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Ein Wochenende im Bayerischen Wald: Zwischen Rachel und Lusen

In den bayerischen Alpen zwischen Königssee und Bodensee aktuell einen Campingplatz für’s Wochenende zu finden gleicht aktuell einem Glücksspiel. Alle zieht es nach draussen. Und immer mehr entdecken das Camping als Alternative zu Hotels. Noch dazu sind die Übernachtungskapazitäten der Berghütten aktuell recht beschränkt. Zeit für Alternativen: Nach einem Wochenende an der Mainschleife vor zwei Wochen, wurden wir diesmal am anderen Ende Bayerns fündig: Im Bayerischen Wald.

Auf den Rachel [10km, 500hm, 4h]

Die Homeschooling-Woche hatten unsere Jungs schon am Donnerstag erfolgreich beendet und so ging’s schon Freitag früh mit dem frisch ausgebauten Mini-Camper in Richtung Regensburg und weiter nach Spiegelau. Kurz am „Campingplatz am Nationalpark“ einen Platz gesucht, Zelt für die Kinder und die Campingstühle ausgepackt und das Wochenende kann beginnen.

Unsere erste Wanderung führte uns hinunter nach Spiegelau und mit dem Wanderbus zum Parkplatz „Gfäll“. Hier startet die Wanderrunde zum Rachel. Zwei Stunden Auf- und 2,5 Stunden Abstieg über die Rachelkapelle und den Rachelsee liegen vor uns. Auf der Wanderung startet man auf breiten Waldwegen durch den dichten Fichten- und Buchenwald und kämpft sich auf steiler Piste hinauf bis zum aktuell leider geschlossenen Waldschmidt-Haus. Hier lohnt ein kleiner Abstecher nach rechts zum Aussichtspunkt hinunter auf den Rachelsee. Während wir die Aussicht genießen, hören wir das Schreien der Auerhühner unter uns.

Zurück am Waldschmidt-Haus hier führt ein Pfad in rund 15 Minuten auf steinigen Treppen hinauf zum felsigen Gipfel des Rachel. Von hier bietet sich ein grandioser Rundblick über den Nationalpark Bayerischer Wald, hinüber zum Arber und auch auf den tschechischen Sumava-Nationalpark. 

Der Abstieg führt uns durch den lichten Restwald, den der Borkenkäfer hier hinterlassen hat und der sich sich die nächsten Jahre in gesunden Buchenwald verwandeln wird. Vorbei an der hölzernen Rachelkapelle (es lohnt sich die Fenster der Kapelle zu öffnen und den Ausblick zu genießen) geht es hinunter zum Rachelsee, der noch aus der letzten Eiszeit stammt. Der 5,7 Hektar große und 13,5m tiefe See wird von einigen Sagen umrankt: Als Rachen des Todes oder als Zugang zur Unterwelt. Die Stimmung am See hat auch wirklich etwas mystisches und beunruhigendes…

Zurück nach „Gfäll“ geht es auf zuerst auf einem breiten Fahrweg und dann nochmal auf schmalen Pfaden bis man die BushalteStelle wieder erreicht. Alternativ kann man auch nach Spiegelau zurück wandern. Oder man nutzt das Rad für die tour nach Gfäll und macht eine Bike&Hike-Tour. Wir kehren noch kurz im Restaurant Meteora ein, bevor wir uns auf den Weg zurück zum Campingplatz machen.

Familienausflug ins Tiergehege am Nationalparkzentrum Lusen 

Am zweiten Tag entscheiden die Kinder über das Tagesprogramm und so besuchen wir zuerst in Spiegelau eine kleine „Glashütte“ mit einer interessanten Glasskulturen-Ausstellung. Glasblas-Vorführungen gibt es hier leider nur von Mittwoch bis Freitag.  

Danach fahren wir weiter nach Altschönau und parken unser Auto an einem unauffälligen Waldparkplatz. Von hier starten wir auf einen Rundgang durch das Tiergehege am Nationalparkzentrum Lusen: Vorbei an Käuzen, badenden Braunbären, sich heute nicht zeigenden Wölfen geht es bis zum Nationalparkzentrum.

Hier kann man sich eine kostenlose Ausstellung ansehen oder den Baumwipfelpfad begehen und bis in 44 Meter Höhe über den Wald vordringen. Wir hatten das Erlebnis aber erst vor wenigen Wochen im Steigerwald auf unserer Tour zur Mainschleife und somit sparen wir uns die 23,50€ für das Familienticket.

Weiter geht es über das Biber-Gehege und an den Mardern vorbei zu den Elchen. Ein Muttertier schmust gerade mit seinen zwei Kindern als wir vorbei kommen. Die Kinder lassen sich einen zweiten Versuch bei den Wölfen nicht nehmen, werden aber leider ein zweites Mal enttäuscht… Dafür bietet anschließend der Otter eine grandiose Show in seinem Naturteich.

Nach knapp 10 Kilometern Wegstrecke, 280 Höhenmetern und knapp 3 Stunden sind wir zurück am Parkplatz.

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Noch etwas Kultur:
Ein Abstecher nach Passau

Nach dem Gewitter der letzten Nacht packen wir früh zusammen und machen uns auf dem Weg nach Passau, eine meiner Lieblingsstädte am Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz. 

Vom Parkplatz an der Oberen Donaulände geht es durch die Altstadt hinauf zum Dom, hinunter zum Rathaus, über die Luitpoldbrücke über die Donau auf dem Ludwigssteig hinauf zur Veste Oberhaus. Oberhalb der Veste gibt es einen genialen Aussichtspunkt mit Blick auf die Innenstadt und Dom auf der Insel mit Donau im Vorder- und Inn im Hintergrund.

Zurück auf der Insel geht es in Richtung Dreiflüsseeck, am Zusammenfluss von Donal, Inn und Ilz. Hier vermischt sich die dunkelbraune Donau mit dem grünen Inn. Von hier hat man einen schönen Blick hinüber auf die Ilz- und auf die Inn-Stadt auf der anderen Seite. Entlang des Innkais geht es vorbei am Schaiblingsturm bis ins Café Kowalski. Nach einer Einkehr geht es durch die Innenstadt zurück zum Parkplatz und letztendlich wieder auf die Autobahn in Richtung Heimat.

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