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Île de Ré: Radparadies an der französischen Atlantikküste

Vor La Rochelle an der französischen Atlantikküste liegt die Île de Ré. Die 30 km lange und bis zu 5 km breite Insel ist nicht nur ein Paradies für Sonnenanbeter, Surfer und Austernschlürfer, sondern auch für Radfahrer: Rund 110 Kilometer Radwege zumeist fernab der Straßen laden zum Erkunden der Insel ein.

Über die Brücke auf die Insel

Schon der Weg auf die Insel ist atemberaubend: Auf einer rund 2,8 Kilometer langen und bis zu 30 Meter hohen Brücke (16€ für Autos und Wohnmobile, für Radfahrer kostenlos) erreicht man seit 1988 die Insel an Ihrem östlichsten Punkt: Dem „Pointe de Sablanceaux“. Von der Brücke genießt man schon einen großartigen Ausblick über die Insel mit ihren Sandstränden und ihren kleinen Dörfern.

Wir fahren mit dem Wohnmobil bis in die Inselmitte nach La Couarde sur mer und quartieren uns auf dem gemütlichen und schattigen „Camping Le Bois Henri IV“ ein. Wir werden herzlich empfangen und gleich mit der passenden Radkarte (hier zum Download) und einigen praktischen Hinweisen ausgestattet, bevor wir uns erst einmal zu Fuß in Richtung Strand aufmachen. Ankommen, Baden & Staunen ist angesagt… bevor es abends noch auf dem Radweg durch die Weinberge auf ein Eis nach Le Bois-plage-en-Ré geht. 

Mit dem Rad über die Insel

Wie überall auf der Insel erwarten uns kleine Siedlungen aus weiß gekalkten, maximal 2-stöckigen Häuschen mit ihren grünen Fensterläden. Französischer Flair mit einer Prise Atlantikluft. Vom Golfstrom zudem noch mit warmem Meerwasser verwöhnt. Dazwischen Radwege fernab des Autoverkehrs. Mitten durch die Wein„berge“, die Salzgärten in in deren Wasserbecken das Salz kristallisiert oder durch die Austernbänke. 

Am nächsten Tag machen wir uns erst einmal auf in Richtung des „Phare des Baleines“, dem Leuchtturm der Wale. Einem der touristischen Highlights der Insel. Hier kann man sowohl den 57 Meter hohen Leuchtturm als auch seinen kleinen 29 Meter hohen Vorgänger besteigen und die Rundumsicht genießen. 

Unterwegs geht es vorbei an den Austernzüchtern und ihren Degustationsständen und an Le Matray, wo die Insel nur rund 100 Meter breit ist, bevor wir Ars-en-Ré mit seinem großen Wochenmarkt erreichen. Wir parken die Räder und schlendern über den Markt mit seinen bunten Ständen: Fangfrischer Fisch, leckeres Obst, aber auch Messer, T-Shirts, Hosen, Blusen, Keramik und so mancher Krimskrams wechseln hier den Besitzer. In Zeiten von Corona natürlich alles geschützt durch die allseits präsenten Mund-Nasen-Schutz. Im Sommer 2020 gilt auf der ganzen Insel an öffentlichen Orten und auch am Zugang zum Strand übrigens Maskenpflicht.

Zum Leuchtturm der Wale

Weiter geht es auf dem Radweg zu den Leuchttürmen. Mit dem heutigen Wetter mit etwas Gegenwind zieht es sich, aber zumindest geht es hier komplett flach dahin. Keine Hügel oder Berge stellen sich dem Radfahrer auf dem Weg zum Leuchtturm in den Weg. 

Wir besichtigen das kleine Museum und den alten Turm aus dem Jahre 1682, von dem sich ein genialer Ausblick auf den großen Turm aus dem Jahr 1854, der immer noch in Betrieb ist, bietet. Die Schlange vor dem neueren Turm ist uns heute zu lange…  nach einer Brotzeit am Meer vor den Leuchttürmen gönnen wir uns noch ein Eis bevor wir uns auf den Rückweg machen. Unterwegs kaufen wir an einem der vielen kleinen Selbstbedienungsstände noch Souvenirs: Salz in unterschiedlicher Form, Caramel-Crême und Seife. 

Côte d’Azur am Atlantik: Saint Martin de Ré

Am dritten Tag auf der Insel bevorzugt der Großteil der Familie den Strand, während ich mich wieder mit dem Rad aufmache: Saint Martin de Ré heißt mein heutiges Ziel. 

Eine imposante Festungsanlage schützt den historischen Ortskern mit seinem kleinen Hafen. Vom Kirchturm „Clocher Observatoire“ (Eintritt 2,15€) bietet sich eine gute Übersicht über die Innenstadt, den kleinen Hafen und auch das Hinterland der Insel. 

Beim Flanieren durch die kleinen Gässchen entdeckt man immer wieder neue Blickwinkel. Kleine Geschäfte und Boutiquen säumen die Wege rund um den historischen Hafen. Ein Hauch von Côte d’Azur am Atlantik. Nur sind die Yachten hier kleine Segelboote. Und die Eiskugel kostet 2 statt 4 Euro…

Info

Die Île de Ré ist mit 30km Länge und bis zu 5km Breite Frankreich viertgrößte Insel. Sie liegt an der Atlantikkütste vor La Rochelle und ist über eine kostenpflichtige Brücke erreichbar (16€ pro PKW/Wohnmobil, mit dem Fahrrad oder zu Fuß kostenlos).

Aktivitäten

Rad fahren, Baden, Surfen,  in den Orten flanieren, Essen & Trinken.

Anreise

Von Deutschland mir dem Auto z.B. über Metz, Nancy, Orléans, Tours, Poitiers, La Rochelle über die kostenpflichtige Brücke auf die Île de Ré. Ideal in Verbindung mit einem Besuch der Schlösser Loire.

Mit der Bahn: Mit dem TGV nach Paris und weiter nach La Rochelle.

Nächste Flughäfen: La Rochelle, Nantes oder Bordeaux.

Unterkunft

Einfacher und schattiger Campingplatz mit sauberen Sanitäteren Einrichtungen und kleinem Supermarkt: „Camping Le Bois Henri IV“  in La Couarde sur mer.

Unterkünfte aller Preiskassen (vom 5***** Hotel bis zum Mietzelt auf Campingplätzen) in den Orten der Insel. 

Einkehr

Restaurants aller Preisklassen in den Ortschaften, Degustation von Austern und Muscheln auch entlang der Radwege, vor allem im Westteil der Insel.

Infrastruktur

Kleine Supermärkte, Wochenmärkte, Ärzte und Apotheken sind auf der Insel vorhanden. Große Supermärkte (Hypermarché e.leclerc, etc.) in La Rochelle.

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