Outdoor A-Z: Der Hütten-Knigge

10 Tipps für eine bessere Zeit auf der Alpenvereins- oder Berghütte.

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Das Prinzluitpolthaus
Das Prinzluitpolthaus

Es ist endlich Sommer und damit auch endlich Zeit für Hüttentouren. Auch in Corona-Zeiten ist die Hütten-Übernachtung (mit Einschränkungen, Tests und eigenem Schlafsack und Kissenbezug) wieder möglich und so manche Mehrtagestour ruft. Berg- und Alpenvereinshütten dienen dem Wanderer, Kletterer oder Mountainbiker dabei als Stützpunkt am Berg. Wer das erste Mal auf eine Berghütte kommt, darf hier kein Berghotel erwarten. Wer sich aber etwas auf die beschränkten Verhältnisse einstellt, findet hier eine gemütliche Heimat auf Zeit. In unserem kleinen Hütten-Knigge geben wir euch zehn Tipps für eine gute Zeit auf der Hütte

Die Martin-Buch-Hütte
Stützpunkt am E5 oder für die Besitzung des Simliaun: Die Martin-Buch-Hütte

1. Schlafplatz vorab reservieren

Berghütten sind vor Allem am Wochenende gut besucht, reservieren sichert nicht nur den Schlafplatz, sondern auch die Brotzeit! Die Reservierung erfolgt bei den meisten Hütten mittlerweile online. Bei abgelegenen Hütten zumeist telefonisch. Solltet ihr spät am Abend ankommen, ruft am besten vorher kurz an, damit die Hüttenwirte Bescheid wissen und euch nicht als vermisst melden…

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Staufner Haus am Hochgrat
Staufner Haus am Hochgrat – auch im Winter bieten einige Berghütten einen Anlaufpunkt auf Tour

2. Schlafplatz freigeben

Solltet Ihr wider Erwarten eure Reservierung nicht halten können, gebt bitte den Schlafplatz wieder frei. Entweder online oder kurzfristig per Telefon!

3. Anmeldung beim Hüttenwirt

Auf der Hütte angekommen, ist die Anmeldung beim Hüttenwirt fällig. Übernachtungskosten werden direkt beglichen (zumeist in bar!), Konsumation vor der Hüttenruhe. Trinkgeld nicht vergessen ;-)

4. Eintrag ins Hüttenbuch

Wie die Anmeldung gehört der Eintrag ins Hüttenbuch zu den wichtigsten Tätigkeiten bei der Ankunft. Nur so kann im Falle, dass ihr unterwegs verloren oder verschüttet geht auch nachvollzogen werden, wohin ihr wolltet und mit wievielten Personen ihr unterwegs wart.

5. Schuhe ausziehen!

Bergschuhe, Trekkingstöcke, nasse Klamotten und gerne auch stinkige Socken bleiben im Schuh- oder Trockenraum. Hüttenschuhe bringt ihr am besten selber mit – einige Hütten wie z.B. das Prinz Prinz Luitpold Haus haben Hüttenschuhe vor Ort.

Hüttenabend am Staufner Haus
Hüttenabend am Staufner Haus – Zeit für ein Kartenspiel

6. Ressourcen schonen und den eigenen Müll mit ins Tal nehmen

Alles auf Berghütten ist kostbar. Der Transport zu vielen Hütten erfolgt aufwendig per Helikopter. Wasser muss gesammelt und aufbereitet, manchmal sogar komplett eingeflogen werden. Duschen ist somit nicht selbstverständlich (und ist deshalb zumeist auch kostenpflichtig!). Und euer Müll möchte auch wieder mit ins Tal, am besten in einer mitgebrachten Mülltüte.

Das Leopold Happisch Haus im Tennengebirge
Hier kann man selbst den Hüttenwirt spielen: Das Leopold Happisch Haus im Tennengebirge

7. Hüttenruhe respektieren

Um 22 Uhr ist auf den meisten Berghütten Hüttenruhe und somit Zeit für das Bett oder Matratzenlager. Man sollte aber nicht unbedingt bis zum letzten Moment in der Gaststube aushalten, sondern schon etwas früher den Weg zum Zähne putzen und ins Nachtlager suchen. Bitte nehmt dabei auf bereits schlafende Mitwanderer Rücksicht.

Und wenn ihr früh auf Tour starten wollt: Packt alles am Abend zusammen und verlasst mit eurem Hütten-Schlafsack & Co. leise das Schlaflager. Solltet ihr Licht benötigen, leuchtet mit eurer Stirn- oder Handylampe bitte nur auf den Boden und nicht das ganze Schlaflager aus!

8. Zimmer/Lager ordentlich hinterlassen

Im Matratzenlager ist der Platz recht eingeschränkt, deshalb ist es immer sinnvoll seinen Krempel immer platzsparend an seinem Bett zu lagern. Schuhe und nasse Klamotten gehören nicht aufs Zimmer, sondern in den Schuh- oder Trockenraum.
Den Hüttenwirt und den nächsten Gast freut‘s: Bettdecke falten und Kissen aufschütteln.

Aufstieg geschafft: Das Wiesberghaus erwartet uns mit lecker Bier und Kaspressknödelsuppe
Aufstieg geschafft: Das Wiesberghaus erwartet uns mit lecker Bier und Kaspressknödelsuppe

9. Freundlich durch den Tag

Trotz Jubel und Trubel und manchmal auch gestressten Hüttenwirten: Schenkt dem Personal ein Lächeln und ein Dankeschön! Trinkgeld ist natürlich auch gerne gesehen.

Noch mehr freut sich das Personal allerdings, wenn ihr auf das Personal und andere Gäste Rücksicht nehmt und Ratschläge bezüglich Wetter, Tourenwahl, Wegbeschaffenheit & Co. annehmt.

Die Rappenseehütte
Die Rappenseehütte

10. Ohropax nicht vergessen!

Da man ja auf der Berghütte nie weiß, in welcher Lautstärke der Nachbar im Matratzenlager schläft/schnarcht, sollte man immer Ohropax oder ähnliche Geräuschreduzierer dabei haben. Die paar Gramm im Rucksack rentieren sich!

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Von Thomas

Schon von klein auf viel in den Bergen unterwegs sind Wandern, Skitouren, Schneeschuhwanderungen und alles rund um die Berge meine Hobbies. Vater von zwei nicht mehr ganz so kleinen Bergfexen und sozusagen der „Chef“ von mehr-berge.de ;-)