Outdoor A-Z: Trekkingstöcke – Stütze unterwegs

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Foto von Elina Sazonova von Pexels
Foto von Elina Sazonova von Pexels

Wanderstöcke und Trekkingstöcke entlasten im Abstieg die Knie, bei Aufstiegen mit schwerem Gepäck unterstützen sie Muskulatur und Gleichgewicht. Sie erleichtern die Balance in schwierigem Terrain, machen Tempo und verbessern indirekt die Ausdauer. Worauf ihr beim Kauf achten solltet und wann man besser auf Stöcke verzichtet, erfahrt ihr hier…

Unser Favorit: Der Black Diamond Trail Trekkingstock. Ein guter Kompromiss aus Gewicht, Funktion und Stabilität. Und: Die einzelnen Elemente lassen sich auch einzeln nachkaufen, falls doch ein Teil was bricht.

Teleskopstöcke:  Drehverschluss oder Klemmsystem

Die klassischen Drehverschlüsse bei Teleskop-Wanderstöcken sind leicht, nutzen sich aber schneller ab und können sich durch Drehbewegungen auf Tour von selbst lockern – mit Handschuhen und klammen Fingern sind sie schwer zu bedienen. Klemmsysteme lassen sich besser und schneller bedienen. 

Faltbare Wanderstöcke:  Minimales Packmaß

Die Rohrsegmente von Faltstöcken lassen sich wie eine Lawinensonde falten und sind innenliegend über ein Kabel verbunden. Dadurch wird der gesamte Stock zum Gebrauch im Handumdrehen gespannt und anschließend mit einem Arretierknopf fixiert. Sie eignen sich vor allem beim Zustieg zum Klettersteig, wenn man regelmäßig mit dem Rad zum Wandern fährt oder allen Aktivitäten, wo der Stock im Inneren des Rucksacks verschwinden muss.

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Wie viele Segmente bei Wanderstöcken?

Je mehr Segmente, desto kleiner das Packmaß des Stocks. Speziell bei Teleskopstöcken bedeutet dies aber auch mehr Verschlüsse und damit mehr Aufwand bei der Längenanpassung und etwas mehr Gewicht. Die Kaufentschiedung ist deshalb: Kleines Packmaß, Vielseitigkeit oder ein unkompliziertes Handling..

2-teilig – Schnell einstellbar

Wenn die Stöcke im Normalfall nicht am Rucksack transportiert werden. Zum Beispiel auf Skitour.

3-teilig – Allround-Talent

Vielseitig. Das Packmaß ist klein genug für den Transport außen am Rucksack oder im Reisegepäck.

4-teilig – Kleines Packmaß

Wenn es auf minimales Packmaß ankommt, zum Beispiel beim Trailrunning. Als Alternative zu Teleskopstöcken lassen sich vierteilige Faltstöcke schnell einstellen.

Material

Carbon

Carbon ist sehr verwindungssteif, absorbiert Schwingungen und treibt das Gepäckgewicht nicht so sehr in die Höhe. Carbon eignet sich für steife und leichte Trekking- bzw. Wanderstöcke. Nachteile von Carbon-Modellen sind der Preis und die Bruchgefahr bei starker Überbelastung.

Aluminium

Die günstigere, altbewährte Alternative ist gehärtetes Aluminium. Diese Wanderstöcke sind etwas schwerer, flexibler und verbiegen sich, bevor sie brechen.

Materialmix

Einige Hersteller verwenden Carbon im obersten Stocksegment. Wo Felsen (und Skikanten) den Stock beschädigen können, kommt hingegen robustes Aluminium zum Einsatz.

Griffe

Im Bergsportbereich durchgesetzt haben sich komfortabler Kork und EVA-Schaum. Reine Kunststoffgriffe kommen nur bei günstigeren Wanderstöcken zum Einsatz, sorgen aber für schwitzige Hände und Blasen.

Kork eignet sich bei Stöcken, die vorwiegend im Sommer zum Wandern verwendet werden. Für den Ganzjahres- und Wintereinsatz eignet sich  EVA-Schaum.

Griffe aus Kork eignen sich vor Allem für den Sommer zum Wandern, sie verhindern unangenehme Reibung und helfen bei schwitzigen Händern.

Eine Griffverlängerung am Schaft ist bei Hangquerungen zum Greifen des Stocks besonders praktisch. Auch bei den Schlaufen von Wanderstöcken gibt es Unterschiede: Steife Kunstfaserschlaufen können reiben oder einschneiden. Ideal sind weiche und atmungsaktive Schlaufen, die sich stufenlos und leichtgängig einstellen lassen. 

Stockspitzen

Hochwertige Wander- und Trekkingstöcke sind mit Hartmetallspitzen ausgestattet, um auch im anspruchsvolleren Gelände Halt zu bieten. Gummipuffer schützen vor Verschleiß, haben aber im stielen Gelände nichts am Stock verloren.

Stockteller bei Trekkingstöcken

Die Stockteller verhindern das Einsinken im Schnee, Matsch oder Geröll. Für unterschiedliche Bedingungen und Anforderungen gibt es jeweils spezialisierte Teller. Oft liegen beim Kauf bereits mehrere Teller zum Wechseln bei. 

Schneeteller (groß)
Wintersport, Ski- und Schneeschuhtouren.

Trekkingteller (mittel)
Ideal für den Einsatz bei weitgehend schneefreien Touren.

Mikroteller (mini)
Wo es auf eine schnittige Form und Minimalgewicht ankommt (z.B. Trailrunning sowie auf guten Wegen bei trockenen Bedingungen).

Die richtige Länge 

Als Faustformel gilt: Körpergröße (in cm) x 0,68 = Stocklänge.

Auf ebenem Untergrund entspricht das in der Regel einer 90-Grad-Beugung am Ellbogen. Bergauf können die Trekkingstöcke etwas kürzer, bergab und bei hohem Tempo etwas länger eingestellt werden.

Die Gehtechnik:

Bergauf

…sollten die Stöcke vor allem Kraft sparen. Die Beine werden beim Aufstieg entlastet, indem man sich mit den Armen an den Stöcken hochdrückt oder -zieht. Dazu nutzt man die Stöcke mit möglichst gestreckten Armen.

Die Stockspitzen werden beim Gehen parallel oder abwechselnd eingesetzt. Sie werden neben den Körperschwerpunkt oder dahinter, aber nicht davor gesetzt, um die Vorwärtsbewegung zu stärken.

Im steileren Aufstieg bringt auch das „Hochziehen“ an den Stöcken Entlastungen. Bei kurzen Passagen, die so steil sind, dass die Griffe nicht mehr erreicht werden können, fasst man einfach unterhalb des Griffs an den Stock.

Bergab

Beim Abstieg sollen mit den Trekkingstöcken vor allem die Kniegelenke entlasten. Man setzt die Stöcke weit vor den Körperschwerpunkt und bückt den Oberkörper nach vorne, um sein Gewicht auf die Stöcke zu verlagern.

Lieber auf Stöcke verzichten?

Trekking- und Wanderstöcke sind hilfreich, aber auf seilversicherten Steigen und im Klettersteig werden die Stöcke am oder im Rucksack verstaut.

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Von Thomas

Schon von klein auf viel in den Bergen unterwegs sind Wandern, Skitouren, Schneeschuhwanderungen und alles rund um die Berge meine Hobbies. Vater von zwei nicht mehr ganz so kleinen Bergfexen und sozusagen der „Chef“ von mehr-berge.de ;-)