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Hüttenschlafsack – wie, was, warum?

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Wie?

Wer auf einer Alpenvereinshütte nächtigt, braucht einen Hüttenschlafsack. Kontrolliert wird das zwar meist nicht, aber im Sinne der Reinlichkeit sollte man dem nachgeben – vor Allem, wenn man im Matratzenlager nicht den Körperkontakt zum Schweiss des Nächsten sucht ;-)

Was?

Hüttenschlafsäcke gibt es in verschiedensten Farben, Formen und Ausführungen: Vom einfachen Baumwoll-Tuch über die Seiden-Ausführung, Fleece bis hin zum richtigen Schlafsack ist eigentlich alles erlaubt. Wer beim Online-Shop seiner Wahl sucht, wird unter Umständen eher unter „Inlet“ fündig, also einem Innenschlafsack für den normalen Schlafsack…

Ein Hüttenschlafsack dient nicht der Wärme-Isolation, sondern der Reinlichkeit, deshalb ist der Hüttenschlafsack meist gut zusammenrollbar und klein im Packmaß.

Hüttenschlafsäcke aus Baumwolle oder Leintuch:

Der Klassiker unter den Hüttenschlafsäcken ist eigentlich nicht mehr als ein zusammengenähtes Tuch aus Leinen oder Baumwolle. In dieses schlupft man und deckt sich dann (je nach Temperatur im Matratzenlager) mit der bereitgestellten Decke zu. Wer die 10€ sparen will, kann auch ein vorhandenes Bettuch nehmen. Gewicht: um die 470g, Preis: ab 10€

Beispiele:
im Dav-Shop in Natur oder bunt ab 12,80€, 470g
Meru Inlet bei Globetrotter, 15,95€

Hüttenschlafsäcke aus Fleece:

Wer’s gerne etwas wärmend hat, kann auch auf moderne Fleece-Schlafsäcke ausweichen.
Gewicht: um die 600g, Preis: ab 15€

Beispiel:
MC Kinley Mumien-Innenschlafsack aus Micro-Fleece, 580g, 28€ bei Globetrotter

Hüttenschlafsäcke aus Mikrofaser:

Wer’s moderner, leichter und auch etwas wärmer will, kann auch auf moderne Mikrofaser-Schlafsäcke ausweichen.
Gewicht: um die 200g, Preis: ab 15€

Beispiele:
Semptec Mikrofaser-Inlett, 175g, 15,95€ bei amazon.de

Hüttenschlafsäcke aus Seide:

Für etwas zarter besaitete Hüttengäste oder Gewichtsfetischisten gilt Seide als State of the Art. Mit nur 150 Gramm sehr viel leichter als das Baumwoll-Pendant. Kühlt bei heißem Wetter, wärmt bei Kälte und trocknet schnell.

Beispiel:
Cocoon Mummyliner Silk, 59,95€ bei Globetrotter

Normale Schlafsäcke:

Normale Schlafsäcke sind schwer zu transportieren, benötigen viel Platz und sind auf Hütten zu warm. Für jeden Schlafplatz gibt es in den Alpenvereinshütten ein bis zwei Decken und ein Kissen. In Biwakhütten oder bei einer Übernachtung im Winterraum der Alpenvereinshütte sieht es wieder anders aus, vor Allem zum Ende der Winterraum-Saison hin, wenn evtl. das Brennholz für den Ofen aus ist. Wer im Sommer auf dem E5 oder ähnlichen Fernwanderwegen unterwegs ist, kann gut und gerne auf den großen Schlafsack verzichten (wild campieren oder biwakieren ist in den Alpen übrigens nur im Notfall erlaubt!).

Warum?

Hier also für alle unbelehrbaren noch die finale Liste: „Warum einen Hüttenschlafsack nutzen?“

1. Hygienische Gründe: Laken und Bettbezüge werden auf Hütten nicht täglich gewechselt oder gewaschen
2. Hygienische Gründe II: Abstandhalter zum Nachbarn im Matratzenlager
3. Leichter zu transportieren als der dicke Schlafsack
4. Benötigt weniger Platz als der dicke Schlafsack
5. Erspart einem viel Ärger mit dem Hüttenwirt

Übrigens: Die meisten Hütten haben auch Hüttenschlafsäcke im Verkauf und teilweise auch zum Verleih. Bei rund 15€ für einen Hüttenschlafsack, rentiert sich das Leihen aber eher nicht.

Bild:
Mit Kindern auf Hütten, Nürnberger Hütte, Copyright DAV/Thilo Brunner.

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