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Korsika mit dem Wohnmobil – von A-Z – Wandern, Klettern, Baden…

Korsika ist eine der Trauminseln für alle Outdoor-Fetischisten, Wanderer und Kletterer: Nur wenige Inseln vereinen auf so wenig Platz Berge und Meer. Und mit bis zu 2.700 Metern hohen Bergen erhebt sich hier ein ganz schöner Felsklotz aus dem Meer. Wir waren schon mehrmals mit dem Wohnmobil und zum Wandern auf dem GR20 auf Korsika und steuern auch dieses Jahr wieder unsere Lieblingsinsel an. Hier haben wir unsere Erfahrungen für euch zusammengestellt – von A wie Anreise bis Z wie Zelten…

Anreise

Die Anreise nach Korsika erfolgt mit dem Wohnmobil typischerweise mit der Fähre – außer man mietet sich ein Wohnmobil auf der Insel. Fährhäfen vom italienischen Festland für Korsika sind normalerweise Livorno, Genua oder Savona. Vom französischen Festland auch Toulon oder Nizza. Siehe auch unter F wie Fähre.

Das bedeutet auch eine lange Anreise entweder über den Brenner, den San Bernardino, den Sankt Gotthard oder über die Lyoner Autobahn nach Nizza/Toulon. Alle Autobahnen in der Schweiz, Italien und Frankreich sind mautpflichtig. Von unserem Zuhause nahe Nürnberg machen die Mautgebühren für die Brenner-Route nach Livorno rund 110€ hin- und zurück, die Route über den Bodensee und die Schweiz knapp 80€ aus. Die Route nach Savona oder Genua ist etwas kürzer und dementsprechend noch etwas günstiger. 

Alternativ bietet sich das Flugzeug an: Von Deutschland wird überwiegend der Flughafen Bastia angeflogen, über Paris oder Nizza erreicht man auch die Flughäfen in Ajaccio, Calvi oder Figari (bei Bonifacio).

Ajaccio

…wird [aschaksoo] ausgesprochen und ist mit knapp 70.000 Einwohnern die Hauptstadt Korsika und Geburstort Napoleon Bonapartes. Hier legen die Fähren vom französischen Festland (Marseile, Toulon und Nizza) an und auch viele Kreuzfahrtschiffe. Es besteht eine Zugverbindung nach Bastia und Calvi und Busverbindungen in die größeren korsischen Städte. Sehenswert ist die historische Altstadt und der Hafen. 

Westlich der Stadt liegt die Pointe de la Parata mit seinem genuesischen Wachturm und genialem Ausblick auf die Îles Sanguinaires, die purpurroten Inseln. Vom Parkplatz kann man in einer Stunde die Landspitze umrunden und zum Turm aufsteigen – oder man nimmt eines der Boote und fährt hinüber zu den Inseln.

Aléria

…ist eine kleine Stadt an der Mitte der Ostküste und Mündungsort des Tavignano ins Mittelmeer. Aléria ist auch die Stadt, in der Asterix und Obelix im Comic anlanden. In und um Aléria gibt es mehrere römische Ausgrabungen zu besichtigen, die größte am Fort Matra. 

Am Strand gibt es den 4* Campingplatz „Marina d’Aleria“ mit Swimmingpool, Spielplatz, Animation und gutem Restaurant. Sehr viele Deutsche und viele mobile Homes, aber sehr sauber und direkt am Strand gelegen, €€€.

Das Tassineta-Tal im Asco-Tal
Das Tassineta-Tal im Asco-Tal

Asco-Tal

Das Asco-Tal liegt zwischen Ponte Leccia und der Nordküste. Hier wartet ein wildes Tal mit vielen bekannten Badegumpen und seiner schönen Bergstraße mit engen Kurven und vielen Serpentinen auf den erfahrenen Wohnmobilisten. Zu empfehlen ist die Strasse mit dem Caddy, VW Bus oder max. Sprintergröße.

Nur wenige Kilometer im Tal liegt der schöne Campingplatz Tizarella mit Restaurant, kleinem Pool und einer eigenen großen Badegumpe. Gegenüber gibt es einen kleinen Schildkrötenpark. Ein paar Kilometer weiter befindet sich der Einstieg zu einem Kletterpark. €€

Im kleinen Ort Asco kann man in mehreren Restaurants einkehren, leckeren Honig aus Rosmarin- und Lavendel kaufen  oder einen Ausflug zu den umliegenden Badegumpen unter einer Genueser-Brücke machen. In Richtung Haut Asco windet sich die Panoramastraße weiter hinauf. An der Maison du Mufflon kann man eine schöne Wanderung zu einer verfallenen Bergerie machen und auf dem Weg zurück direkt durch den Fluss wandern.

Kurz vor Haut Asco befindet sich auch noch der Campingplatz „U Monte Cinto“. Ein einfacher, aber sauberer Platz in einem Kiefernwald mit kleinem Restaurant. €

Haut Asco (33km vom Straßenabzweig) selbst besteht nur aus einigen wenigen Häusern an der Skistation. Ein Hotel mit einfachen Zimmern und leckeren Essen und eine Güte dÈtappe mit kleinem Zeltplatz. Von hier kann man auch in rund 5 Stunden auf dem GR20 auf den Monte Cinto steigen.

Sandstrand unterhalb von Bastia
Sandstrand unterhalb von Bastia

Baden

Strände gibt es in Korsika zur Genüge. Kilometerlange Sandstrände und wunderschöne Buchten gibt’s an der Ostküste, während die Westküste eher mit wilder Küste mit kleinen Buchten und Kiesstränden punktet. 

Aber auch das Landesinnere hat mit unzähligen Bäche und Flüssen und Flussbadestellen (den Badegumpen) einiges zu bieten. Unsere Lieblingsbadegumpen haben wir in einem separaten Artikel für euch zusammengestellt.

Bastia

Bastia ist die größte Stadt im Norden Korsikas und der Hauptfährhafen für Touristen, die vom italienischen Festland übersetzen. Nach der Fähre verlassen die meisten Bastia direkt in Richtung der eigentlichen Urlaubsziele, dabei hat Bastia eigentlich eine ganz nette Innenstadt zum Flanieren.

Der erste Anlaufpunkt für die meisten sind jedoch die Supermärkte wie der „Carrefour“, der „E.Leclerc“ oder der „Super U“ an der Strasse in Richtung Aléria.

Unser Lieblingsziel nach der Fährüberfahrt ist der Campingplatz „San Damiano“ in Lido de Mariana, Biguglia. Nur rund 20 Minuten vom Fährhafen eignet sich der schöne Campingplatz ideal für die ersten und letzten Tage auf der Insel. Schöner Sandstrand, Swimmingpool, gut sortierter Supermarkt, saubere Sanitärs. €€€

Einfacherer und günstiger Campingplatz und etwa 10 Kilometer südlich des San Damiano ist der Camping L’Esperanza. Mit einfachen sanitäre Anlagen, dafür nettem Empfang und kleiner Pizzeria eignet sich der Platz gut für die erste Nacht auf Korsika. Zum Strand in etwa 500m.

Camping San Damiano, Bastia
Camping San Damiano, Bastia

Bergerie

Eine Bergerie ist eine Schäferei und das korsische Pendant zur Almhütte in den Bergen. Teilweise sind die Hütten im Sommer bewirtschaftet, bieten Brot und Käse, Getränke und teilweise Übernachtungen an. An den Fernwanderwegen bieten die Schäfereien teilweise bessere Unterkünfte als der Nationalpark, z.B. beim Refuge A Sega im Tavignano-Tal.

Küstenstrasse zwischen Calvi und Galéria
Küstenstrasse zwischen Calvi und Galéria

Bergstrassen

In Korsika gibt es durch die großen Höhenunterschiede zwischen Strand und Bergen nur an den Küstenabschnitten der Ost-, Süd- und Nordküste einigermaßen Ebene Strecken. Sobald man die Insel queren will, stehen Bergstrassen auf dem Programm. 

Die Bergstrassen fordern Ihren Tribut: Die Strecken dauern deutlich länger als man auf die wenigen Kilometer rechnen würden und sind durch die vielen Kurven und auch die ungeduldige Fahrweise vieler Korsen recht anstrengend. Gerade wenn man nicht mit seinem eigenen Wohnmobil unterwegs ist, sollte man vielleicht vor der Reise nach Korsika eine Probetour machen, um die Dimensionen seines Fahrzeugs kennenlernen.

Bier

Natürlich ist Korsika als Teil Frankreichs Weinland, das heißt aber nicht, dass es kein gutes Bier auf der Insel gibt. Das lokale Bier heißt Pietra und wird beim Brauen mit Kastanienmehl versetzt. Ein sehr leckeres Bier… 

Die Kalkfelsen von Bonifacio
Die Kalkfelsen von Bonifacio

Bonifacio

Ist einer der bekanntesten Orte auf Korsika. Die Stadt thront in rund 70 Meter über dem Meer auf einem breiten Felsen und ist eines der beliebtesten Fotomotive der Insel. Die mittelalterlich anmutende Innenstadt ist extrem sehenswert und auch die Treppe des Königs von Aragon sollte man zum Meer hinunter steigen. Den Familienausflug perfekt macht dann eine Erkundungstour mit einem der Ausflugsboote mit denen man auch den Ausblick vom Meer auf die Klippen von Bonifacio genießen kann. Zudem erfährt man dann den Hafen mit seinen Yachten auch noch „live“. Bei gutem Wetter sieht man von Bonifacio die 12 Kilometer hinüber zur Küste Sardiniens. 

Auch empfehlenswert: Die Wanderung von Bonifacio zum südlichsten Punkt Korsikas, dem Capo Pertusato mit seinem Leuchtturm (9km, 3h, 400hm).

Bouldern am Punta Spano, Korsika
Bouldern am Punta Spano, Korsika

Bouldern

Korsika ist die ideale Insel für Boulderer. Egal ob im Süden am Strand oder oben in den genialen Bergtälern: Boulderfelsen gibt es praktisch an jeder Ecke. Die besten Boulder gibt’s rund im Restonica-Tal bei Corte, am Col de Bavella und oberhalb von Calvi. Unser Lieblingsplatz allerdings ist der Punta Spano bei Lumio. Ein genialer Kraftort mit mehrere Felsen, die direkt am Meer liegen. Übrigens auch ein schönes Ziel zum Schnorcheln.

Der Guide für das Bouldern auf Korsika ist das Buch „Corsica Bloc“ (25€, in Deutschland beim TMMS-Verlag erhältlich). Hier werden 12 verschiedene über die Insel verteilte Boulderareale in Bildern und Topos vorgestellt.

Calanches de Piana

Die Calanche (korsisch Calanques des Piana) ist ein Gebirgszug und eine bizarre Felsenlandschaft südlich von Porto. Die enge Straße von Porto nach Piana (D81) führt direkt durch die Calanche. Die Felsen sind von der Straße, besser aber zu Fuß zu erreichen. Mehrere ausgeschilderte Spazierwege führen durch die Felslandschaft und zu den besten Aussichtspunkten. Da es mit einem Wohnmobil aber meist schwer ist, einen geeigneten Parkplatz zu finden, kann man die Wanderungen wie den Maultierweg (Chemin des Muletier) oder die Besteigung des Capu d`Orto auch von Piana (Parkplatz am Fußballplatz) starten. Wer mit einem größeren Wohnmobil durch die Calanche will, dem empfiehlt sich eine frühe Anreise, sodass man sich nicht mit den Touristenbussen in die Quere kommt.

Korsika: Calvi, La Revellata
Korsika: Calvi, La Revellata

Calvi

Calvi ist ein Fährhafen (Fährverbindungen von Nizza und Savona/Vado Ligure) und die Hauptstadt der Balagne im Nordwesten der Insel.Sehenswert ist die Innenstadt mit der Zitadelle, die Halbinsel La Revellata mit ihrem Leuchtturm und eine Wanderung zum Hausberg Capu di a Veta. An der Nordküste zwischen Calvi und dem Strand von Ostriconi stehen viele Campingplätze entlang der Nordküste zur Auswahl. Die Plätze in Strandnähe sind meist teurer, die im Hinterland zumeist günstiger. Der Flughafen Calvi ist wenige Kilometer von Calvi entfernt. 

Die Küstenstrasse D818 von Galéria (Fangotal und Fangodelta) würden wir für größere Wohnmobile aufgrund der engen, kurvigen Strasse nicht empfehlen, hier lieber über die D81 und den Flughafen nach Calvi (40 Minuten Fahrzeit gegen 70 Minuten Fahrzeit).

Am GR20 bei Calenzana
Am GR20 bei Calenzana

Calenzana

Calenzana, der nördliche Start- oder Zielpunkt des GR20 liegt etwa 13 Kilometer südöstlich von Calvi. Hier gibt es eine Campingplatz und eine Gîte d’Etappe – auch hier ist die Übernachtung mit dem Zelt möglich. Ein Parkplatz an dem man sein Auto oder kleines Wohnmobil/VW-Bus für mehrere Tage  einigermaßen sicher abstellen kann befindet sich unterhalb der Kirche. 

Campingplatz in Lozzi
Campingplatz in Lozzi

Campingplätze

Auf Korsika gibt es rund 200 Campingplätze aller Preis- und Ausstattungsklassen. 

Zumeist sind die Campingplätze von Pinien und Eukalyptusbäumen durchzogen und schattig angelegt. So ist auch für die Hängematte eigentlich immer Platz. Die Stellplätze sind aber durch die Wurzeln und steinigen Boden oftmals auch nicht ganz ebene. Stromanschluss gibt es eigentlich auf (fast) jedem Campingplatz. Ein Verlängerungskabel mit 25 oder besser 50 Metern sollte man dabei haben.

Die Plätze haben oftmals auch Swimmingpool oder aber einen Zugang zum Meer. Privatstrände gibt es auf Korsika nicht. Im Landesinneren liegen die Plätze oft in der Nähe von Flüssen und Flussbadestellen (Gumpen). Animation und Wellness gibt es auf den teureren 4****-Plätzen in der Saison. Ab Mitte August wird die Animation zumeist aber schon eingestellt.

Die sanitären Einrichtungen unterscheiden sich dann aber durchaus von Platz zu Platz. Mal gibt es Kloschüsseln, Klobrillen und Klopapier, mal nicht… Klopapier sollte man vorsichtshalber immer im Wohnmobil dabei haben.

Die meisten Campingplätze bieten ein Restaurant und zumeist auch einen Mini-Supermarkt. Für Frühstück mit Baguette und Croissants ist auf eigentlich jedem Campingplatz gesorgt, bei den kleinen Campingplätzen ohne Laden bestellt man diese dann an der Rezeption für den nächsten Morgen.

Unsere 5 Lieblings-Campingplätze für den Wohnmobilurlaub auf Korsika haben wir hier in einem separaten Artikel für euch gelistet…

Auf dem Zöllnerweg kann man die nördlichste Spitze des Cap Corse zu Fuß erkunden
Auf dem Zöllnerweg kann man die nördlichste Spitze des Cap Corse zu Fuß erkunden

Cap Corse

Das Cap Corse ist die Halbinsel oberhalb der Linie Bastia – Saint Florent. Hier erwarten den Wohnmobilisten bezaubernde kleine Dörfer und Städte, schöne Strände und ein Genueserturm an jeder Ecke. Die östliche Seite ist besser zu fahren und die Straße breiter als auf der westlichen Seite. Das Cap Corse kann man auch gut auch als Tagestour von Corte abfahren und dann evtl. in Saint Florent den Campingplatz ansteuern. Alternativ gibt es entlang der Küstenstrasse um das Cap Corse rund 15 Campingplätze.

Wer seinen Ausflug ans Cap Corse mit einer Wanderung ergänzen will, geht auf dem alten Zöllnerweg von Macinaggio, vorbei an der Punta die Coscia zum herrlichen Strand Plage de Tamarone. Auf 14 Kilometern Strecke verteilen sich fast 400 Höhenmeter Auf- und Abstieg.

Frühstück auf dem Weg zum Cap Corse
Frühstück auf dem Weg zum Cap Corse

Col de Bavella

Das Col de Bavella ist ein Alpenpass (1.218m) im Südosten der Insel, der von Sari-Solenzara nach Zonza und weiter nach Sartène. führt. Die Passstraße gilt als eine der landschaftlich schönsten Routen auf der Insel und ist Ausgangspunkt für zahlreiche Wander- und Klettertouren wie z.B. zum Monte Incudine. Auch der GR20 kreuzt hier. Die Gegend ist vor Allem für Ihre zahlreichen Flussbadestellen und Canyoning-Möglichkeiten bekannt.

Campingplätze gibt es entlang der Strecke, unsere Empfehlung ist der Camping La Riviere zwischen Zonza und Quenza. Ein einfacher, aber sauberer Campingplatz mit eigener Badegumpe. €€

Col de Vergio

Das Col de Vergio ist mit 1.470hm die höchste Passstrasse in der Mitte der Insel südlich des Monte Cinto und verbindet Ponte Leccia mit Evisa/Ota/Porto. Das Hochtal mit dem Stausee von Calacuccia ist Ausgangspunkt für viele beliebte Wanderungen wie z.B. auf den Monte Cinto (von Lozzi), die Paglia Orba und die Schlucht „Gorges de Spelunca“. Auch ein kleines Skigebiet gibt es hier übrigens…

Campingplätze in Calacuccia, Lozzi, Evisa oder mehrere Plätze am Meer in Porto.

In der Innenstadt von Corte
In der Innenstadt von Corte

Corte

Corte ist mit etwas mehr als 7.000 Einwohnern die größte Stadt im Inselinneren und war von 1755 bis 1769 sogar die Hauptstadt des unabhängigen Korsika. Heute ist Corte Zentrum für den Bergsport und Ausgangspunkt für vielfältige Aktivitäten und Wanderungen wie z.B. ins Tavignano- und Restonica-Tal. Die Innenstadt selbst ist einen Tagesausflug wert. Die Zitadelle „Nid d’aigle“, das Adlernest, war früher die Zentrale der Fremdenlegion und ist heute ein Museum der korsischen Geschichte und beherbergt das Nationalparkbüro. Wer zum Klettern noch Ausrüstung zum Klettern oder Wandern nötigt wird bei Altipiani am Place Paoli fündig.

Zu den Campingplätzen folgt man der Beschilderung in Richtung Restonica-Tal: Camping Le Restonica und Camping U Song liegen an der Strasse in Richtung Restonica-Tal, der kleine Campingplatz „Chez Bartho“ weiter oberhalb unterhalb der Zitadelle (nur kleine Wohnmobile/VW-Bus-Klasse!). €-€€

Die Désert des Agriates
Die Désert des Agriates

Désert des Agriates

Der wüstenartige Küstenstreifen Désert des Agriates ist ein nahezu baumloser Streifen Landschaft an der Nordküste Korsikas. Die menschenleere Region erstreckt sich zwischen dem mondänen Hafenstädtchen Saint-Florent und der Mündung des Flusses Ostriconi (Campingplatz Ostriconi).

Die ehemals fruchtbare Landschaft wurde durch Brandrodung und Überbeanspruchung unfruchtbar und ist heute eine felsige Steinwüste. Mangels Schatten ist es hier unbarmherzig heiß und es regnet nur wenig. An der Küste liegen einsame Traumstrände, die nur von der Wasserseite mit dem Boot von Saint Florent oder mit einer vierstündigen Wanderung erreicht werden können. Offrader (und auch Mountainbiker) können auf drei mögliche Pisten zu den einsamen Stränden gelangen. Hierbei bietet man zwischen dem Plage de Ostriconi und Saint Florent in die beschilderten Pisten ein und folgt diesen für 10-12 Kilometern. Nicht für normale Autos und Wohnmobile geeignet, hier seid ihr mit dem Expeditionsfahrzeug oder Jeep richtig aufgehoben.

Mit dem Camping U Paradisu gibt es am Strand Saleccia einen einfach gehaltenen Campingplatz mit Restaurant – nur für Offroader! €€

Am Rande der Désert des Agriates befindet sich der beliebte Sandstrand Plage d’Ostricone mit dem gleichnamigen Campingplatz „Village d’Ostriconi“. Vom Campingplatz läuft man ca. 20 Minuten zum genialen Sandstrand. Die Küste rechts entlang kann man dem Küstenwanderweg in die Desert des Agriates folgen oder den kleinen Aussichtsgipfel Punta Liatoghju besteigen. €€

Essen und Trinken

Korsika ist zwar französisch und bietet die Vorzüge der fleischlastigen französischen Küche (Menüs aus Vor-, Haupt- und Nachspeise inklusive), hat aber neben den Einflüssen der italienischen Küche (Pizza & Pasta) auch seinen eigenen Geschmack. Viel Wildschwein wird hier angeboten, bevorzugt in Form eines Gulasch mit Nudeln, aber natürlich findet auch viel Fisch seinen Weg auf die Teller. Aber auch Vegetarier müssen auf der Insel nicht verhungern, vegetarische Gerichte stehen eigentlich immer mit auf der Karte. 

Restaurants gibt es praktisch an fast jedem Campingplatz und natürlich in eigentlich jedem Ort entlang der Reise. Die Preise reichen dabei von der günstigen Brasserie bis hin zum Edel-Restaurant mit Menü und Wein für mehrere hundert Euro. An Getränken steht die Insel dem Festland in nichts nach: Natürlich gibt’s für Kinder Cola & Orangina (die bekannteste französische Orangenlimo), normalerweise Leistungswasser als kostenlose Karaffe auf dem Tisch, Bier und Wein für die Erwachsenen. Zu empfehlen ist natürlich das korsische Bier „Pietra“.

Früchte in einem kleinen Laden in Corte
Früchte in einem kleinen Laden in Corte

Supermärkte gibt es in den größeren Orten, kleinere Läden praktisch überall, wo es auch einen Campingplatz gibt. Direkt nach der Fähre bieten sich die großen Supermärkte in Bastia zum Eindecken für den Urlaub an.

Fähre

Die Anreise nach Korsika erfolgt mit dem Wohnmobil typischerweise mit der Fähre – außer man mietet sich ein Wohnmobil auf der Insel. Fährhäfen vom italienischen Festland für Korsika sind normalerweise Livorno, Genua oder Savona. Vom französischen Festland auch Toulon oder Nizza. 

Die bekanntesten Anbieter sind Corsica Sardinia Ferries und Moby Lines. Normalerweise stellt man hierbei das Wohnmobil unter Deck ab, geht dann an Deck und sucht sich einen Platz an Deck oder bezieht die gebuchte Kabine. Moby Lines bietet auf manchen Routen auch die Möglichkeit, auf einem Campingdeck im eigenen Wohnmobil zu nächtigen.

Die Überfahrt mit dem Wohnmobil, 2 Erwachsenen und 2 Kindern gibt’s ab in etwa 350€. Die Übernachtung in einer Kabine liegt je Richtung dann nochmal bei in etwa 60-120€ je nach Anbieter, Buchungslage und Schiff. Hier lohnt es sich, wenn man die Preise vergleicht und vielleicht nicht unbedingt am Freitag/Samstag die Fähre nimmt.

Zöllnerweg am Cap Corse
Zöllnerweg am Cap Corse

Flughäfen

Von Deutschland wird überwiegend der Flughafen Bastia angeflogen, über Paris oder Nizza erreicht man auch die Flughäfen in Ajaccio, Calvi oder Figari (bei Bonifacio). 

Fango-Tal/Galéria

Das Fango-Tal ist vor Allem für seine Badegumpen bekannt, die nur wenige Kilometer von der kleinen Küstenstadt Galéria entfernt liegen. Hier kann man sich im Fango treiben lassen und genial baden. Im Gegensatz zu den meisten Badegumpen auf Korsika ist der Rückweg an der schnurgeraden Strasse entlang schnell zu erledigen. Der kleine Campingplatz an den Gumpen, der in den meisten Reiseführern beworben wird, ist leider maximal mit Wohnmobilen in VW-Bus-Größe anzufahren und präsentiert sich ungepflegt und unfreundlich. Weitere Campingplätze gibt es in Galéria oder weiter nördlich in Calvi, Algajola oder L’Île Rousse.

Das Fangodelta lässt sich mit dem Kajak erkunden
Das Fangodelta lässt sich mit dem Kajak erkunden

Ein schönes Erlebnis für die ganze Familie ist das Fango-Delta in Galéria, wo der Fango ins Meer mündet: Hier kann man mit Kajaks das Naturschutzgebiet „erfahren“. Das Naturschutzgebiet beheimatet verschiedene Tiere wie Wasserschildkröten, Fische und Wasservögel und darf nur sehr langsam und leise auf Seekajaks erkundet werden. Anmeldung in der Hauptsaison förderlich…

Und natürlich hat Galéria auch einen sehr schönen Strand neben der Fango-Mündung. Weil die meisten Gäste den „Stadtstrand“ nutzen, ist es hier recht ruhig… allerdings brechen die Wellen manchmal durchaus brachial an den Strand. Einen kurzen Bericht mit weiteren Infos zur Kanu-Tour im Fango-Tal gibt’s auch auf outdoorkid.de.

FKK

Wie in Frankreich, so ist auch auf Korsika das Nacktbaden und Nacktcampen beliebt. Zusammen mit Kroatien gilt Korsika als das FKK-Paradies im Mittelmeer. Entlang der Ostküste gibt es mehrere FKK-Campingplätze: Corsicana, Corsica Natura Bagheera und Riva Bella, La Chiappa und Villata. An einem schönen, glasklaren Fluss im Hinterland zwischen Col de Bavella und Porto-Vecchio liegt der FKK-Camping U Furu. An normalen Stränden ist das Nacktbaden nicht gestattet, „oben ohne“ wird zumeist aber toleriert.

Unterwegs auf dem GR20
Unterwegs auf dem GR20

GR20 – der schwerste Fernwanderweg Europas

Der GR20 ist ein Fernwanderweg, der sich über die komplette Insel zieht und europaweit als einer der schwersten Fernwanderwege gilt. Die 16 Etappen folgen dem Hauptkamm der korsischen Alpen von Calenzana bei Calvi über Haut Asco, den Monte Cinto, den Monte Rotondo bis zum Monte Incudine im Süden der Insel. Übernachtet wird normalerweise im Zelt oder den kleinen korsischen Berghütten (Voranmeldung erforderlich). Die Etappen können größtenteils auch als Tageswanderungen gegangen werden. Weitere Infos gibt’s bei uns im Blog z.B. im Artikel „6 Tage Wandern auf dem GR20 von Calvi nach Corte“ oder im Artikel „GR20 – Fragen und Antworten“.

Gumpen an der alten Brücke im Asco-Tal
Gumpen an der alten Brücke im Asco-Tal

Gumpen-Baden und Flusswandern

Korsika ist bekannt für seine Flussbadestellen: Die Badegumpen. Im Landesinneren und z.B. am Fluss Fango auch in Küstennähe kann man einfach in tieferen Flussstellen baden. Bekannt für seine Badegumpen sind vor allem das Asco-Tal, das Fango-Tal, das Restonica- und das Tavignano-Tal, sowie die Gegend rund um den Col de Bavella.

Unsere Lieblings-Gumpenwanderungen haben wir in einem separaten Artikel für euch zusammengestellt. Schöne Wanderungen zu Badegumpen und entlang und durch kosische Flüsse listet auch der Wanderführer Korsika aus dem Bergverlag Rother. Einige weitere Badegumpen findet man auch im Buch Wild Swimming Frankreich von Daniel Start. Das Buch widmet Korsika ein eigenes Kapitel mit fast 40 Seiten.

Klettern und Baden am Strand von Porto
Klettern und Baden am Strand von Porto

Klettern

Für Kletterer gibt es auf Korsika zahlreiche Möglichkeiten: Vom Sportklettern direkt am Meer, z.B. in Porto, über Routen sämtlicher Schwierigkeitsgrade bis hin zu Mehrseillängen. Bekannte Klettergebiete sind z.B. das Restonica-Tal, COnca, Porto, die Calanche, Ajaccio und das Col de Bavella. 

Die Kletterei in Porto empfiehlt sich vor Allem für Familien mit Kindern, da sich hier Baden und Klettern ideal verbinden lassen: Während die einen klettern, können die anderen derweil baden gehen. Hier sind Routen von 4+ bis 8 eingerichtet. Etwas Vorsicht ist hier bei den Standplätzen geboten, da diese das ganzen Jahr dem salzigen Meerwasser ausgesetzt sind.

Literatur für Kletterer: Der bekannteste Topo-Guide für Korsika ist „Falaises de Corse“ mit 2.400 Routen in 77 Gebieten oder „Grandes Voies de Corse“ für Mehrseillängenrouten. Aktuelle Infos und Topos gibt’s auch hier: http://escalade.corse.topo.free.fr/index.php?menu=sites&page=Falaises%20de%20Corse&lg=fr

Der Guide für das Bouldern auf Korsika ist das Buch „Corsica Bloc“ (25€, in Deutschland beim TMMS-Verlag erhältlich). Hier werden 12 verschiedene über die Insel verteilte Boulderareale in Bildern und Topos vorgestellt.

Korsika mit Kindern: Spass für die ganze Familie
Korsika mit Kindern: Spass für die ganze Familie

Korsika mit Kindern

Korsika ist die ideale Insel für Kinder: Entweder es gibt einen Strand zum Baden und Schnorcheln oder Felsen zum Kraxeln. Vor Allem an der Ostküste mit ihren kilometerlangen Sandstränden fühlen sich die kleinen Kinder wohl. Aber auch die Badegumpen eignen sich auch für kleine Kinder. Hier bekommt praktisch jedes Kind seine eigene Badewanne. Und zumeist bieten die Badegumpen in den Wäldern mehr Schatten als der sonnige Sandstrand. Viele Campingplätze bieten natürlich auch einen Swimmingpool, Spielplätze und Animation.

Und natürlich gibt es auf der Insel auch genügend Aktivitäten, die Tiere beinhalten: Im Asco-Tal und im Gravona-Tal bei Ajaccio gibt es zwei kleine Tierparks, die sich um die korsischen Landschildkröten drehen. Unterwegs und bei Wanderungen gibt es immer wieder Eidechsen und Salamander, wilde (Haus-)Schweine,  Ziegen, Schafe, freilaufende Kühe und Pferde zu bestaunen. 

Beim Schnorcheln sieht man an vielen Stränden -vor Allem an der Westküste- schon direkt beim ersten untertauchen Schwärme an kleinen Fischen. Gut Schnorcheln mit Kindern kann man z.B. am Strand von Ruppione (Camping Le Sud), in Porto (vor Allem an den Felsen unterhalb der Kletterwand oder am Port de Castagna), am Punto Spano bei Calvi oder in der Cala di Vana in der Nähe des Plage d’Ostriconi bei L’Île Rousse. Hier haben wir auch schon mehrmals Tintenfische gesichtet.

Ein guter Reiseführer für die Korsika-Reise mit Kindern ist „Erlebnisurlaub mit Kindern Korsika: 40 Wanderungen und Ausflüge“ aus dem Bergverlag Rother. Nur das Parken mit dem Wohnmobil kann an so mancher Stelle etwas mürbe machen, denn die Startüunkte für die Wanderungen sind oftmals an engen Bergstrassen gelegen, wo das Parken selbst mit dem VW-Bus schon Nerven kosten kann.

Küstenstrasse zwischen Calvi und Galéria
Küstenstrasse zwischen Calvi und Galéria

Küstenstrassen

Während die Küstenstrasse an der Ostküste recht gut ausgebaut sind (wie deutsche Ortsverbindungsstrassen), ist die Lage an der Westküste eine andere: Die engen Strassen und die vielen engen Kurven machen dem Wohnmobilisten mit breiteren und längeren Fahrzeugen das Leben schwer. So empfiehlt sich die Befahrung der Küste von Süden nach Norden, um mit dem Wohnmobil nicht auf der abschüssigen Küstenseite fahren zu müssen.

Bergstrassen an der Küste entlang wie z.B. durch die Calanche unterhalb von Porto stellen mit dem Wohnmobil eine ganz andere Herausforderung dar: Die engen Strasse sind bei touristischem Gegenverkehr in Form von Omnibussen praktisch nicht passierbar. Ausweichbuchten sind selten bis nicht vorhanden und so verstopfen größere Wohnmobile und Busse die Strasse regelmäßig und zwingen den entgegenkommenden Verkehr teilweise zum kilometerweiten Rückwärtsfahren.

Oberhalb von L’Île-Rousse
Oberhalb von L’Île-Rousse

L’Île-Rousse

Ist eine größere Stadt und Fährhafen an der Nordküste Korsikas. Den Namen hat die Stadt von der ihr vorgelagerten roten Felseninsel La Pietra, die heute über einen Damm mit der Innenstadt verbunden ist. Zahlreichen Restaurants und Cafés in der Innenstadt laden zum Verweilen ein, eine schöner Hausstrand und weiteren traumhaften Stränden in der Umgebung tun den Rest und machen L’Île-Rousse zum beliebten Ziel. Beliebte Strände in der Umgebung sind z.B. der Strand von Algajola, der Strand von Lozari und die Punta Spano bei Sant’Ambroggio. Für Wohnmobilisten und Camper gibt es diverse Campingplätze entlang der Ostküste. In Monticello Campingplatz „Les Oliviers“ an der Strasse nach Bastia.  

Literatur & Reiseführer

Für Korsika gibt es schränkeweise Reiseführer, hier eine Auswahl:

Die Campingplätze in Lozzi und der Monte Cinto
Die Campingplätze in Lozzi und der Monte Cinto

Lozzi

Ist ein kleiner Weiler oberhalb von Calacuccia und liegt zwischen Ponte Leccia und dem Col de Vergio. Wer auf einem der zwei Campingplätze übernachtet, hat zumeist nur ein Ziel: Den Monte Cinto. Zum Gipfel und zurück benötigt man von hier rund 10 Stunden.Kürzerer Ausfläge gehen z.B. zur Selbstversorgerhütte Refuge de l’Ercu oder zu einer Badegumpe in der Nähe.

Die Campinglätze U Monte Cinto und L’Arimone liegen nebeneinander an der Schranke, die den Aufstiegsweg zum Monte Cinto darstellt. Wer ein Allradfahrzeug besitzt, kann hier nach Rücksprache mit dem Campingplatz rund 2 Stunden Aufstieg zum Monte Cinto sparen und zur ehemaligen Bar Astradella hinauffahren.

Macchia

Rund 50% der Fläche Korsikas besteht aus immergrüner Buschlandschaft, der Macchia. Die Macchia gibt der Insel auch ihren typischen Geruch vor Allem nach Thymian und Lavendel. Andererseits sorgt die Macchia durch ihre Stacheln (z.B. vom Stechginster) beim Wandern auch für die typischen Kratzspuren an den Beinen…

Die niedrigen Gewächse wachsen an den Flanken der Berge, bedecken Waldlichtungen und überziehen die Felsen an den Steilküsten. Entstanden ist die Macchia durch Rodung der Wälder und die dauerhafte Übernutzung durch Weidevieh wie Schafe und Ziegen. Sie besteht unter anderem aus Myrte, Ginster, Thymian, Lavendel, Wachholder, Stechginster, Schopflavendel, aber auch der Schwarzkiefer,  Steineichen, dem Erdbeerbaum, aber auch Olivenbäumen, Zitrusbäumen, Feigen, Mandelbäumchen und Mimosen.

Mare a Mare/Mare et Monti

Der Mare a Mare und der Mare et Monti sind zwei beliebte Fernwanderwege, die im Gegensatz zum bekannten GR20 eher in Küstennähe verlaufen und weniger hohe Regionen der Insel erschließen. Sie eignen sich somit auch eher für Fernwandereinsteiger als der schwere GR20, der die höchsten Berge der Insel überschreitet. 

Der Weitwanderweg Mare a Mare Nord führt in 7 Tagen von Moriani Plage bis nach Cargèse, der Mare a Mare Süd in 5 Tagen durch die Alta Rocca von Porto Vecchio im Südosten nach Propriano im Südwesten Korsikas.Der Mare et Monti Nord führt in 10 Tagen an der korsischen Westküste entlang von Calenzana nach Cargèse, der Mare et Monti Nord führt in 10 Tagen an der korsischen Westküste entlang von Calenzana nach Cargèse. Natürlich kann man die Routen jederzeit abkürzen oder auch nur einzelne, ausgewählte Etappen begehen. Während der Saison besteht zumeist auch eine Busverbindung entlang der Ortschaften entlang der Strassen.,

Übernachtet wird entweder in den einfach ausgestatteten und unbewirteten Selbstversorgerhütten „Refuge“ (Schlafsack erforderlich) oder Gite d’Etappes, einfache Herbergen, die man in kleinen Dörfern findet. Im Hochsommer sind die Unterkünfte allerdings heillos überlaufen und man ist auf das Zelt angewiesen. Campierenist aber  nur in unmittelbarer Nachbarschaft zu der Unterkünften erlaubt ist. Wild campieren ist auf den Wanderwegen nicht erlaubt und wird mit Bußgeldern geahndet!

Die einzelnen Etappen der drei Wanderwege beschreibt der Wanderführer Korsika Mare a Mare/Mare et Monti aus dem Bergverlag Rother sehr gut.

Korsika GR20: Am Monte Cinto

Monte Cinto

Der Monte Cinto ist mit 2.706 Metern über dem Meet der höchste Berg der Insel. Wer den langen Weg hinauf wählt, wird nach rund 5 Stunden Aufstieg mit einem genialen Ausblick auf die Insel und das Meer rund um die Insel belohnt. Allerdings auch mit weiteren 4-5 Stunden Abstieg… Startpunkt für die Besteigung ist entweder Haut-Asco am Ende des Asco-Tals oder Lozzi oberhalb von Calacuccia. Auch der GR20 führt übrigens seit einem Felssturz vor ein paar Jahren von Haut Asco über den Pointe Eboulis am Monte Cinto.

Campingplätze zur Übernachtung vor und nach der anstrengen Wanderung gibt es sowohl in Lozzi (Camping L’Arimone und U Monte Cinto) und in Haut Asco (Camping Monte-Cinto). Den Bericht zum Aufstieg von Lozzi auf den Monte Cinto gibt’s hier, die Besteigung des Monte Cinto von Haut Asco haben wir in unserem GR20-Artikel beschrieben (Tag 4).

Offenes Feuer

…ist praktisch auf der ganzen Insel ungern gesehen und im Nationalpark auch verboten. Die Maccia-Heide brennt sehr schnell und so kommt es immer wieder zu großen Waldbränden auf der Insel. Gaskocher sind erlaubt. Oft gibt es aber feste Grillplätze auf den Campingplätzen (mit Feuerlöscher), die kostenlos genutzt werden dürfen. 

Blick von Porto zum Naturschutzgebiet La Scandola und Girolata
Blick von Porto zum Naturschutzgebiet La Scandola und Girolata

Offroad/Allrad

Für bestimmte Regionen der Insel ist ein Allrad-Fahrzeug Voraussetzung. Die meisten Strassen in Korsika erfordern jedoch KEIN Allradfahrzeug.

Die Désert des Agriates (die „Agriatenwüste“) bietet für Offrader drei mögliche Pisten zu relativ einsamen Stränden. Hierbei bietet man zwischen dem Plage de Osticoni und Saint Florent in die beschilderten Pisten ein und folgt diesen für 10-12 Kilometern. Nicht für normale Autos und Wohnmobile geeignet, hier seid ihr mit dem Expeditionsfahrzeug oder Jeep richtig aufgehoben.

Wer den Monte Cinto besteigen will, kann mit einem Allradfahrzeug rund 2 Stunden Wegstrecke von Lozzi hinauf zur ehemaligen Bar L’Astradella auf einer breiten Schotterpiste abkürzen.

Wer ein Allradfahrzeug hat (oder ein geländegängiges Motorrad mit dabei hat) wird vielleicht auch hier mit einigen Touren fündig : http://www.mdmot.com/Korsika-Offroad-Strecken-und-Strassentour.html

Packliste 

Unsere Packliste für den Wohnmobil-Sommerurlaub findet ihr hier…

Porto ist Ausgangspunkt für das Naturschutzgebiet La Scandola, Tauchgänge entlang der Küste und zum kleinen nur zu Fuß oder per Schiff erreichbaren Ort Girolata
Porto ist Ausgangspunkt für das Naturschutzgebiet La Scandola, Tauchgänge entlang der Küste und zum kleinen nur zu Fuß oder per Schiff erreichbaren Ort Girolata

Porto

Ist ein kleiner Ort an der Westküste und idealer Ausgangspunkt für einige der Highlights der Westküste: Die imposanten Felsen der Calanche, das Naturschutzgebiet La Scandola mit Seeadlern, Girolata, der Golf von Porto mit seinen Tauchmöglichkeiten und die Spelunca-Schlucht zum Wandern und Canyoning. Zudem bietet der Ort direkt an seinem schönen Strand einen schönen Kletterfelsen zwischen 4. und 8. Grad. Und: Porto und sein Strand sind mit die schönsten Orte, um den Sonnenuntergang auf Korsika zu genießen.

Für Wohnmobilisten gibt es vier Campingplätze: Camping Sole e Vista***, Les Oliviers****, den Camping Municipal in Strandnähe und den Camping Fontana a l’ora. Während die ersten beiden etwas oberhalb des Ortes liegen und dafür mit Swimming Pool ausgestattet sind, ist der Camping Municipal sehr einfach ausgestattet, liegt dafür näher am Strand, ist sehr günstig und ideal für kürzere Aufenthalte. Der Campingplatz Fontana a l’ora (Pool, saubere Sanitärs) liegt drei Kilometer vom Strand entfernt und eignet sich gut als Ausgangspunkt für eine Wanderung auf den Capo d’Orto.

Korsika: Am Punta Spano
Korsika: Am Punta Spano

Punta Spano

Ein genialer Kraftort mit mehrere Felsen, die direkt am Meer liegen.  Zwischen Algajola und Lumio folgt man der Beschilderung in Richtung „Marine de Saint Ambrogio“ und hält sich immer links. Am Bahnhof vorbei folgt man der Strasse hinunter zum Parkplatz „Spanu“. Von hier wenige Meter hinunter ans Meer. 

Hier kann man an genial griffigen Felsen bouldern, schnorcheln, in der Sonne liegen und den Ausblick in die Berge genießen

Restonica-Tal

Das Restonica-Tal schlängelt sich von Corte in südlicher Richtung hinauf bis zur Bergerie de la Grotelle. Die durch das Tal führende Straße ist sehr schmal und überwindet auf einer Entfernung von 15 km einen Höhenunterschied von fast 1.000 Höhenmetern. An der Bergerie starten die Wanderungen zu den Bergseen Lac de Melo und Lac de Capitello. Das Tal ist auch zum Bouldern und Klettern sehr bekannt

Campingplätze gibt es sowohl in Corte (Camping Le Restonica oder Chez Bartho)als auch im Restonica-Tal selbst (Camping Thani). Die enge Strasse ohne große Ausweichmöglichkeiten ist für große Wohnmobile nicht zu empfehlen – außer man hat Nerven wie Drahtseile.

Reservierung

In der Hauptreisezeit von Juli bis Mitte August, wenn auch die Franzosen und die Italiener Urlaub haben, ist auf der Insel sehr viel los und eine Reservierung für Campingplätze zu empfehlen. Allerdings lassen sich vor Allem die größeren Campingplätze nur im Wochentakt reservieren. Vor der Saison und ab Mitte August sind Reservierungen erfahrungsgemäß nicht notwendig.

Strand am Campingplatz Campingplatz U Sole Marina oberhalb von Saint Florent
Strand am Campingplatz Campingplatz U Sole Marina oberhalb von Saint Florent

Saint-Florent

Saint-Florent ist ein kleines Küstenstädtchen am Rande der Desert des Agriates und am unteren Rande des Cap Corse und wird wegen seines mediterranen Flairs auch das korsische Saint Tropez genannt. Auch hier kann man im Sommer mondäne Yachten beobachten während man durch die kleine Stadt flaniert. 

Ein besonderer Tipp etwas oberhalb von Saint-Florent ist der Campingplatz U Sole Marina. Von Saint-Florent durch einen Felsriegel getrennt, liegt der Campingplatz einsam an einer eigenen Bucht. Schon die Zufahrt ist etwas abenteuerlich, da man über eine Schotterpiste rund einen Kilometer recht holprig zum Campingplatz fährt. Ist man angekommen, öffnet sich ein kleines Paradies: Ein schöner Steinstrand, schöne durch Hecken getrennte Parzellen, ein kleiner Shop und leckere Pizza. Und für Offroader gibt’s sogar Stellplätze direkt am Strand. €€

Schildkröte im Asco-Tal
Schildkröte im Asco-Tal

Schildkröten

Auf Korsika gibt es zwei für Besucher zugängliche Schildkrötenfarmen. Im Asco-Tal findet man gegenüber dem Campingplatz Tizzarella das „Le Village des Tortues“, die größere Farm „A Cupulatta“ liegt zwischen Corte und Ajaccio. Die kindgerecht gestalteten Attraktionen ziehen wir Allem Familien an und bieten ein abwechslungsreiches Programm. 

Im Schildkrötenpark „A Cupulatta“ gibt es über 150 verschiedene Schildkrötenarten – auch auf exotische Bewohner wie die Riesenschildkröten von den Seychellen und Galapagos-Inseln (12€ Erwachsene/ab 12 Jahren, 9€ für Kinder, bis 5 Jahre gratis). Das „Village des Tortues“ zeigt dagegen eher heimische Schildkröten (6€ Erwachsene/ab 16 Jahren, 3€ für Kinder, bis 5 Jahre gratis, weitere Infos unter villagedestortues.wordpress.com). 

Sonnenuntergang in Porto
Sonnenuntergang in Porto

Schnorcheln

An den Stränden der Nord- und Westküste lohnt es sich eigentlich immer, die Taucherbrille aufzusetzen und den Kopf unter Wasser zu stecken. Hier tummeln sich Fische aller Größen, Krebse und manchmal auch Tintenfische. Auch schon im flachen, für kleinere Kinder geeigneten Wasser.

Beim Schnorcheln sieht man an vielen Stränden -vor Allem an der Westküste- schon direkt beim ersten untertauchen Schwärme an kleinen Fischen. Gut Schnorcheln mit Kindern kann man z.B. am Strand von Ruppione (Camping Le Sud), in Porto (vor Allem an den Felsen unterhalb der Kletterwand oder am Port de Castagna), am Punto Spano bei Calvi oder in der Cala di Vana in der Nähe des Plage d’Ostriconi bei L’Île Rousse.

Ausrüstung zum Schnorcheln findet man in jedem größeren Supermarkt oder kleineren Läden an den bekannteren Küstenorten und Stränden. Auf Harpune und Dreizack zum Fischen würden wir aber eher verzichten…

Sonnenuntergang

Wer einen genialen Sonnenuntergang erleben will, muss an die Westküste Korsikas. Denn nur hier sieht man auch die Sonne im Meer versinken. An der Ostküste sind die Sonnenuntergänge zumeist weniger spektakulär, da ja das Gebirge im Weg steht… Unser Lieblingsort für den Sonnenuntergang ist übrigens Porto: Hier kann man sich in der Altstadt eine Pizza holen und diese dann zum Sonnenuntergang am Strand verspeisen.

Wer es etwas mondäner will, dem sei für den Sonnenuntergang das kleine Örtchen Saint Florent ans Herz gelegt: Korsikas „Saint Tropez“ zwischen der Déssert des Agriates und Cap Corse.

Sprache

Auf Korsika spricht man allgemein Französisch, die Korsen haben ihren eigenen Dialekt und Schreibweise. Zumeist kommt man auch mit Englisch zu einer Grundverständigung, die Korsen (wie auch die meisten Franzosen) wünschen sich aber zumindest den Versuch einer Kommunikation auf Französisch. So sollten ein paar Grundwörter im Französischen geläufig sein, wie zumindest Guten Tag – „Bonjour“ [Boa Schua] und Danke – Merci [Mersi]. Auf den großen Campingplätzen wird oftmals auch Deutsch gesprochen, auf den kleineren und im Hinterland eher nicht…

Korsika: Wandern am GR20
Korsika: Wandern am GR20

Strassenkarte

Als Strassenkarte bietet sich die Strassenkarte „Corse“ aus dem IGN-Verlag im Format 1:250.000 an. Hier sind alle mit dem Wohnmobil befahrbaren Strassen eingezeichnet (Rote und gelbe Strassen, weiße Strassen in den Bergen eher nur, wenn man Gelduld, Zeit und ein kleines Wohnmobil hat).

Strom 

Strom (220V) gibt es eigentlich an allen Campingplätzen für einen Aufpreis von 3-6,50€ je Nacht, nur einige wenige Plätze im Hinterland haben keine Stromversorgung. Teilweise liegen die Stromkästen weit vom eigentlichen Standplatz entfernt. Unsere Empfehlung: Eine Kabeltrommel mit mindestens 25m Kabel, besser ein 50m Kabel… Anschluß normalerweise über einen blauen CEE-Stecker.

Tanken

Das Tanken auf Korsika ist nicht günstig, aber in etwa so teuer wie bei der Durchreise in Italien. Tankstellen finden sich in allen größeren korsischen Städten, im Landesinneren ist die Tankstellendichte aber erheblich verringert. Am besten, man tankt nach dem Verlassen der Fähre in Bastia nochmal kräftig auf.

An Refuge A Sega im Tavignanotal
An Refuge A Sega im Tavignanotal

Tavignano-Tal

Das Tavignano-Tal zieht sich von Corte in westlicher Richtung zur Bergerie und Refuge de la Sega. Ins Tal führt ein schöner Wanderweg in 12 Kilometern stetigem bergauf. Auf der Hälfte der Strecke führt eine Brücke über den Fluss, wo man auch gut baden kann. Parken an der Zitadelle in Corte.

Am Ausgangspunkt unterhalb der Burg gibt es auch einen kleinen Campingplatz „Chez Bartho“. Dieser ist aber eher für kleine Wohnmobile und Busse geeignet. An der Einfahrt zum Campingplatz gibt es auch eine schöne Badegumpe. Weitere Campingplätze ein paar hundert Meter in Richtung Restonica-Tal, siehe auch unter C wie Corte.

Tauchen

Auch zum Tauchen ist Korsika ein lohnendes Ziel. Vor Allem die Westküste ist eine Reise wert. Tauchtouren starten hier z.B. von Porto. Aber auch an der Nordküste zwischen Calvi, Algajola und L’île Rousse bieten sich diverse Tauchspots an. Tauchschulen gibt es entlang der Küste an den bekannten Tauchspots.

Ver- und Entsorgung

Die Ver- und Entsorgung erledigen Wohnmobilisten normalerweise auf den Campingplätzen bei der Übernachtung. Vereinzelt bieten auch Tankstellen und Supermärkte weitere Möglichkeiten zur Entsorgung an, so z.B. in Propriano an der BP-Tankstelle. Offizielle V&E-Stellen von Städten und Gemeinde gibt es auf Korsika bisher nicht.

Am Monte Cinto
Am Monte Cinto

Wandern

Korsika ist die ideale Wanderinsel: Man kann sich stets zwischen Meer und Bergen entscheiden und noch besser: Von den Bergen direkt ans Meer wandern und den Tag schön bei einem Glas Wein in einem der Orte am Meer beschließen. Tageswanderungen sind ebenso möglich und interessant wie Fernwanderungen auf dem 16-tägigen GR20, dem Mare a Mare oder dem Mare et Monti.

Wer Abwechslung sucht, kann entweder die hohen Gipfel der Insel wie den Monte Cinto, die Paglia Orba oder den Monte Incudine besteigen, beim Gumpenwandern entlang und durch Flüsse wandern oder z.B. bei Porto nach Girolata absteigen. Einem kleinen Ort, den man nur zu Fuß oder per Schiff erreicht.

Die Möglichkeiten sind schier unendlich. Gute Tipps für den Korsika-Urlaub bietet der Wanderführer Korsika aus dem Bergverlag Rother. Hier werden vielfältige Touren aus praktisch allen Regionen der Insel vorgestellt. 

Wild(e)schweine

Im Landesinneren gibt es tausende wild herumlaufende Schweine. Diese gehören jeweils einem Eigentümer, laden jedoch frei umher und kommen immer wieder zu Ihrem Eigentümer zurück.

Wild campen

Wild campen ist in Korsika generell verboten und wird in der Hauptsaison auch mit bis zu 400€ Bußgeld geahndet. Dafür gibt es aber auch ausreichend Campingplätze aller Preisklassen. Es gibt immer wieder Berichte, dass wild stehende Camper durchaus auch tätlich angegriffen wurden. Wild campen ist dementsprechend in Korsika nicht zu empfehlen. In der Vorsaison (bis April und ab Oktober/November) und im Winter wenn die Campingplätze bis auf einige wenige geschlossen sind, ist das Nächtigen auf öffentlichen Parkplätzen wohl nicht mehr so das Problem…

Zeltplatz am Refuge de l'Ercu unterhalb des Monte Cinto
Zeltplatz am Refuge de l’Ercu unterhalb des Monte Cinto

Zelten

Zelten ist wie das Camping im allgemeinen nur auf Campingplätzen und ausgewiesenen Plätzen rund um Berghütten (die Refuges) und die Wanderherbergen Gîtes d`Etappe erlaubt. Für die Begehung der korsischen Fernwanderwege GR20, Mare a Mare und Mare et Monti ist das Zelt zumindest in der Hauptsaison Pflicht. Und auch aus hygienischen Gründen (Bettwanzen!) zu empfehlen.


Korsika mit dem Wohnmobil - Baden, Wandern, Klettern,…
Korsika mit dem Wohnmobil – Baden, Wandern, Klettern,…

2 Antworten zu " Korsika mit dem Wohnmobil – von A-Z – Wandern, Klettern, Baden… "

  1. Silvia sagt:

    Wow! Das macht jetzt Lust auf mehr!
    Danke für das Fernweh, für die tollen Fotos und die Spots!
    Ich bin dann mal meine Tasche packen ;-) und freue mich auf Eure nächsten Berichte

  2. […] im Mittelmeer, weitere Infos haben wir in anderen Artikeln für euch zusammengestellt, z.B. Korsika mit dem Wohnmobil von A-Z, 6 Tage Wandern auf dem GR20, Wandern auf den höchsten Gipfel Korsikas, den Monte Cinto, […]