Spitzkehrentraining und steile Abfahrten: Auf Skitour am Großen Traithen

Wer sicher Spitzkehren geht und auch im steilen Gelände Freude hat, ist am Großen Traithen richtig.

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Skitour zum Grossen Traithen
Skitour zum Grossen Traithen


Was gibt es schöneres als sich einem Donnerstag frei zunehmen und etwas früher ins Wochenende zu starten? Für uns geht es heute auf Skitour. Wir wollen heute auf den Großen Traithen oberhalb des Sudelfelds in direkter Nachbarschaft zum Wendelstein.

Wir passieren mit dem Auto die Liftanlagen des Sudelfelds, parken am Berggasthof Rosengasse (Parkticket 3€) und fellen gleich am Auto an. Direkt nach Süden folgen wir der Waldschneise und den Skitourenspuren nach links auf den Weg. Nach der ersten Kurve bekommen wir nochmal einen Überblick über das Gebiet: Eine Tafel des DAV-Projekts „Natürlich unterwegs“ zeigt uns nochmal die Tour, sowie Gebiete, die eingefahren werden dürfen und Rückzugsgebiete für Wildtiere und Raufußhühner , die nicht befahren werden dürfen.

Die Jägerwand - Wichtiges Rückzugsgebiet für Raufusshühner
Die Jägerwand – Wichtiges Rückzugsgebiet für Raufusshühner

Wir folgen den Spuren links und anschließend dem fast 40° steilen Hang in Spitzkehren hinauf. Hierfür sollten wie für die ganze Tour gute Verhältnisse und eine geringe Lawinenwarnstufe herrschen. Eine Spitzkehre nach der anderen führt uns die Spur hinauf. Aus dem breiten Hang wird eine immer enger werden Waldschneise bis man die letzten Meter den Wald durchquert. Harscheisen wären in der ausgefrorenen Spur heute nicht verkehrt, sind aber noch kein Muss.

Der Aufstieg zieht sich die linke Waldschneise hinauf.
Der Aufstieg zieht sich die linke Waldschneise hinauf.

Nun geht es über einen kurzen Gratrücken und anschließend ein kleines Stück auf Fellen hinunter zum Sattel. Hier kommt auch die Spur vom Tatzelwurm und der Brünnsteinschanze herauf oder führt durch die Senke in Richtung Kleiner Traithen.

Der Gipfelgrat im Blick
Der Gipfelgrat im Blick

Vor uns sehen wir schon die Spur aus Spitzkehren, die sich den Hang hinauf und dann durch Latschen hinüber zum Steilner Joch zieht. Unterhalb eines Felsriegels geht es nochmal etwas hakelig vorbei und ein paar Meter steil hinauf, bevor man dann die Aussicht genießen kann: Das Kaisergebirge, die Hohen Tauern, das Karwendel und und und… alles was Rang und Namen hat liegt vor uns. Und eine schöne Gratwanderung über das Unterberger Joch hinüber zum Hauptgipfel des Großen Traithen. 

Die letzten Höhenmeter geht es dann eher gemütlich dahin...
Die letzten Höhenmeter geht es dann eher gemütlich dahin…

Die wenigen Höhenmeter nimmt man gerne noch mit, hat man doch den Gipfel immer vor Augen. Nach Süden öffnen sich schön Idealhänge hinunter zur Hirschlacke, nach Norden bricht der Traithen mit teils über 50° steilen Hängen hinunter ab zur verfallenen Fell-Alm.

Ausblick hinüber zum Wendelstein
Ausblick hinüber zum Wendelstein

Am Gipfel machen wir nur eine kurze Pause, denn es zieht und die Bewölkung nimmt stark zu. So diskutieren wir am Gipfel über die Abfahrt: Entweder zwischen den Latschen direkt nach Norden in Richtung Kleiner Traithen, zurück zum Unterberger Joch und über die steile Nordabfahrt -oder direkt am Gipfel in eine der rund 50° steilen Rinnen. 

Blick zurück zum Steilner Joch, im Hintergrund der Zahme und der Wilde Kaise
Blick zurück zum Steilner Joch, im Hintergrund der Zahme und der Wilde Kaiser

Wir entscheiden uns für die steile Variante rund 50 Meter vom Gipfel und fahren direkt in den Nordhang ein. Bei den heutigen Verhältnissen ein gut machbares Unterfangen. Der Schnee ist griffig und bei jedem Schwung kann man gut abbremsen. Nach der ersten Schwüngen sollte man sich allerdings links halten, um in die steile Rinne unterhalb des Gipfelaufbaus zu kommen. Sobald die Rinne ausläuft, halten wir uns weiter Links in Richtung kleiner Traithen, um nicht allzu viel an Höhe zu verlieren.

Die Einfahrt in den Stopselzieher
Die Einfahrt in den Stopselzieher

Die Abfahrt nach rechts in Richtung Jägerwand sollte nicht befahren werden, um die letzten verbliebenen Raufußhühner nicht zu stören. Stattdessen quert man noch Nord-Westen hinüber zur Einfahrt in den „Stopselzieher“. Die knapp 40° steile Rinne führt uns hinunter in die Freeride-Abfahrt des Traithenkars, die auch vom Sudelfeld erreichbar ist. 

Auf den weitläufigen Hängen geht es dann hinunter zur Rosengasse und zurück zum Auto. Die Einkehr in der Rosengasse empfiehlt sich nach der Tour.

Im Stopselzieher
Im Stopselzieher

Info

Karte

Länge: 

Aufstieg: ca. 2,5 Stunden, 850hm.

Für wen?

Schöne Tour für fortgeschrittene Tourengeher und fortgeschrittene Skifahrer. Spitzkehren und kurze Schwünge im steilen Gelände oder Latschen sollten sitzen. Einfahrt in den Nordhang wie beschrieben nur bei absolute sicheren Verhältnissen und entsprechendem skifahrerischem Können.

Lawinengefährdung:

Steilhänge bis zu 40° im Aufstieg und bei der Abfahrt erfordern sicher Verhältnisse!

Einkehr:

Auf der Tour keine! Am Ende der Tour Berggasthof Rosengasse.

Anfahrt:

Von München über die A9 Miesbach-Schliersee-Bayrischzell-Sudelfeld-Rosengasse oder über die A95 Oberaudorf-Tatzelwurm-Rosengasse.

Von Thomas

Schon von klein auf viel in den Bergen unterwegs sind Wandern, Skitouren, Schneeschuhwanderungen und alles rund um die Berge meine Hobbies. Vater von zwei nicht mehr ganz so kleinen Bergfexen und sozusagen der „Chef“ von mehr-berge.de ;-)