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Hoch hinaus im Alpenvorland: Krottenkopf, Bischof und Hoher Fricken von Oberau

| Berge, Lieblings-Touren, Wandern

Ausblick an der Weilheimer Hütte

Wir sind auf der Autobahn Richtung Garmisch. Das Auto voller „begeisterter Wanderer“. Das Ziel fehlt noch. Die meisten versuchen noch eine Mütze Schlaf zu bekommen, während ich grüble… welche Route nehmen wir heute in Angriff. Wo waren wir noch nicht, wo gibt es eine Hütte mit maximal 4 Stunden Zustieg (am besten mit Weißwurst-Frühstück), nicht zu schwer, nicht zu leicht, mit Aussicht und vielleicht einer Einkehrmöglichkeit zum Schluss…

Die Ausfahrt nach Bad Tölz (Brauneck und Benediktenwand waren wir dieses Jahr schon) zieht an uns vorbei, ebenso der Kochelsee, Heimgarten und Herzogstand (schon gemacht und heute am Sonntag bestimmt überlaufen), vielleicht aufs Ettaler Mandl, auf den Schachen oder auf die Alpspitze? Einfach zu viele Möglichkeiten….

Kurz vor Garmisch habe ich unsere Tour gefunden: Auf den Krottenkopf und zur Weilheimer Hütte wollte ich schon lange mal. Von Oberau erheben sich Krottenkopf, Bischof und Hoher Fricken als steil abfallende Gebirgsmauer. Rund 1.500 Höhenmeter summieren sich hier, wenn man zum Krottenkopf aufsteigt, die Brotzeit in der Weilheimer Hütte verspeist und dann über Bischof, Hoher Fricken und die Kuhfluchtwasserfälle absteigt. Für die meisten eine schöne 2-Tagestour mit Übernachtung in der Weilheimer Hütte, für uns heute eine lange Tagestour.

Ausblick auf Zugspitze und Wetterstein zu Beginn der Tour

Ausblick auf Zugspitze und Wetterstein zu Beginn der Tour

Der Startschuss fällt auf dem kleinen Wanderparkplatz in der Nähe des Oberauer Bahnhofs. Zuerst folgen wir der Teerstrasse bevor wir nach rund einem Kilometer nach links den Aufstieg in Richtung Krottenkopf beginnen. Durch den Bergwald geht es jetzt stets steil hinauf. Vorbei an einer Jagdhütte mit Aussicht auf Alpspitze und Zugspitze an der wir eine kurze Verschnaufpause einlegen geht es hinauf bis auf rund 1.450 Meter, wo uns der Bergwald in schönstem Almgelände an der Flanke des Hohen Fricken ausspuckt. Hier in der Sonne merkt man erst wie warm es heute ist. Bisher hatte der Wald noch für Schatten und kühlere Temperaturen gesorgt.

Blick zurück ins Voralpenland

Blick zurück ins Voralpenland

Der Weg zieht nun an der Flanke des Hohen Fricken entlang, wird wieder zum Pfad zwischen Latschenkiefern. Nach rund drei Stunden Aufstieg kommt am Henneneck endlich unser Tagesziel in Sicht: Vor uns öffnet sich ein Kessel an dessen Ende die Weilheimer Hütte und der Krottenkopf stehen. Noch eine halbe Stunde und wir sitzen auf der gemütlichen Terrasse der Weilheimer Hütte. Ein netter Hüttenwirt, sowie eine geniale Aussicht ins Karwendel und ins Wettersteingebirge erwarten uns. Weisswürste gibt‘s zwar nicht, dafür eine deftige Suppe und ein kühles Bier.

Endlich: Der Krottenkopf (rechts) und die Weilheimer Hütte (Bildmitte)

Endlich: Der Krottenkopf (rechts) und die Weilheimer Hütte (Bildmitte)

Ausblick von der Weiheimer Hütte

Ausblick von der Weiheimer Hütte

Den Krottenkopf lassen wir heute aus und machen uns direkt auf den Rückweg. Unterhalb des Bischofs teilt sich unsere Gruppe: Die einen wählen den steilen Aufstieg über den Bischof während wir unterhalb um den Bischof herumlaufen. In der Scharte zwischen Bischof und Hohem Fricken treffen wir uns wieder und machen zusammen die letzten Höhenmeter Aufstieg. Am Hohen Fricken genießen wir nochmal die Aussicht auf Garmisch, Wank. Alpspitze, Zugspitze, das Wetterstein und ins Karwendel, bevor wir uns ins bzw. durchs Gebüsch schlagen.

Am Bischof entlang zum Krottenkopf (im Hintergrund)

Am Bischof entlang zum Krottenkopf (im Hintergrund)

Blick hinab nach Oberau, im Hintergrund das Kloster Etat und die Ammergauer Alpen

Blick hinab nach Oberau, im Hintergrund das Kloster Etat und die Ammergauer Alpen

Gut beschildert

Gut beschildert

Etwas oberhalb des Gipfelkreuzes geht der Kuhfluchtsteig steil hinunter in Richtung Farchant. Zuerst entlang der Bergflanke, dann steil in Serpentinen und hohen Stufen hinab bis die Wasserfälle das erste Mal links neben uns zu sehen sind. Immer zum Greifen nahe, aber doch immer noch gut entfernt dauert der Abstieg bis zum Wasser doch fast zwei Stunden. 

Kleine Gratwanderung zum Hohen Fricken

Kleine Gratwanderung zum Hohen Fricken

Auf dem Kuhfluchtsteig geht es steil hinab…

Auf dem Kuhfluchtsteig geht es steil hinab…

Die Kuhfluchtwasserfälle (mit 270m Fallhöhe mit die höchsten Wasserfälle in Deutschland) sind willkommen Abwechslung nach dem langen Abstieg. Man kann natürlich die Wasserfälle z.B. mit der Familie auch einfacher besuchen indem man die einstündige Wanderung in Farchant startet.

Die Waserfälle

Die Wasserfälle

 

Die Wasserfälle

Die Wasserfälle

Nach einem kurzen Bad im eiskalten Wasser der Badegumpen unterhalb der Wasserfälle machen wir uns auf den Rückweg zum Parkplatz. Fast eine Stunde geht es zurück bevor wir erschöpft ins Auto fallen.

Gesamt: 8 Stunden Wanderzeit ohne Pausen, 19,5km, 1500hm. Über den Bischof 100hm/20min. zusätzlich, Besteigung des Krottenkopfs ebenso nochmal 100hm/40min. zusätzlich

Abendstimmung im Werdenfelser Land

Abendstimmung im Werdenfelser Land

Anfahrt:

Von München über die A96 bis zum Autobahnende in Oberau, vor dem Alpenoutlet links in die Fößerstrasse. Über die Loisachbrücke und dann links am Wanderparkplatz parken.

Übernachtung/Einkehr:

Weilheimer Hütte

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