oben.

Alles hat ein Ende – auch das Latschenfeld

Ich gehe derweil schon ein Stück weiter. Unterhalb des Gipfelaufbaus zieht die Spur nach Links und gibt den Blick auf den eigentlichen Gipfelhang und ein kleines Kreuz am Vorgipfel, dem Sennerin Kreuz, frei. 

Für den eigentlichen Gipfel weiter links wird es uns jetzt zu spät, schließlich steht auch noch die Abfahrt an und wir wollten eigentlich nicht im Dunkeln abfahren. Also heißt es noch kurz die Aussicht auf den Großen Hundstod nebenan, das Birnhorn  und die Leoganger Steinberge, sowie in die Hohen Tauern genießen und dann abschwingen. 

Der hartgepresste Schnee verspricht wenig Abfahrtsspass, dennoch geht es erstaunlich gut abwärts. Die oberen Hänge lassen sich gut befahren, durch die Latschen und den Wald geht es in hunderten Kurven bergab. Zurück an der Kallbrunnalm wartet dann ein kurzer Gegenanstieg auf uns bevor es auf dem Alm-Ziehweg zügig zurück in Richtung Parkplatz geht.

Robert holt wieder auf…
Robert holt wieder auf…

Autsch…

Blöd nur, dass es den Dennis von Abenteuersüchtig.de rund 500 Meter vor dem Parkplatz schmeißt. Mit lauten Kraftausdrücken verschafft sich der Schmerz Ausdruck. Das verrissene Knie schmerzt unendlich. So startet man eigentlich nicht in ein Skitourenwochenende. Während Robert mit den Skiern zurück zum Parkplatz abfährt, begleite ich Dennis langsam in die Dunkelheit humpelnd zurück zum Parkplatz.

In der Klinik in Zell am See wird das Knie anschließend geröntgt und in eine Schiene gepresst. Angerissenes Innenband und evtl. Meniskus. Juhu… Während wir die nächsten zwei Tage auf Skitour im Salzburger Land unterwegs sind, macht er sich’s im Wohnwagen gemütlich…

Da lachen die Jungs von abenteuersuechtig.de noch…
Da lachen die Jungs von abenteuersuechtig.de noch…

Infos

Ausgangspunkt

Weißbach bei Lofer, Hirschbichlstraße bis zum Parkplatz an der Weißbachbrücke (kostenpflichtig)

Aufstieg

Parkplatz – Kallbrunnalm (1,5h), Kallbrunnalm – Seehorn (2h)
Gesamt: 1.350hm

Hangrichtung

West, Aufstieg Nordost

Einkehr

Unterwegs: Keine.
Gasthaus Lohfeyer 2km vor dem Parkplatz

Literatur

Münchner Skitourenberge: 100 traumhafte Skitourenziele. Mit GPS-Tracks (Rother Selection)

Skitourenatlas: Salzburg – Berchtesgaden

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